Missbrauch: Kirche will vorbeugen statt vertuschen

323 Meldungen von Opfern während zwei Jahren

Foto: dpa

Jahrzehntelang hatte die katholische Kirche in Belgien die Fälle von sexuellem Missbrauch durch Kleriker unter den Teppich gekehrt. Heute fährt sie einen anderen Kurs, und der führt über die Schienen Transparenz und Vorbeugung.

Im Zuge der Missbrauchsvorwürfe gegen den Brügger Bischof Roger Vangheluwe im Jahr 2010 richtete die katholische Kirche in den Bistümern Kontaktstellen für Opfer von sexuellem Missbrauch durch Geistliche ein. In zwei Jahren gingen 323 Meldungen ein, wie aus dem Jahresbericht der Kommission für den Schutz von Kindern und Jugendlichen zu entnehmen ist. Die meisten Taten ereigneten sich in den 50er, 60er und 70er Jahren. Jedes vierte Opfer war jünger als zehn Jahre.

Den Opfern, die sich melden, geht es weniger um eine finanzielle Entschädigung, vielmehr suchen sie ein offenes Ohr, eine Vermittlung oder ein Gespräch in Form einer Anerkennung. 125 Personen wurde eine finanzielle Kompensation ausbezahlt – meist zwischen 2.500 und 10.000 Euro.

Die Kirche hat aus den Gesprächen mit den Opfern und Tätern gelernt und schlägt einen neuen Kurs ein. Es reiche nicht, die alten Taten anzuerkennen. Solche Verbrechen müssen in Zukunft unter allen Umständen verhindert werden, heißt es. Der Weg führe über die Ausbildung und persönliche Entfaltung der Geistlichen.

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