Wegen großer Nachfrage: Theater Mürringen gibt Zusatzvorstellung

Komödie

In „Net mät mer“ gibt es viel zu lachen, aber auch einen ernsthaften Hintergrund.
In „Net mät mer“ gibt es viel zu lachen, aber auch einen ernsthaften Hintergrund. | Foto: privat

Was als „vergnüglicher Abend mit einer Prise Gesellschaftskritik“ angekündigt war, entpuppte sich für das Publikum zu einem anhaltenden Training für die Lachmuskeln.

Von Doris Curnel

Vor vollem Haus hat die Mürringer Theatergruppe am Samstag mit ihrem lustigen Dreiakter Premiere gefeiert und die Zuschauer restlos begeistert.

Die zeit- und lebensnahe Geschichte um den drohenden Verkauf des Gotteshauses entpuppte sich als turbulente Komödie mit viel Lokalkolorit und entsprechendem Szenenapplaus.

Dabei wurde deutlich, dass Komik nicht immer auf das bewährte Rezept der Verwechslungskomödie zurückgreifen muss. Oft genügt es, sich die größte Schwäche der Hauptperson zunutze zu machen. Im Fall des Dorfwirts Manfred im Stück „Net mät mer!“ ist das sein Geschäftssinn. Genau das erkennt die durch Maria Josten-Faymonville dargestellte frühere „Huushäldisch“, die ihre Abschiebung aufs Altenteil noch nicht verdaut hat. Mit ihr schließt Dorfwirt Manfred alias Marcel Josten ein Zweckbündnis. Aus der Verbindung seines Geschäftssinns mit ihrem Frust entsteht eine Widerstandsbewegung gegen die Veräußerung der Kirche, die schließlich das ganze Dorf erfasst und nicht zuletzt deshalb zum Erfolg führt.

„Net mät mer“ ist eine Komödie, die vor einem ernsthaften Hintergrund angesiedelt ist. So manches, was einem viel bedeutet und lange Zeit Halt und Sicherheit gegeben hat, gerät in schnelllebigen Zeiten der Digitalisierung in Gefahr unterzugehen.

Da braucht es eine Portion Standfestigkeit und Geschäftssinn, um das Schlimmste zu verhindern.

Dass schließlich alles doch noch zu einem guten Ende kommt, ist vor allem der selbstbewussten und bodenständigen Liebe der Wirtin zu ihrem leichtsinnigen Macho-Ehemann zu verdanken. Dargestellt durch Mary Königs-Schons erwies sie sich zu jeder Zeit als Herrin der Lage.

Die Mürringer Aufführung lebt vom lebendigen, harmonischen und kurzweiligen Zusammenspiel der Akteure. Vom erfrischenden jungen Liebespaar (Chris Rauw und Catherine Rauw) angefangen, über den leutseligen Bauern Jupp (Bruno Huberty) den windigen Geschäftsmann Kurt Litt (Stefan Faymonville) bis hin zum schlitzohrigen Pastor (Ralf Josten) boten alle Spieler hervorragende schauspielerischen Einzelleistungen.

Souffleuse Aline Lux musste so gut wie gar nicht eingreifen. Applaus ernteten auch die Regisseure Alfons Velz und Gerhard Faymonville für ihre Inszenierung sowie die Verantwortlichen der Licht- und Tonregie (Markus Velz und Philippe Lambertz).

Hinter den Kulissen war Souffleuse Aline Lux so gut wie arbeitslos.

Alles in allem bot die Mürringer Truppe ihrem vollen Haus einen vergnüglichen Abend. Wenn es stimmt, dass Lachen gesund ist, dann haben die Spieler am Samstag in „Jaspesch Saal“ in Mürringen einen großen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge ihrer Zuschauer geleistet.

Beim Schlussapplaus bedankten sich die Theaterspieler bei den vielen Menschen, ohne deren Hilfe ein solches Stück nicht möglich ist: Gemeint sind neben den Statisten und dem ebenfalls aktiv mitwirkenden Königlichen Musikverein vor allem auch jene, die für den reibungslosen Ablauf der Aufführung verantwortlich zeichnen.

Anerkennung und Applaus sind bekanntlich das Brot des Künstlers.

Daher freuen sich die Spieler, verkünden zu dürfen, dass am 21. Januar um 20.15 Uhr eine Zusatzvorstellung stattfinden wird.

Wer sich noch einen Platz sichern möchte, sollte sich schnellstmöglich bei Hedwig Lambertz-Velz unter Tel. 080-64 71 25 oder 0479-44 80 26 melden.

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