„Viele Gründe, um dankbar zu sein“

Marienfeiern

Mehr als 800 Gläubige kamen am Abend zur Lichterfeier nach Schönberg, die damit den Höhepunkt der Marienfeier bildete. | Foto: Lothar Klinges

Maria als Mutmacherin zeigt den Menschen, dass es viel mehr Gründe gibt, dankbar zu sein, als wir meinen. Maria führt zu einem Weitblick, „damit wir die Kurve bekommen“. Das waren wohl die Grundgedanken, die Dechant Claude Theiss von St.Vith den zahlreichen Pilgern zu Mariä Himmelfahrt an der Schönberger Grotte

Von Lothar Klinges

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  1. Bei solchen Veranstaltungen frage ich mich immer, ob Mariä die Rolltreppe, das Treppenhaus oder sogar eine Rakete in den Himmel genommen hat.

  2. Herr Hezel, warum verletzen Sie andauernd die Gefühle vieler Menschen, die eine andere Lebensauffassung vertreten? Ist das für Sie vielleicht eine Genugtuung, wenn Sie andere beleidigen? Was bringt das Ihnen?

  3. Warum fühlen Sie sich persönlich beleidigt, wenn man Witze über Aberglauben macht? Ist das mittlerweile verboten?

  4. Ist nicht verboten, Herr Hezel. Fällt unter Freiheit der Meinungsäußerung. Aber Sie verpassen ja nun wirklich keine Gelegenheit um Ihrem „Nichtglauben“ genüsslich zu frönen, als wenn Sie eine „Mission“ zu erfüllen hätten. Es gefällt Ihnen scheinbar die – Ihrer Meinung nach – wahrscheinlich „rückständigen“ Menschen in Ihrer ehemaligen Heimat mal so richtig zu provozieren. Von Brüssel aus muss man auf die Sensibilitäten dort ja keine Rücksicht mehr nehmen. Da darf man aber auch nicht klagen wenn’s mal „milden“ Gegenwind gibt …

  5. Keineswegs habe ich mich beklagt, Herr Bosch. Es ist verwunderlich, dass manche sich direkt beleidigt fühlen, wenn man Witze über Glauben macht. Ist ihr Glaube so zerbrechlich, dass man nicht einmal darüber lachen kann oder darf?
    Zitat Ricky Gervais: „Der größte Trick der Religionen ist nicht, manche Menschen davon zu überzeugen, es gäbe einen Gott, sondern alle anderen davon zu überzeugen, dass man diese Idee nicht lächerlich finden darf.“

    1. Redaktion : bitte den abgebrochenen Tweet hiervor canceln. Danke.
      Nein, Herr Hezel, mich hat Ihr Witz persönlich nicht beleidigt, ich konnte „sogar“ darüber lachen und habe ihn ja auch ausdrücklich „genehmigt“ bzw. „nicht verboten“… Eine an sich nett erfundene Witz-Fragestellung übrigens. Genau so wie die Feststellungen : Jesus fuhr in einem Ford (fort) und später dann mit (einem) Triumph in den Himmel auf. Beides übrigens Witze mit Bart … Vielleicht fuhr Maria auch mit (einem) Triumph (-Motorrad) in denselben auf?
      Zurück zum Thema: Sie unterstellten Herrn Ramscheid beleidigt zu sein. Mehr war bisher nicht. Was mich aber stört, das ist dass Sie zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit mit Ihrem Glaubens-bashing kommen und genau das geht „uns“ (d.h. vielen) hier einfach „auf den Senkel“ … Das weiß ich aus verschiedenen persönlichen Rückmeldungen. Manche hier sind tiefgläubig, manche nur „Mitläufer“, manche vom Glauben abgefallen und/oder gleichgültig ihm gegenüber, aber selten nur gibt es hier so streitbare Agnostiker wie Sie. „Wir hier“ haben – noch – andere „Umgangsformen“ als z.B. in Brüssel, auch dank der hier üblichen Erziehungsanstalten (und nicht nur der katholischen!) und der entsprechenden hiesigen Gesellschaft. Ich selber war auch mal 7 Jahre in Brüssel berufstätig.
      Mir gefällt die argumentative Auseinandersetzung „à la Herr Leonard“ jedenfalls viel besser als die Ihre. Es gibt nämlich nicht nur bei mir – als technisch ausgebildetem Menschen – bestimmte Zweifel an manchen Thesen der Kirche, wie z.B. Schöpfung vs. Evolution, auch die Himmelfahrt und sogar die Auferstehung. Aber was mir wichtig ist, sind die christlichen Werte (bildlich z.B. die 10 Gebote), das christliche Weltbild, und die sich ständig weiter entwickelnden „Gepflogenheiten“ in dieser Gesellschaft. Man könnte sogar sagen „dazu braucht man eigentlich keine Religion, keinen Glauben“ aber der Glauben hat der abendländischen Gesellschaft – nach den Gräueln der Glaubenskriege – m.E. „gut getan“. Diese Werte sollten uns auch erhalten bleiben. Da bleibt für die nicht vergleichbaren Religionen aus dem Orient, wie z.B. dem Islam, noch ein weiter Weg zu gehen…
      P.S.: ich bin kein Religionstheoretiker wie z.B. Herr Leonard (in die entgegengesetzte Richtung), aber gerne christlich humanistischer Werte-Verfechter, nicht zu verwechseln mit der entsprechenden Parteimitgliedschaft!
      Sorry für den langen Beitrag. War mir aber wichtig.

