Gefängniswärter drohen mit Streik ab Heiligabend

Protest

Ein Blick in das Gefängnis von Antwerpen | Foto: belga

Die Gewerkschaften der Gefängniswärter haben am Donnerstag eine Streikankündigung hinterlegt.

Sollte die Föderalregierung bis Heiligabend nichts unternehmen, um die schon vor Monaten gemachten Zusagen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu konkretisieren, soll ab dann gestreikt werden. Seit langem fordern die Gefängniswärter mehr Personal. Schon seit Monaten liegen die für die Personalanwerbung erforderlichen Unterlagen bereit und müssen noch vom zuständigen Finanzinspektor unterzeichnet werden. Das Wachpersonal und die Gewerkschaften bedauern diese Verzögerung und erhöhen jetzt den Druck. (belga)

  1. … wie seit Jahrzehnten….und die >Polizei muss mal wieder die Feiertage im Knast verbringen..

    .. wann hört das mal endlich auf….

    1. Nicht in den kommenden Jahrzehnten, Herr Vomberg. Den „Neuen“ sei Dank. Es wird noch „bunter“, es beginnt gerade einmal.

    2. Wo bleibt eigentlich die Gegenrede entrüsteter Christen und dem biblischen Glauben Verpflichteter, die sich sonst bei jeder Kritik an Religion oder Glauben in persönlichem Beleidigtsein suhlen?
      Wo bleibt die Gegenrede der Politiker, die in Sonntagsreden an Parlamentspulten den alltäglichen Rassismus beklagen und sich gegenseitige Versäumnisse vorwerfen?
      Ohne Frage, die Flüchtlingsproblematik ist eine, nein, die gesellschaftliche Herausforderung unserer Zeit und unsere Gesellschaft scheint in zunehmendem Maße damit überfordert. Wahrscheinlich ist die Grenze der gesellschaftlichen Akzeptanz und Integrationsfähigkeit bereits überschritten.
      Wahrscheinlich gibt es trotz zahlreicher Erfolg zuviele Missstände in der Integrationspolitik, die durch politische Fehlentscheidungen, religiöse und kulturelle Konflikte befeuert werden. Über all dies sollte diskutiert und gestritten werden. Nicht nur in parlamentarischen Sonntagsreden.
      Das, was jedoch Dr. Phil Damien François seit Monaten in allen möglichen Internetforen betreibt, hat weder mit einer philosophischen noch mit einer intellektuell redlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema zu tun.
      Dr. François schürt mit undifferenzierter, gleichmachender und stigmatisierender Hetze gegen Flüchtlinge und Migranten Ressentiments und Hass. Und dazu sind ihm, der aus Aussagen von Professoren und Doktoren einen Wahrheitsanspruch ableitet, selbst die absurdesten Vergleiche und perfidesten Methoden recht.
      Hier wirft er den „bereichernden“ „Neuen“ vor, Grund für die Streikankündigung der Gefängniswärter zu sein. Mit anderen Worten, die Gefängnisinsassen, von denen er wohl annimmt, dass es mehrheitlich „Neue“ sind, sind an den unzureichenden Rahmenbedingungen in den belgischen Gefängnissen Schuld.
      Seine Methode, ganze Bevölkerungsgruppen in Sippenhaft zu nehmen ist nicht neu, hat sich in der Geschichte aber bestens bewehrt. Dr. François weiß dies genau und bedient sich weiter ungeniert Methoden, die nur den Zweck erfüllen, die Gesellschaft noch weiter zu spalten und Menschen zu diffamieren. Geschichte wiederholt sich.
      Ekelhaft.

  2. Danke, Herr Leonard – ich stimme Ihnen in vielen Punkten zu. Die kruden Ausführung des Herrn François sind undifferenziert, aufhetzend und dienen niemandem – höchstens denen, die aus der Geschichte NICHTS gelernt haben. Allerdings – anstatt seinen verqueren Gedanken hinterherzudenken, beschäftige ich mich lieber damit, wie eine Integration der Menschen, die zu uns gekommen sind (aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen), zum Wohle aller gelingen kann.

