Montzener Drehscheibe steht vorerst unter Schutz

Eisenbahnerbe

Die historische Drehscheibe wurde unter den vorläufigen Schutz der wallonischen Region gestellt. | Foto: privat

Noch am vergangenen Freitag berichtete das GrenzEcho über eine Petition zum Erhalt der historischen Drehscheibe am Montzener Bahnhof.

Diese hat ihr Ziel erreicht: Um dem Verkauf seitens der SNCB vorzubeugen, wurde das Objekt von Regionalminister René Collin (CDH) nun vorerst unter Schutz gestellt.

Eine solche Prozedur ist möglich, wenn das betreffende Objekt unmittelbar gefährdet ist. Es wird dann für einen Zeitraum von zwölf Monaten unter Schutz gestellt. Die besondere Dringlichkeit war gegeben, da die belgische Eisenbahngesellschaft SNCB als Eigentümer das Objekt an den Meistbietenden versteigern wollte. Aller Voraussicht nach wäre die Drehscheibe nach dem Verkauf abgebaut, abtransportiert und verschrottet worden.

Vorerst also ist der Erhalt der Drehscheibe gesichert. Ihr Durchmesser beträgt 24 Meter, sie wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs installiert und ist die letzte ihrer Art in der Wallonie.

Zu der jetzigen Entwicklung maßgeblich beigetragen hat eine zu Beginn Dezember lancierte Online-Petition, die von dem Journalisten Louis Maraite und dem Filmemacher Bouli Lanners initiiert wurde. Lanners hatte vor Ort verschiedene Szenen seines Erfolgsfilms „Les premiers, les derniers“ gedreht. Die Petition wurde von 2.000 Personen, darunter etwa 600 aus der Gemeinde Bleyberg, unterzeichnet.

Zweckbestimmung kann innerhalb der Frist erarbeitet werden.

Innerhalb der zwölfmonatigen Frist nun können die SNCB, die Gemeinde Bleyberg und weitere Akteure eine konkrete Zweckbestimmung für das Gelände erarbeiten. Die Vereinigung CF3F („Chemins de Fer des 3 frontières“ – Eisenbahnverein der drei Grenzen) möchte dort ein touristisches Areal einrichten. Ein erstes Arbeitstreffen der Beteiligten findet im Februar 2018 statt.

„Wir werden die Machbarkeit vor Ort prüfen und uns an der Evaluierung des Ministers, die für Juni 2018 vorgesehen ist, orientieren“, so Louis Maraite.

Am Mittwoch hat sich die Föderalabgeordnete Kattrin Jadin (PFF) per Pressemitteilung zum Thema geäußert. Sie hatte sich bei Mobilitätsminister François Bellot (MR) über die plötzliche Dringlichkeit in dieser Angelegenheit informiert. Der Minister erklärte auf ihre Frage hin, „dass Infrabel das Gelände im Jahre 2014 an die SNCB abgetreten und Letztere somit auch die Verpflichtungen erhalten hat, das Gebiet entsprechend zu sanieren. Laut der SNCB befinden sich unter der Drehscheibe umweltschädliche Stoffe, die entfernt werden müssen.“

Kattrin Jadin: „Die Drehscheibe muss zwar für die Sanierung entfernt werden, nichts spricht jedoch gegen den Erhalt des historischen Guts in Hombourg. (…)“ (belga/bmx)

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