    2. Herr Bosch, sie fühlen sich zwar nicht persönlich beleidigt – da haben sie vielen Gläubigen einiges voraus – aber trotzdem bringen sie als Argument Gepflogenheiten und Umgangsformen an, als ob es keinesfalls zum guten Ton gehöre, sich über Religionen (also nicht über Menschen an sich, sondern ihren Glauben bzw. Aberglauben, also die Ideen, die sie vertreten) lustig zu machen. Hier bestätigen sie leider auch das erwähnte Zitat von Ricky Gervais‘. „Das gehört sich nicht“ ist eben kein Argument.
      Und kann man nicht einfach ein guter und aufrichtiger Mensch sein, ohne dass man den mahnenden Zeigefinger einer Religion fürchten muss?

  6. In einem von N. Schleck zu Freddy Derwahls Nachtgedanken verlinkten Text (Der Theologe) heißt es u.a.: „Der Marienkult ist eine antike Götzenverehrung.“
    Tatsächlich finden sich in zahlreichen heidnischen Religionen und hellenistischen Philosophien Jungfrauengeburten aber auch Himmelfahrten.
    Die monotheistischen Religionen haben zahlreiche ihrer Dogmen aus heidnischen Mysterienvorstellungen einfach übernommen.
    Bei Marias Himmelfahrt verhällt ist es sich sogar so, dass diese in der Bibel gar nicht vorkommt und erst nach dem 5. Jahrhundert dort hineininterpretiert wurde.
    Das Kirchendogma wurde erst 1950 (!) von Papst Pius XII (der Papst, der sich zu keiner Zeit zu den Konzentrationslagern und der Judenvernichtung geäußert hat) feierlich verkündet.
    Sind diese Äußerungen auch eine Beleidigung der Gläubigen ?
    Religionen im Allgemeinen und kirchliche Dogmen im Besonderen könnten im Umkehrschluss auch eine Beleidigung der Intelligenz des Menschen darstellen.

    (PS. Interessante und „beleidigende“ Literatur zum Thema:
    Der Jesuswahn – Heinz-Werner Kubitza (Theologe)
    Der gefälschte Glaube – Karlheinz Deschner (Theologe)
    Der Herr ist kein Hirte – Christopher Hitchens (Autor-Journalist)
    Der Gotteswahn – Richard Dawkins (Evolutionsbiologe))

  7. Joseph Ramscheid,Dieter Leonard,Frank Bosch,
    liebe Leute, indem ihr auf diesen ausgesprochenen Schwachsinn des Herrn Hezel so wie oben reagiert, hat dieser arme Mensch doch genau das erreicht, was er mit seinen ständigen Provokationen erreichen will: ein bisschen Aufmerksamkeit von Mitmenschen.
    Habt Mitleid mit ihm und lasst ihn schreiben, was er will . . . , das ist wahrscheinlich das Einzige, was ihm in seiner Einsamkeit und Verbitterung noch geblieben ist !

