Gert-Noël-Preis für ärztliche Versorgung von Obdachlosen

Patientenbetreuung

Verleihung des Gert-Noël-Preises 2017: Gruppenfoto mit der Familie Noël, den Mitgliedern des Verwaltungsausschusses des Fonds, der Jury und den Preisträgern. Foto: GE

Am Donnerstagabend ist in Brüssel zum 17. Mal der Gert-Noël-Preis verliehen worden. Die mit 30.000 Euro dotierte Auszeichnung ging an die VoG Relais Santé aus Charleroi, die Obdachlosen eine ärztliche Versorgung anbietet.

Jedes Jahr zeichnet der Gert-Noël-Preis eine belgische Initiative aus, die sich mit einem originellen und innovativen Ansatz für eine bessere Berücksichtigung, Information und Begleitung der Patienten und ihres Umfelds in der Krankenhausumgebung oder beim Kontakt mit dem Pflegenetzwerk einsetzt. Dieses Jahr geht der Preis in Höhe von 30.000 Euro an die VoG Relais Santé, ein bereits gut laufendes Projekt, das mindestens zwei Jahre Erfahrung nachweisen kann. Der mit 10.000 Euro dotierte Förderpreis „Coup de Pouce“ geht in diesem Jahr an ein kürzlich gestartetes Projekt der VoG TIPz, um dessen Weiterentwicklung zu ermöglichen.

Gert-Noël-Preis: ärztliche Versorgung und Betreuung für Obdachlose

Isabelle Jortey (r.), Tochter von Gerd Noël und Mitglied des Verwaltungsausschusses des Fonds, mit Preisträgerin Dr. Irène Kremers von der VoG Ralais Santé du Pays de Charleroi.

Über ihre Arbeit im Netzwerk bietet die VoG Relais Santé, Charleroi, Obdachlosen Krankenpflege, soziale Begleitung, ärztliche und psychiatrische Sprechstunden. Dank des fachübergreifenden Charakters der Mitarbeiter (Sozialarbeiter, Pflegekräfte, Ärzte) konnte die Vereinigung konstruktive Beziehungen zu den unterschiedlichen Krankenhausberufen (Ärzte, Pflegepersonal, Sozialarbeiter im Krankenhaus…) und den verschiedenen Krankenhäusern aus Charleroi aufbauen. Das gegenseitige Kennenlernen und bessere Verständnis für die Erwartungen und Grenzen der Einzelnen ermöglicht es den verschiedenen Pflegeakteuren, die Obdachlosen besser zu betreuen, nicht nur während des Krankenhausaufenthalts, sondern auch davor und danach.

„Coup de Pouce“ : Die Parkinsonkrankheit besser verstehen

Zittern, Schwierigkeiten beim Stehen oder Laufen… Parkinson ist für gewisse, sehr sichtbare Symptome bekannt. Aber es gibt noch weitere Symptome, die weniger auffällig sind, jedoch große Auswirkungen auf die zwischenmenschlichen Beziehungen haben. Mit ihrem Projekt „De impact van de (on)zichtbare Parkinson“ – „Die Auswirkungen der (un-)sichtbaren Parkinsonkrankheit“ – möchte die VoG TIPz die Betroffenen und ihr Umfeld auf interaktive

Isabelle Jortey (r.) mit Preisträgerin Céline Berckmoes von der VoG TIPz. Foto: Emmanuel Crooy

und partizipative Art und Weise informieren, um sie besser für die Herausforderungen dieser Krankheit zu rüsten. Anhand einer Ausstellung wird das Erlebte der Patienten greifbarer und werden verschiedene Symptome veranschaulicht. Anhand von Infotagen mit verschiedenen Aktivitäten und Workshops sollen die Beziehung zu Partner und Partnerin, die Eltern-Kind-Beziehung, Freundschaften, berufliche und gesundheitliche Beziehungen verbessert werden. Dank des „Coup de Pouce“ aus dem Fonds Gert Noël hat die VoG für 2018 bereits vier Infotage eingeplant, über die 400 Familien angesprochen und unterstützt werden können.

Hintergrund: Der Fonds Gert Noël

Der Fonds Gert Noël wurde im Jahr 2000 nach dem Ableben von Gert Noël gegründet. Gert Noël war ein ostbelgischer Industrieller, der sich der Bedeutung der Begleitung von Patient und Familie bei der Mitteilung einer Diagnose bewusst war. Dieser Fonds wird von der König-Baudouin-Stiftung verwaltet und hat zum Ziel, die Kommunikation im Krankenhaus zu fördern, die gesundheitliche Versorgung menschlicher zu gestalten und die Betreuung von Patient und Familie zu verbessern. (red/gz)

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