    1. Danke Frau Müllender!
      Ich bin der Meinung, dass Hetze gegen Füchtlinge und Migranten in „Sozialen“ Netzwerken und Internetforen die Integrationsarbeit von Ehrenamtlichen und Helfern untergräbt und die Integrationschancen der Menschen selbst kompromittiert. Bisweilen ist diese Hetze einfach unerträglich und verlangt Gegenrede. Dies bedeutet nicht, die Bedenken und Ängste der Menschen in den Wind zu schlagen. Weder Hetze noch Schönrederei sind zielführend

  3. Es war zu erwarten. Der Experte in beinahe Allem, Dieter Leonard, erklärt uns wieder die Weltgeschichte. Nur eine Frage: Wie war’s mit der Aussage Junckers (Spiegel, 1999)? – zu der du ihn gern befragt hättest? Ich gebe seit Monaten und Jahre, ja, die Antwort dazu. Die hat Schulz vorige durch seine Forderung: Superstaat EU, der die Nationen ersetzen soll, öffentlich und für alle belegt. Auch für DL. Und für Sie, Frau Müllender, auch. Tut mir Leid, daß ihr utopisches, idealistisches und träumerisches Weltbild einen tiefen Schlag erleiden musste. Andererseits stelle ich fest, daß Ihr „Tagtraum“ unangestastet bleibt. Nun denn, „es geht voran! Wir sind die Türken von morgen“ wie die Fehlfarben singen.
    Es ist schon merkwürdig, daß DL immer wieder nach Fakten und Wissenschaft ruft, und, wenn diese auf den Tisch kommen, er dann „Nein nein nein ( wie Marcel Reich-Ranicki) so nicht so nicht!“ losjammert und die Professoren (ob David Engels, oder Harvard-Prrofessor Jenkins, oder…) und Fakten negiert. Kognitive Dissonanz? Idealitsches Traumdenken? Schizophrenie?
    DL möchte die geschichte aufheben, wie es scheint, denn, ja, „die Geschichte ist die Wiederholung des selben Dramas in unterschiedlichem Gewande“ (Schopenhauer).
    Und das nenne ich Wahnsinn. Nicht schopenhauer, sondern DL New Age-Träumerei. Ganz faktisch.
    Oh, à propos Geschichte, also, das war einmal war, Frau Müllender, Herr Leonard, villeicht schauen Sie mal in ein 600 Seiten Buch, das ich bereits vor 10 Jahren veröffentlicht habe: Die Sebstzerstörung des Westens (The Self-Destruction of the West). Ich behaupte nicht, daß das Ding gut ist. Nur, daß ich mich seit Langem mit der Thematik auseinandersetze. Aber es wird Sie ja nicht interessieren, da Sie so weise sind und nur nach vorn blicken. Na dann, die Weisheit, 180° So wird es nicht gut gehen, tatsächlich!

  4. Und noch etwas. Das Ganze lässt sich aber auch ganz einfach klären: Fragen Sie sich weshalb die Gefängniswärter denn streiken… Genau, und deshalb sind auch meine Aussagen genau so differenziert wie die Knastbevölkerung. Aber Logik hat Geblendete noch nie interessiert, sie leben ja mit ideologischen Scheuklappen, die sie immer, ausnahmslos, davon abhält, vom rechten Weg abzukommen. Die Vernunft mit euch, sozusagen; wenigstens darin dürftet ihr den zyklischen Charakter der Geschichte anerkennen – im „Wir wissen, du nicht!“. Ekelhaft, idT!

  5. Es war nicht anders zu erwarten ,muß ich wiederholen. Es liest sich ja, als wäre ich für den Terror verantwortlich. Die Umkehrung der Werte hat stattgefunden; aber leider nicht, wie sie sich Nietzsche vorstellte, im Gegenteil. Vielleicht antwortest du auf die „Juncker-Frage“, Dieter, und beweist, daß du auch etwas anderes kannst als die Realität verweigern und mich hier egal wie nur kritisieren kannst. Es kann gut sein, daß ich das bloß rhetorisch meinte, denn erwarten, das tue ich wirklich nicht mehr. Frag mal die Gefängniswärter selbst, weshalb sie streiken. Und die Polizisten, wie ihr Alltag mit den „Neuen“ aussieht. Aber selbst sie wirst du kritisieren, weil usw.