    1. Herr Hübner, wenn sie sich so sehr über meine Witzeleien aufregen, bestätigt das eigentlich nur, was in dem obigen Zitat von Ricky Gervais steht.

    2. Wer einen „armen“ Menschen, den er nicht kennt, Schwachsinn, Einsamkeit und Verbitterung unterstellt, hat mit christlichen Werten wie Nächstenliebe und Barmherzigkeit wohl auch nicht viel am Hut.
      Meinen Schwachsinn haben sie offensichtlich nicht gelesen, würden sie ihn sonst wohl als Teufelszeug qualifizieren.

  8. Man kann nur mit Leuten ernsthaft diskutieren, die imstande sind, ihren Mitmenschen Empathie entgegen zu bringen. Mit radikalen Positionen ist keinem gedient; was aus solchem Gedankengut entsteht, haben wir gestern Abend in Barcelona erneut erlebt. Auch wenn ich nicht mit den Auffassungen anderer einverstanden bin, ziehe ich ihre Meinung nicht ins Lächerliche.

  9. Was bitte Herr Ramscheid hat es mit Empathiefähigkeit zu tun, die Dogmen der Kirche infrage zu stellen? Und was ist an einer atheisischen Position radikal, Religionen abzulehnen?
    Das, was wir gestern in Barcelona und in den letzten Monaten in Brüssel, Berlin, Nizza, Paris, … gesehen haben, entsteht nicht aus atheistischem Radikalismus sondern vor allem auch aus religiösem Fanatismus und religiöser Verblendung.
    (Auch die katholische Kirche kann aus einem reichen geschichtlichen Erfahrensschatz diesbezüglich berichten.)
    Selbstverständlich haben all diese Attentate auch etwas mit der Religion, dem Islam zu tun. Nur wenn „der Islam“ sich seiner Verantwortung stellt und bereit ist, die Inhalte seiner Lehre und die Hintergründe einer radikalisierenden Theologie wie dem Salafismus, kritisch zu hinterfragen, wird diese Religion dem Mief des Mittelalters entfliehen können.
    Besser wäre es jedoch m.E. die Menschen würden Jungfrauengeburten, Himmelfahrten oder den Glauben an welche Propheten auch immer, einer aufgeklärten Sichtweise Platz machen.
    Vielleicht bedarf es ja generell einer neuen Aufklärung (nicht allein für den Islam), um Götzenbilder mit zeitgemäßen Motiven zu übermalen.
    Wer anderen Schwachsinn, mangelnde Empathiefähigkeit oder Radikalisierung vorwirft, hat an einer diesbezüglichen Diskussion offensichtlich wenig Interesse. Ich konnte bisher keinen Diskussionsbeitrag erkennen.

  10. Kommentar Alexander Hezel 16. August 2017 um 13:11
    Da wollte jemand einen “ Witz “ machen, der aber anscheinend bei den Wenigsten ankommt.
    Kann es sein, das nicht JEDES Thema zum Witzemachen geeignet ist ??
    Hat “ Witzereisser “ Hezel den Begriff Pietät schon mal gehört ?
    . . . und jetzt bitte nicht wieder mit dem Pauschalargument der freien Meinungsäußerung daherkommen . . .
    Manchmal ist Klappehalten einfach besser .

    1. Und was hat eine, nennen wir es einfach, ironische Bemerkung über ein wahrlich unglaubwürdiges, ja lächerliches Kirchendogma (Maria Himmelfahrt) mit Pietät zu tun?

