Kultursektor wütend über „gezielte Jagd auf Illegale“

Polizeirazzia

Der Direktor des Nationaltheaters in Brüssel nennt den Polizeieinsatz eine „Razzia auf der Kulturbühne“, eine „terroristische Tat“.

Im Protest gegen die Asyl- und Migrationspolitik der Föderalregierung ist eine neue Front geöffnet worden: Der Kultursektor prangert eine in seinen Augen gezielte Jagd auf Illegale an.

Stein des Anstoßes war eine Polizeirazzia Ende vergangener Woche beim Brüsseler Kulturverein Globe Aroma. Sieben Personen, die sich illegal im Land aufhielten, wurden festgenommen, fünf von ihnen erhielten einen Ausweisungsbefehl, zwei wurden verhaftet. Für seine soziokulturelle Arbeit mit Flüchtlingen und Asylsuchenden wird der Verein von der Stadt Brüssel, der Region Brüssel und Flandern bezuschusst.

Die Polizeibeamten seien aggressiv vorgegangen, behaupten die Verantwortlichen der VoG. Brüssels Bürgermeister Philippe Close (PS) verlangt Klarheit. Der Einsatz falle, so Innenminister Jan Jambon (N-VA), in den Rahmen des sog. Kanalplans, der im Zug der Pariser Terroranschläge Ende 2015 eingeführt wurde und u.a. eine intensive Kontrolle Brüsseler Vereine vorsieht, die häufig als Deckmantel für kriminelle Aktivitäten zur Finanzierung von Terror dienen. Dass die Polizei bei ihrer Razzia auch Papierlose antraf, sei Zufall gewesen, so der Sprecher von Jambon. Das wiederum glaubt Globe Aroma nicht und spricht von einer „gezielten Jagd auf Illegale“. Der Direktor des Nationaltheaters nannte den Einsatz eine „Razzia auf der Kulturbühne“, eine „terroristische Tat“. (gz/belga)

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