Rückruf bei Greenyard: Gefährliche Bakterien in Tiefkühlgemüse

Gesundheit

Bereits Ende letzter Woche hatte Greenyard Frozen Belgium das Produkt „Freshona Gemüsemix“ zurückgerufen. Illustrationsbild: dpa

In den vergangenen drei Jahren hat es in mehreren europäischen Ländern insgesamt neun Todesfälle gegeben, die auf Listerien-Bakterien zurückzuführen sind. Diese Bakterien wurden jetzt auch in der ungarischen Produktionsstätte des belgischen Tiefkühl-Gemüseherstellers Greenyard entdeckt.

Bereits Ende letzter Woche hatte Greenyard Frozen Belgium das Produkt „Freshona Gemüsemix“ (u.a. bei Lidl erhältlich) aufgrund einer möglichen Kontamination mit „Listeria monocytogenes“ zurückgerufen. Diese können Auslöser von schweren Magen- und Darmerkrankungen (Listeriose) und von Symptomen ähnlich eines grippalen Infektes sein. Bei bestimmten Personengruppen (Schwangeren, kleineren Kindern, älteren Menschen und Immungeschwächten) können sehr ernste Krankheitsverläufe auftreten.

Ob es einen Zusammenhang zwischen den bekannten Todesfällen und verseuchten Greenyard-Produkten gibt, muss noch geklärt werden. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) teilte jedenfalls mit, dass es sich bei den jetzt entdeckten Listerien-Bakterien um den selben Stamm handelt, wie der in dem ungarischen Werk.

Die Behörde hatte übrigens schon einige Tage vor der Rückrufaktion des Tiefkühlgemüses über Sterbefälle durch Listeriose informiert. Erst an diesem Freitag brachte die flämische Wirtschaftszeitung „De Tijd“ die aktuelle Rückrufaktion mit den Todesfällen in Verbindung. Schon nach den ersten Berichten über den Rückruf war der Aktienkurs von Greenyard an der Brüsseler Börse um 9,5 Prozentpunkte gefallen. Die Produktion in dem ungarischen Werk wurde eingestellt. Diese Niederlassung verzeichnet einen Jahresumsatz von 24 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz von Greenyard betrug im vergangenen Jahr 4,2 Milliarden Euro.

Wie erst jetzt bekannt wurde, hat es neben den neun Todesopfern auch 38 Krankheitsfälle gegeben. An Listerien-Bakterien starben Menschen in Österreich, Dänemark, Finnland, Schweden und Großbritannien.

Angaben der EFSA zufolge wird derzeit untersucht, woher die Bakterien in dem ungarischen Werk stammen.

Angaben der EFSA zufolge wird derzeit untersucht, woher die Bakterien in dem ungarischen Werk stammen. Sobald dazu verbindliche Angaben vorliegen, sollen auch andere Greenyard-Fabriken überprüft werden. Weiter heißt es seitens EFSA, dass die Gefahr für die Bevölkerung dank des Produkterückrufs minimiert worden sei. Dennoch sei weiterhin Vorsicht geboten. Aufgrund der langen Inkubationszeit, die bis zu 70 Tage dauern kann, könnten noch neue Krankheitsfälle auftreten. Außerdem hätten Tiefkühlprodukte eine lange Haltbarkeitsdauer, was die Gefahr erhöhe, dass noch verseuchte Gemüsepakete in Tiefkühltruhen lagerten. (um/belga)

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