Linguist Manfred Peters befasst sich in einer neuen Publikation mit der Rolle der Religionen

Literatur

Auf dem Foto erkennt man Manfred Peters bei einer Laudatio im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft. | Foto: GE-Archiv

Im Anschluss an ein internationales Kolloquium zu dieser Thematik hat der aus Nieder-Emmels stammende Hochschullehrer Prof. Dr. Manfred Peters einen Sammelband herausgegeben, der ein breites Publikum ansprechen soll. „Die Religionen: Nährboden von Gewalt oder Quelle des Friedens?“, so die Übersetzung des Titels der neuen Publikation, die auf Französisch erschienen ist.

Das Verhältnis zwischen Religion und Gewalt interessiert sowohl die Gläubigen als die Agnostiker und Atheisten. Die Zunahme des Fundamentalismus (nicht nur im Islam) beunruhigt die Bürger. Es hat in der jüngsten Vergangenheit unzählige Debatten und Veröffentlichungen dazu gegeben, sowohl in Europa als weltweit. Im einleitenden Kapitel erklärt der wissenschaftliche Herausgeber die Entstehung des Buches und den Kontakt, den er persönlich auf zwölf Stationen seines Lebens mit dem religiösen Phänomen hatte: Nieder-Emmels, Jerusalem, Ahmedabad, Münster, London, Peking, Beirut, Fez, Ottawa, Moskau, Bukavu und Buenos Aires. Der Text über Nieder-Emmels, der übrigens im Vorfeld von Altbischof Aloys Jousten begutachtet worden war, spricht Aspekte der damals oft als unterdrückerisch empfundenen katholischen Kirche an.

Es folgen zehn Beiträge von international bekannten Persönlichkeiten, die unterschiedliche Fachrichtungen und Weltanschauungen vertreten: Rachid Benzine, Édouard Delruelle, Marie d’Udekem-Gevers, Guido Dierickx, Gérard Haddad, Virginie Larousse, Roland Lutz, Anne Morelli, Attiya Radouane und Jacques Scheuer. Manfred Peters ist emeritierter Ordinarius für allgemeine und deutsche Sprachwissenschaft an der Universität Namur, deren Philosophische Fakultät er zehn Jahre als Dekan geleitet hat. Er hat mehr als hundert Bücher und wissenschaftliche Beiträge in unterschiedlichen Sprachen veröffentlicht.

Als Präsident der Friedensuniversität hat er außerdem mehrere Friedensnobelpreisträger persönlich kennengelernt, unter anderem Dominique Pire, Don Helder Camara, Adolpho Perez Esquivel und den Dalaï Lama. Seine langjährige Freundschaft mit dem Physiker und Nobelpreisträger Alfred Kaster hat ihm den Blick geöffnet für eine holistische Betrachtung der Wirklichkeit. (red)

Manfred Peters (Hrsg.): Les religions: terreau de violence ou source de paix? Namur, Presses Universitaires de Namur, 2018, ISBN 978287037 7956, Preis: 15 Euro

  1. Leider gibt der Artikel keine Auskunft darüber, ob Prof. Dr. Peters in seinem Buch zu einem Fazit gelangt und ob er eine Position zu der Frage einnimmt, ob Religionen Nährboden für Gewalt oder Quelle des Friedens sind?
    Wenn von einem „holistischen Blick auf die Wirklichkeit“ die Rede ist, kann die Antwort auf beide Fragen unbefriedigenderweise eigentlich nur „Ja“ heißen, oder ?
    Viel interessanter wäre dann die Frage, wie wirklich die Wirklichkeit der Religionen eigentlich ist.

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