    1. Irgendwo hier im Forum haben Sie sich vor einigen Wochen mal geäußert, dass Sie sich immer zu hart und aggressiv angegriffen fühlen und keiner Ihren Theorien und „Wahrheiten“ glaubt bzw. überhaupt zur Kenntnis nimmt. Im Gegenteil, das seien alles Besserwisser und „Unbelesene“ … weil sie Ihre Bücher – und Ihre Quellen – nicht gelesen hätten.
      Ohne mich hier in die Diskussion zum Thema einmischen zu wollen, würde ich Ihnen vielleicht doch empfehlen, dass Sie Ihre Postings vor dem Abschicken nochmal auf die Kriterien Aggressivität, Besserwisserei und Rechthaberei überprüfen sollten ….
      In vielen Jahren als eifriger Leserbriefschreiber und aktivem Forenteilnehmer war meine Devise immer „wer austeilt muss auch einstecken können“ und meine ehrliche Antwort darauf : „Da kann ich mit leben“.
      So wünsche ich Ihnen zum Weihnachtsfest etwas mehr Phlegma was die Kritik anderer betrifft – die allerdings oft weniger scharf ist wie die Ihre – und mehr Argumente und weniger Besserwisserei und Aggressivität in Ihren Beiträgen. Sie können aber auch drauf pfeiffen…

  6. „Oh, à propos Geschichte, also, das war einmal war, Frau Müllender, Herr Leonard, villeicht schauen Sie mal in ein 600 Seiten Buch, das ich bereits vor 10 Jahren veröffentlicht habe: Die Sebstzerstörung des Westens (The Self-Destruction of the West). Ich behaupte nicht, daß das Ding gut ist.“

    „Ich behaupte nicht, daß das Ding gut ist.“
    Warum so bescheiden, Herr Doktor? Das ist doch sonst nicht Ihre Art.

    Das „Ding“ kann man auf Amazon für sage und schreibe 574,98 € bzw. 719,84 € (neu) oder 577,97 € bzw. 850,83 € (gebraucht) erwerben. Echte Liebhaberpreise also für ein Taschenbuch, aber Beeilung, Frau Müllender oder Herr Leonard, denn es sind nur mehr je 2 Stück vorrätig. Aber vielleicht können Sie ja auch zusammenlegen und sich das Buch gegenseitig leihen? In der Mediathek der DG ist es leider nicht vorhanden.

    Dieses „Ding“ also erhält dort 5 Sterne, das Maximum, „summa cum laude“ sozusagen, von gerade mal einem einzigen Rezensenten und er ist niemand anders als der Autor selbst. Sein Freund David Engels war anscheinend nicht zu bewegen, auch eine zu schreiben, so wie er das für die „Heiligen Berge“ getan hat.

    Die Rezension beginnt mit dem Satz: „Es ist an der Zeit, daß ich mal selber Werbung für mich mache.“ Wer so etwas schreibt, hat es nötig.

    Wer sich durch den vollständigen Text dieser Selbstbeweihräucherung durchgekämpft hat, wird ganz sicher auf den Erwerb verzichten.

    1. Nein, Herr François, dafür sind Sie wohl nicht verantwortlich. Wohl aber dafür, solche Einzeltaten auf alle – in Ihren Worten „Fremde“ – zu verallgemeinern und zur Hetze zu missbrauchen!

  7. Zur Sache möchte ich (nur) diese Meinung von Herrn Leonard zitieren :
    >> Ohne Frage, die Flüchtlingsproblematik ist eine, nein, die gesellschaftliche Herausforderung unserer Zeit und unsere Gesellschaft scheint in zunehmendem Maße damit überfordert. Wahrscheinlich ist die Grenze der gesellschaftlichen Akzeptanz und Integrationsfähigkeit bereits überschritten.
    Wahrscheinlich gibt es trotz zahlreicher Erfolg zuviele Missstände in der Integrationspolitik, die durch politische Fehlentscheidungen, religiöse und kulturelle Konflikte befeuert werden. Über all dies sollte diskutiert und gestritten werden. Nicht nur in parlamentarischen Sonntagsreden. << Besser kann man es nicht formulieren, Herr Leonard. Aber welche Lösungen gibt es dafür?
    Kurt gefasst (meine detailliertere Fassung habe ich durch Fehlmanipulation/en gelöscht) :
    – keine Immigration aus wirtschaftlichen Gründen mehr, außer Fachkräfte und Facharbeiter durch geregelte Einwanderungspolitik
    – Abschiebungen bei abgelehntem Asylrecht (ggf. nach Ausschöpfung aller Rechtsmittel) breit anerkennen.
    – Förderung (durch Prämien, keine Pflicht) für die Rückkehr von Asylanten in die Herkunftsregionen nach dem stabilen Verschwinden der Fluchtursachen.
    – für alle anderen erweiterte Integrationsbemühungen.