      Gläubige, die sich von ihrer Kirche bzw. ihren fragwürdigen Vertretern (Pius XII) mit unhaltbaren Dogmen indoktrinieren lassen, müssen in aufgeklärten Zeiten mit Kritik oder gar Spott an ebendiese Dogmen leben.
      „Klappehalten“ mag aus Sicht von sich beleidigt gefühlten Gläubigen die angemessene „pietätvolle“ Verhaltensweise sein. Nicht hinhören und nicht lesen, was man nicht hören und nicht lesen will, wäre die Alternative.

      In vielen Staaten mit Staatsreligion ist Blasphemie eine Straftat, die mit dem Tode bestraft wird. Bei uns steht dem Grundrecht auf freie Religionsausübung glücklicherweise das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung gegenüber.
      Pietät, Respekt und Ehrfurcht gilt m.E. im Zusammenhang mit Verstorbenen. Religionen müssen sich – 300 Jahre nach dem Zeitalter der Aufklärung – eine aufgeklärte Kritik gefallen lassen. Von Ironie ganz zu schweigen.

      „Religionen stehen im Widerspruch zu allem, was ich verehre: Mut, Ehrlichkeit, klares Denken und vor allem Liebe zur Wahrheit.“
      (Henry Louis Mencken, am. Schriftsteller, 1880-1956)

    2. Herr Niklas, auch sie belegen durch ihren Kommentar das Zitat von Ricky Gervais. Nach ihrer Ansicht darf man sich über Aberglauben tatsächlich nicht lustig machen. Ich dachte eigentlich, Religionspolizeien gäbe es nur im Nahen Osten.

  11. Mit dem bei A. Hezel wiederholt genutzten Terminus „Aberglaube(n)“ für das Ereignis der Himmelfahrt Mariens verrückt er dieses eindeutig in das Reich der Unvernunft und Unwissenschaftlichkeit, in welches er ferner – was zumindest hier stark angenommen werden kann – den ganzen theologischen Bereich mithineinwirft. Dass A. Hezel mit seinem Vorstoß dabei selbst den Pfad der Wissenschaftlichkeit verlässt, scheint ihm entweder nicht aufzufallen bzw. ist ihm gleichgültig, da er seinen mit Eifer geführten Krieg gegen die Religion mit allen Mitteln für legitimiert hält und dabei selbst bereit ist die ansonsten von ihm so hochgehaltene wissenschaftliche Korrektheit dem Zwecke seiner Mission zu unterstellen. Zwar ist die Existenz eines Gottes im strikt wissenschaftlichen Sinne nicht belegt, jedoch konnte sie bis heute demselben Sinne nach auch nicht widerlegt werden. Somit kann der menschlichen Erkenntnis zufolge letztlich sowohl die Annahme als auch die Verwerfung Gottes der Möglichkeit nach aufrechterhalten werden, wobei aber die Vertretung nur einer einzigen Position – ob nun das Glaubens- oder das atheistische Bekenntnis vertreten wird – immer nur eine Entscheidung darstellt, die nicht im wissenschaftlichen Bereich liegen kann. Auf die an J. Ramscheid adressierte und im Ton der Unverständlichkeit gestellte Rückfrage von D. Leonard die Radikalität atheistischer Positionen betreffend muss auf rein wissenschaftlicher Grundlage wie folgt entgegnet werden: Radikal ist sowohl die Position des Glaubens als auch die des Atheismus. Wer ein ernsthaftes Interesse an der Wahrheitsfindung hat, kann sich meines Erachtens nur dem Dialog beider Seiten gegenüber verpflichten. Leider lässt der repetierend vorgetragene atheistische Standpunkt Herr Hezels nur zu eindeutig erkennen, dass er sich einem der menschlichen Erkenntnisfähigkeit angemessenen Dialog verweigern würde – und dies nicht weil er Atheist ist, sondern weil er seine Position dazu nutzt, die andere mögliche Seite völlig unbegründet (im wissenschaftlichen Sinne) zu verachten. Mit dem von Dechant C. Theiss bemühten Bild mit der noch soeben bekommenen Kurve verbinde ich die Hoffnung auf unser aller Einsicht, der Notwendigkeit einer kontroversen Auseinandersetzung letztlich doch noch zuzustimmen: Gemeinsamer Begegnungsraum unseres paganen, religiösen und wissenschaftlichen Reichtums, gemeinsame Denk-Werkstatt für unser aller Erfahr- und Erlebbarkeit, in der wir alle hoffentlich ausgestattet mit dem nötigen Weitblick (C. Theiss) agieren, um unsere (Wahrheits-)Suche nach dem jedem einzelnen und uns allen zusammen maximal wie optimal zuträglichstem Mischverhältnis an mittel- und unmittelbaren (Erkenntnis-)Zugängen zu orientieren und zum Gelingen zu bringen. Wie sonst können wir in den aktuell uns betreffenden gesellschaftlichen Herausforderungen bestehen? Als gläubiger Mensch möchte ich auf die christlichen Zeugnisse dabei nicht verzichten.

