Neun nukleare Störfälle 2017 in Belgien

Atomenergie

Die Kernkraftanlage von Tihange. Illustration: Reporters

Im vergangenen Jahr haben sich in Belgien neun nukleare Zwischenfälle ereignet, wie aus den neuesten Statistiken der föderalen Agentur für Nuklearkontrolle (Fank) hervorgeht.

Das ist ein ansehnlicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, als 15 Ereignisse, allesamt der Stufe 1 (Störung, Abweichung vom normalen Betrieb der Anlage), vermeldet wurden. Von den neun Zwischenfällen des vergangenen Jahres wurde einer als Störfall der Stufe 2 klassifiziert (begrenzter Ausfall der gestaffelten Sicherheitsvorkehrungen). Dieser ereignete sich im Juli beim Transport von radioaktivem Material, das schlecht verpackt war und per Passagierflug von Kairo über Zürich nach Brüssel befördert wurde. Mehrere Fluggäste, darunter ein Belgier, waren potenziell einer überhöhten Strahlung ausgesetzt, doch war ihre Gesundheit letztendlich nicht gefährdet.

Die internationale Bewertungsskala für nukleare und radiologische Ereignisse (INES) sieht acht Schweregrade vor. Die Stufe 0 wird als Abweichung, die Stufen 1 bis 3 werden als Störfälle, die Stufen 4 bis 7 als Unfälle klassifiziert. Unter Stufe 7 fallen die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima. In Belgien haben sich in der Vergangenheit häufiger Störfälle der Stufe 2 ereignet, so 1982 und 2011 im Kernkraftwerk Doel und 2002 im Atommeiler von Tihange.

Die INES-Skala ist ein Instrument für die Öffentlichkeitsarbeit, kein objektives wissenschaftliches Maß. (gz/belga)

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