    1. Vernünftige Lösungsvorschläge, Herr Bosch.

      Leider hat die Politik es versäumt, beizeiten klar zwischen diesen Kategorien zu unterscheiden und danach zu handeln:

      – Immigranten, die aus beruflichen oder wirtschaftlichen Interessen zu uns kommen wollen
      – Asylbewerber, also politisch Verfolgte, die ein zeitweiliges Aufenthaltsrecht genießen, sofern und solange die Gründe stichhaltig sind
      – Kriegsflüchtlinge, die Schutz genießen , sofern und solange ihnen durch Kriegshandlungen Gefahr droht.
      – Definitives Bleiberecht nur für solche, die nach einer gewissen Zeit den Nachweis einer echten Integration erbringen.

      Zur Erinnerung: vor genau 73 Jahren auf den Tag genau brach die Rundstedt-Offensive los. Die Bewohner der Dörfer, die damals in der Frontgegend lagen, waren damals ins wallonischen Malmedy und in andere Orte evakuiert worden, waren also Flüchtlinge.
      Nach dem Weiterziehen der Front ins „Reich“ hinein sind alle wieder nach Hause zurückgekehrt, auch wenn sich ihnen dort ein Bild der Verwüstung bot.
      Alle wollten in die Heimat zurück, um sie unter größten Schwierigkeiten wiederaufzubauen.

  8. Ein kleiner Grenz-Echo-Bericht, der inhaltsloser kaum sein könnte, erregt hier die Gemüter. Bessere Arbeitsbedingungen und mehr Personal werden seitens der Gefängniswärter gefordert – mehr steht im Text einfach nicht drin. Herr François‘ erster Kommentar erweitert die inhaltliche Perspektive schließlich so, als wäre dem eigentlichen Bericht einfach etwas hinzugefügt worden. Und dann geschieht hier etwas, das mich erstaunen lässt: Anstatt dass die Kommentatoren Herr François gegenüber erwidern, dass seine Aussagen einer Dichtung gleichkommen, bestätigen sie ihn inhaltlich weitgehend: Schreibt Herr Leonard, dass die Flüchtlingsproblematik unsere Gesellschaft zunehmend überfordere, resümiert Frau Müllender ihre Intention damit, sich vorzugsweise mit der Integration dahingehend beschäftigen zu wollen, wie diese denn zum Wohle aller gelingen könne, trägt Herr Bosch noch einige Lösungsvorschläge die Flüchtlingsthematik (und -Problematik) betreffend vor, denen seitens Herr Schleck letztlich Vernünftigkeit bescheinigt wird. Werte Frau Müllender, werte Herren, zusammenfassend halte ich fest, dass Sie vom einen und gleichen Problem hier sprechen. 1-0 für François?

