Marvin Palm ist der Tippspiel-König: „Ich habe geweint vor Glück“

GE-Tippspiel

So sieht ein Gewinner aus: Marvin Palm (Bildmitte) feiert mit Freunden und Familie seinen Erfolg beim WM-Tippspiel. | Foto: privat

Marvin Palm aus Dürler hat beim GrenzEcho-Tippspiel den Hauptgewinn abgestaubt: einen nigelnagelneuen Hyundai Kona im Wert von rund 22.500 Euro. Dabei hat der 25-Jährige seit Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft nichts dem Zufall überlassen: „Ich habe konsequent 2:1 getippt“, verrät er seine Erfolgsstrategie. Am Ende war das Rennen um Platz eins dennoch denkbar knapp.

Von Annick Meys

Marvin Palm kann sein Glück am Morgen nach dem fulminanten WM-Finale in Russland kaum fassen: „Ich habe noch nie etwas gewonnen, höchstens mal einen Präsentkorb. Es ist so unglaublich. Einfach unvorstellbar“, freut sich der 25-Jährige, der aus Bütgenbach stammt, inzwischen aber in Dürler lebt. Seine letzte Nacht war kurz: „Wir haben tüchtig gefeiert“, erzählt er. Allerdings weniger den 4:2-Sieg Frankreichs über Kroatien – Marvin Palm ist, wie es sich für einen stolzen Belgier gehört, Fan der Roten Teufel –, sondern seinen eigenen Sieg beim GrenzEcho-Tippspiel. Der Hauptpreis, ein Hyundai Kona im Wert von 22.500 Euro aus dem Autohaus Johnen Automobile in Eupen, gehört nun ihm.

Dabei mischte Marvin Palm beim beliebten GrenzEcho-Tippspiel nicht von Beginn an auf den vorderen Plätzen mit. „Ich habe mich nach oben gekämpft“, lacht er. Während die Halbfinal-Niederlage der Roten Teufel gegen Frankreich Belgiens Titel-Träume hat platzen lassen, bescherte sie Marvin Palm einen Platz unter den 100 besten Tippern. „Ich hatte darauf gesetzt, dass Belgien im Halbfinale scheitert. Das hat mir, auch wenn es bitter war, fünf zusätzliche Punkte eingebracht“, sagt er. Fortan ging es für Marvin Palm immer weiter bergauf: Die zweite Halbfinal-Begegnung zwischen Kroatien und England habe schließlich den Durchbruch gebracht: „Mein Glück war“, so der junge Mann, „dass ich mit 2:1 genau richtig getippt und dann auch noch meinen Joker eingesetzt habe. Das hat mich mit einem Mal vom 74. auf den achten Platz katapultiert.“ Ausgezahlt hat sich für den 25-Jährigen wohl vor allem seine konsequente Tippstrategie: „Ich habe mal im Radio gehört, dass ein 2:1-Spielergebnis, bzw. eine Tordifferenz von einem Treffer statistisch gesehen am häufigsten vorkommt. Also habe ich immer 2:1 bzw. 1:2 getippt und das bis zum Ende eiskalt durchgezogen“, erzählt er. Welcher Mannschaft er jeweils den Sieg zuschrieb, habe er „nach seinem Bauchgefühl“ entschieden.

Marvin Palm hat in jedem Spiel mit 2:1 auf den Favoriten getippt und damit oft richtig gelegen.

Insgesamt lag Marvin Palm mit seinem Standard-Tipp elfmal goldrichtig. Während der gesamten Fußball-WM hat er sage und schreibe 186 Punkte gesammelt. Allerdings war Palm nicht der Einzige mit einem derart guten Bauchgefühl. Gleich viele Punkte erzielte auch Edgard Brülls aus Eupen. Und nun? „In diesem Fall war die Anzahl exakt getippter Begegnungen ausschlaggebend“, erklärt GrenzEcho-Mitarbeiter Jérôme Wetzels, der das Tippspiel betreut. Doch auch hier: Gleichstand. In nächster Instanz kam es auf die Zahl der korrekten Tordifferenzen an. „Marvin Palm lag diesbezüglich 15 Mal richtig, Edgard Brülls nur 14 Mal. Es war also richtig knapp“ so Wetzels.

All das konnte Marvin Palm natürlich nicht ahnen. Das WM-Finale sei für ihn eine einzige Nerven-Zerreißprobe gewesen, erzählt er: „Ich war vor dem Spiel auf Platz acht und hatte sieben Punkte Rückstand auf den Erstplatzierten. Ich hatte meinen Weltmeistertipp auf Frankreich gesetzt und habe mir ausgerechnet, dass ich noch gewinnen kann, wenn Frankreich tatsächlich den Titel holt.“ Auch bei der Bonusfrage bezüglich der Gesamtzahl der WM-Tore sollte er mit seinem Tipp 181-200 schlussendlich recht behalten (in 64 Begegnungen fielen, inklusive Elfmeterschießen, 185 Tore, A.d.R.), was ihm auf der Endgeraden zusätzliche Punkte einbrachte.

Stolzer Gewinner: „Ich bin der Beste unter mehr als 10.000 Tippern.“

Wirklich genossen habe er das WM-Finale, das er sich gemeinsam mit Freunden und Familie Zuhause angesehen hat, aber nicht: „Ich habe nach jedem Tor die Tippspiel-Rangliste auf meinem Handy aktualisiert. Nach Schlusspfiff hatte die Seite einen kleinen Hänger, wahrscheinlich wollte jeder wissen, wie er abgeschnitten hat“, vermutet Palm. „Als ich realisiert habe, dass ich gewonnen habe – ich habe geweint vor Glück.“ Über das Auto freue er sich riesig. Seinen VW Golf wird er nun „sehr wahrscheinlich verkaufen“. Aber was ihn noch viel stolzer macht: „Ich bin der Beste unter mehr als 10.000 Tippern. Das muss man sich mal vorstellen.“

Am Ende hat Marvin Palm seinen Tippspiel-Sieg wohl auch den Franzosen zu verdanken, die er von Anfang an als „starke Mannschaft“ eingestuft hat. Zum Fan der Equipe Tricolor wird er nun trotzdem nicht: „Ich bleibe den Roten Teufeln treu“, verspricht er. Die belgische Nationalmannschaft habe seiner Meinung nach „einen starken Auftritt“ gezeigt. „Neben Kroatien haben wir den besten Fußball geboten. Wir hätten Weltmeister werden können. Leider hat es nicht geklappt.“ Oder zum Glück für Marvin Palm, denn sonst würde sich jetzt wahrscheinlich ein anderer über den Hauptgewinn freuen.

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