    1. Herr Lux, ihre Mariä Himmelfahrt ist kein „Ereignis“, sondern eine Erfindung der christlichen Folklore. Ferner kann jede Behauptung („es gibt einen Gott“), die ohne Beleg vorgebracht wird, auch genauso gut ohne Beleg widersprochen werden. Die Beweuslast

    2. Wenn sie an „Wahrheitsfindung, Dialog und einer kontroversen Auseinandersetzung“ interessiert sind, wäre es hilfreicher (statt auf meine „im Ton der Unverständlichkeit“ gestellten) auf die konkreten Bemerkungen zum Gegenstand dieser „Debatte“, nämlich Maria Himmelfahrt einzugehen. Oder ist ihnen dies unangenehm?
      Offensichtlich möchte keiner der „entrüsteten“ Kommentatoren dazu einen Diskussionsbeitrag liefern.
      Lässt der Wahrheitsanspruch und die Unfehlbarkeit des 1950 von Pius XII verkündeten Dogmas (Maria Himmelfahrt) vielleicht gar keinen Dialog und keine kontroverse Auseinandersetzung hierüber zu ?
      Mit Drumherumgerede lässt sich so mancher Fisch auch ertränken Herr Lux.

  12. Es liegt an den Gläubigen, den Beweis dafür zu erbringen, was sie behaupten, ansonsten ist die Existenz eines Gottes genau so glaubwürdig wie die von Kobolden, Feen und fliegenden Einhörnern.
    Und zufälligerweise ist auch immer genau der Gott, der jemandem in seinem Kulturkreis aufgedrückt wird, der einzig wahre: wenn sie in Indien leben würden, würden sie an Lakshmi glauben, in Saudi-Arabien an Allah, in Afrika an Nana Buruku, im antiken Griechenland an Zeus, usw.
    Sie glauben an einen von Hunderten Göttern und in Bezug auf die anderen sind sie „nicht-gläubig“. Ich bin eben nicht-gläubig in Bezug auf alle. Wenn „Nicht-Glaube“ also eine „radikale Position“ sein soll, dann sind sie genauso „radikal“ wie ich.
    Ich habe nichts dagegen, dass jemand imaginäre Freunde hat, allerdings ist das eher ein Verhalten, dass man bei Kindern vermuten würde.

