Mann führte fiktive Umfrage zum Thema Selbstbefriedigung durch

Kriminalität

Der Mann nutzte die Informationen, die seine Opfer über ihr Sexualleben preisgaben, zu eigenen, primitiven Zwecken. | Foto: dpa

Ein 23-Jähriger aus Houthalen, der sich als Student der KU Löwen ausgab, hat im Rahmen einer fiktiven Umfrage zum Thema Selbstbefriedigung mindestens 26 junge Frauen und minderjährige Mädchen zu ihrem Sexleben ausgefragt. Dazu missbrauchte er sowohl das Logo der Universität als auch den Namen eines Professors. Zwei der Opfer brachte der Mann dazu, ihm intime Bilder zu schicken. Das berichtet die Zeitung „Het Laatste Nieuws“.

Der junge Mann führte die Umfrage, die er wahlweise „Die große Masturbationsumfrage“, „Die große Pubertätsumfrage“, „Die Pubertätsumfrage bei minderjährigen Mädchen“, „Das Verhalten von frühreifen Mädchen während der Selbstbefriedigung“ oder „Eine Befragung unter jungen Frauen zwischen 15 und 25 Jahren mit großen Brüsten“ nannte, über einen längeren Zeitraum durch: Zwischen Dezember 2012 und Mai 2015 fanden mindestens 26 Frauen Fragenkataloge in ihren Briefkästen. Der 23-Jährige gab vor, die Umfrage im Rahmen seiner Masterarbeit durchzuführen. Zudem handelte er unter falschem Namen: Um vertrauenswürdiger zu wirken, nannte er sich Laura Bleyen oder Eline Bleyen. Einem unbekannten Mann hätten die Opfer wohl kaum so offenherzig Auskunft über ihr Sexualleben gegeben.

Ein Großteil der Frauen studierte zu diesem Zeitpunkt selbst in Leuven, stammte aber aus Limburg oder Westflandern. Sie hatten selbst schon an einer Diplomarbeit gearbeitet und ihre Kommilitonen dabei um Mithilfe gebeten. Wie die Zeitung „Het Laatste Nieuws“ berichtet, haben die meisten Frauen die Fragen beantwortet. Aber das reichte dem 23-Jährigen noch nicht: Nachdem er Antwort erhalten hatte, schickte er seinen Opfern einen weiteren Fragenkatalog mit detaillierteren Fragen zu deren Masturbationsverhalten. In einigen Fällen forderte er auch Bilder ein. Mit Erfolg: Zwei minderjährige Mädchen brachte er schließlich dazu, ihm Nacktbilder und Filmchen mit pornografischem Inhalt zuzuschicken.

Eines der Opfer wurde jedoch misstrauisch. Der Schwindel flog auf, als sich die Frau bei der Universität über die Umfrage informierte. Daraufhin reichte die KU Löwen Klage ein. Die Staatsanwaltschaft ordnete Untersuchungen an. „Wir können nicht zulassen, dass unser guter Name durch einen Betrüger beschmutzt wird“, so die stellvertretende Direktorin Chantal Van Audenhove. „Der Angeklagte steht in keinerlei Verbindung zur KUL – weder als Student noch als Mitarbeiter.“

Im Zuge der Ermittlungen wurde unter anderem der Computer des 23-Jährigen sichergestellt. So konnten 26 Opfer ausfindig gemacht werden. Das Dramatische: Sie stammten allesamt aus dem Bekanntenkreis des Mannes.

Ab dem 4. September wird der Fall vor Gericht verhandelt. Dem Mann werden Vertrauensmissbrauch, das Annehmen falscher Identitäten und sexueller Übergriff auf zwei minderjährige Mädchen vorgeworfen.

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