  13. Herr Leonard, ich bin etwas erstaunt, dass gerade Sie eine Verengung der Diskussion auf das Ereignis Mariä Himmelfahrt empfehlen, haben Sie selbst doch mittels Ihrer Erstintervention zum Thema das Perspektivschema stark erweitert und die Religion(en) im Allgemeinen mit ins Boot genommen. Ihr Rückpfiff nun auf das eigentliche Thema zurückzukommen erscheint daher wie der Versuch mittels Fokussierung auf ein möglicherweise völlig zu Recht kritische Äußerungen heraufbeschwörendes Einzelereignis (Mariä Himmelfahrt) induktiv den Weg zu bereiten, alles Religiöse zu diskreditieren. Aus welchem Grund sollten Sie denn sonst Ihre famose Literaturliste hier bereitstellen? Da Sie bereits selbst dem von A. Hezel im Zusammenhang mit der Aufnahme Mariens hier eingebrachten Aspekt der Lächerlichkeit zugestimmt haben und darüber hinaus die Religionen im Allgemeinen noch als mögliche Beleidigung menschlicher Intelligenz betrachten, reicht mir völlig aus zu ahnen wo Sie stehen. Wie bei A. Hezel ist es nicht Ihr Stand als Atheist, den ich problematisch finde, sondern Ihr Hang zu einer (radikalen) Einseitigkeit in der Welt- und Lebensbetrachtung. Sie sind überzeugt darin, dass einzig der Ratio(nalität) die Qualität zugesprochen werden kann und darf, Quelle unserer Intelligibilität sein zu können. Die Tatsache, dass christliche Theologien der Ratio(nalität) nicht ausschließlich diesen Part überlassen, sondern an der unsere Erkenntnis übersteigenden (möglicherweise daher auch irrationalen) göttlichen Offenbarung festhalten, macht Ihnen schwer zu schaffen… Die Verdammnis eines Menschen scheint mir in unserem Kontext (darüber hinaus auch im Allgemeinen) nun in der Selbstauferlegung des Konfliktes zu liegen, sich stets für einen (von mindestens zwei) Polen entscheiden zu wollen. Die Überwindung dieses Dilemmas geschieht meines Erachtens aber aus der Einsicht heraus, dass die Ausgangspole (hier Ratio und Offenbarung) letztlich aber soziologisch (wie auch aus den Reaktionen der Kommentarschreiber ableitbar) bestehen bleiben. Die Aussöhnung (mit sich selbst aber auch mit den anderen) vermute ich in einem Zwischenraum der Nicht-Eindeutigkeit, den die Pole notwendigerweise bilden (müssen). Zusammengefasst stehen in diesem für mich weder der reine Dogmatiker noch der kompromisslose Atheist und Materialist. Persönlich sehe ich den hier beschriebenen Raum als einen gemeinsamen religiösen und atheistischen Raum einer neuen Generation. Diese lehnt es entschieden ab, ihr Tun aus einer Empfindung der Feindschaft dem anderen Lager gegenüber heraus zu bestimmen. Diese Generation lernt um die Dinge „herumzukreisen“ und bleibt unablässig an Versöhnung interessiert. Sie hält sich hoffentlich für bescheiden genug eine Sicht zu bewahren, die den Menschen unaufhörlich weiterfragen lässt und sich weigert letzte Positionen zu verankern: eine Welt ohne Dogmen und eine Welt ohne (militante) Ablehnung des Gottgedankens; eine Welt mit ernstem Blick auf das, was auf ihr wirklich passiert ohne die sie innewohnende Kraft des Imaginären dabei zu leugnen. Die Theologie des belgischen Theologen und katholischen Priesters Adolphe Gesché (1928-2003) erscheint mir hier hilfreich…und als literarischen Paten betrachte ich u.a. Reiner Maria Rilke (1875-1926).

    1. Wo ist in ihrer Stellungnahme jetzt genau ihr Diskussionsbeitrag zu Maria Himmelfahrt versteckt Herr Lux?
      Im „Ton der Unverständlichkeit“ und in ihrem „Herumkreisen“ lässt er sich nicht mehr identifizieren. Geht es vielleicht auch etwas konkreter ? Sie lehnen es entschieden ab, ihr Tun aus einer Empfindung der Feindschaft dem anderen Lager gegenüber heraus zu bestimmen? Wirklich ? Lesen sie ihren Kommentar doch noch einmal durch.
      Nichts als leere Worthülsen.

  14. Herr Leonard, Sie sollten sich merken, dass nicht alles, was Sie nicht verstehen, gleich inhaltslos und leer sein muss. Mir scheint fast so, dass Ihr Speichervermögen keinen Platz mehr hat neue Dinge aufzunehmen. So können Sie auch unmöglich altes Ihrerseits (leider vorschnell?) aussortiertes religiöses Gut neu bewerten. Ihren Vorschlag „Götzenbilder mit zeitgemäßen Motiven zu übermalen“ erinnerte mich an Jesu Gleichnis neuen Wein in neue Schläuche zu füllen. Dieser Vorschlag hat durchaus etwas Optimistisches. Meine Hoffnung hat sich hier aber vorerst zerschlagen, dass Sie dieser Aufgabe auch nur annähernd gerecht werden könnten. Bei all Ihren Versuchen gäbe es dann – wenn es Ihnen nur irgendwie möglich wäre – keine einzige kirchliche oder religiöse Lehrmeinung mehr, auch kein diesbezügliches Gedankengut (Schläuche) mehr, womit sich der Versuch auch erübrigt hätte dieses mit neuen Impulsen (Wein) zukunftsorientiert auszurichten. Nein, Sie würden schlichtweg alles Religiöse verbannen, und da frage ich mich ernsthaft, wo Ihr Interesse an Mariä Himmelfahrt liegt, wenn Sie mir wiederholt vorwerfen mich hier zum Fest und Dogma nicht geäußert zu haben. Ohne Rücksicht verwerfen Sie Dinge, die Millionen von Menschen etwas bedeuten; ohne Rücksicht versuchen Sie unablässig Dinge zu entleeren, die Millionen Menschen als von Gott kommend gelehrt wurden und die vielen von ihnen Halt und Kraft im Leben gaben und/oder noch (weiterhin) geben (werden); ohne Rücksicht treten Sie auf der Hoffnung von Millionen Menschen herum, die mit der Aufnahme Mariens in den Himmel ihre eigene Aufnahme in denselben antizipieren. All das führen Sie nicht nur ohne Rücksicht aus, nein auch ohne jedwedes Recht und jedweder Berechtigung. Kurz: Sie sind ein Täter gegen die guten Sitten, weil Sie auch dann weitermachen würden, nachdem Sie bereits höflich aufgefordert wurden die Sicht anderer Menschen einfach zu akzeptieren. Da passt es auch, dass Sie Ihresgleichen (A. Hezel) gerne verteidigen. Und dennoch empfinde ich keine Genugtuung dabei zu wissen, dass Sie in Ihrem Leben noch viel an dem auf Erden so mannigfaltig und wohl noch ewig „herumgeisterndem religiösen Unsinn“ zu leiden haben werden. Ich wünsche Ihnen einfach die Erfahrung von Glückseligkeit. Vielleicht erahnen Sie dann ein wenig was „Mariä Himmelfahrt“ ist.

    1. Herr Lux, sie haben den entscheidenden Unterschied zwischen Gläubigen und Nicht-Gläubigen angeführt: Wir Nicht-Gläubige sehen das, was wir nicht verstehen keineswegs als inhaltslos an, wir versuchen vielmehr, es zu verstehen und so durch rationelles Denken und emprische Überprüfung und Gegenprüfung den Inhalt zu ergründen, während Gläubige einfach sagen „alles was ich nicht verstehe (und teilweise sogar auch das, was ich schon verstehe) ist Gott“. Das ist zu einfach, gehaltlos und intellektuell gesehen ein Zeugnis von Faulheit. Denn genausogut könnte man sagen: Alles, was ich nicht verstehe ist mein Nachbar Hansi. Dem würden sie sicherlich nicht die Entstehung des Universums zuschreiben, oder?

    2. Wenn sie mich als Täter gegen die guten Sitten bezeichnen (von anderen diffamierenden Unterstellungen ganz zu schweigen) möchte ich erst gar nicht wissen, was sie sonst an ihrer virtuellen biblisch-holistischen Philosophenschule ihren (virtuellen?) Studenden beibringen.
      Holistsch klingt das, was sie hier absondern nicht gerade.
      Vielleicht verwechseln sie auch einfach nur ein öffentliches Forum einer Tageszeitung mit ihrer virtuellen Glaubensschule.
      Ich zähle mich gerne – im Gegensatz zu ihnen – zu den nur begrenzt aufnahmefähigen Menschen.
      Wer allerdings nur im Virtuell-Mystischen verhaftet ist, und sich nicht um Rationalität bemüht, mag glückselig sein, des Pudels Kern erkennt er dadurch nicht.

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