    Über das unter Ihnen Einigkeit herrschende Grund-Problem hinaus, ist es der Blick in und für die Zukunft, der Sie unterscheidet. Herr François wirkt diesbezüglich recht desillusioniert und wenig optimistisch, hält die geschichtliche Entwicklung für fatal und zerstörerisch. Er hat sich lange mit dem Thema beschäftigt, was ihm seriös nicht abgesprochen werden kann und er ist längst nicht der einzige, der eine düstere Zukunftsprognose uns bereithält. Herr Leonard ist – wie immer – politisch einfach nur korrekt, verkörpert den guten Atheisten, der sich kompromisslos der Wissenschaft und der konstruktiven Sach-Auseinandersetzung verschrieben hat. Er ist so lange konziliant, bis ihm Menschen gegenüberstehen, die andere Überzeugungen haben. Spürbar verändert sich sein Wesen und er offenbart seine ganze Verachtung, die er insbesondere Religionen gegenüber aufgebaut hat. Wenn Herr Leonard (mit Blick auf Herr François‘ Interventionen) vor Spaltung und Diffamierung warnt, kann ich ihm selbst leider nur empfehlen, sich sein Programm erstmals selbst abzuverlangen. Frau Müllenders Aussagen – vielleicht die des typischen Gutmenschen – sind mir durchaus sympathisch, wenn sie möglicherweise auch etwas hilflos wirken. Herr Boschs Aussagen bleiben unwidersprochen, auch wenn er deutlich der unkontrollierten Zuwanderung entgegentritt. Er erkennt meines Erachtens sehr wohl die ernste Lage, gibt sich aber (was bleibt vernünftigerweise auch anderes übrig) pragmatisch. Der Pragmatismus von Herrn Schleck baut für meinen Geschmack wieder zu sehr auf Ressentiments gegenüber Herr François auf und bleibt mir hier – betreffend des seinerseits vorgebrachten geschichtlichen Beispiels (Malmedy) – unverständlich.

    Da Herr Leonard ja freundlich um eine Stellungnahme aus christlicher Sicht gebeten hat, möchte ich ihm diese hier nicht vorenthalten: Unsere westlichen Länder gleichen bereits seit geraumer Zeit einem großen Empfangsraum, in dem alle, die offen für „Gott“ sind oder nicht, die unseren Kulturen und Werten nahestehen oder nicht, vorsprechen und darum bitten können, hierbleiben zu dürfen. „Universalisierungsprozesse“ hat es immer gegeben, darin liegt weder historisch noch theologisch ein Problem. Kritisch wird es dann, wenn die diese Prozesse begleitende Freiheit (innerhalb unzähliger kleinerer und größerer Begegnungen ) eine (mal hier vorausgesetzte) bestehende Ordnung gefährdet und ins Chaos führt…

    Ein glaubender Mensch bewegt sich in seinem Leben nicht selten auf einen ganz bestimmten Entscheidungsmoment zu, den er gewöhnlich am kulturell-gesellschaftlichen (und religiösen) Umfeld seiner selbst heraus konstruiert. Erst in und mit dieser Entscheidung kann die Theologie von einer einfachen (oder nicht einfachen) Lehre über Gott zu einer persönlichen und lebendigen Glaubenspraxis finden, die – in der mich persönlich angehenden Entscheidung für das Christentum – Gott und Mensch stets gleicherweise im Blick behält. Nichtsdestotrotz ist Gott auch in der jeder Entscheidung vorangestellten und notwendigen Suche, sprich in all den diese (Suche) begleitenden Umständen und Handlungen präsent, wenn der Mensch auch erst in seiner Entscheidung die Bereitschaft offenlegt, seine bis dahin sich selbst vorbehaltene Reserve aufzugeben, um der besonderen Präsenz „seines“ Gottes dadurch zur Existenz zu verhelfen. Hier wird klar, dass dieser Gott nicht irgendein Gott sein kann, sondern ein Gott, den man sich wünscht und der auch allgemein für wünschenswert gehalten werden kann. Dieser umfassende Anspruch erfüllt in meinen Augen ganz besonders der Gott Jesu Christi!…

    Aber nicht die Wirkkraft Gottes auf Erden ist entscheidend, scheint mir Gott doch außerhalb unserer Geschichte – und damit in einer heilsgeschichtlichen Dimension – sich letztlich doch eher rückblickend dem zu widmen, was wir Geschichte nennen. Die Geschichte auf Erden zu gestalten ist in aller erster Linie unsere Berufung. Daher sind unsere Kompetenzen gefragt: ein unmündiges Leben zu führen, sich dabei religiöser Doktrin einfach unterwerfend, ist kein gutes Zeugnis für die aus dem Evangelium hervorstechende Freiheit eines Christenmenschen. Auch der Christ darf nachdenken und so auch für manche verblüffende Antworten sorgen…Man sollte ihn nicht so sehr als dummen Frömmler hinstellen…

    Zum Schluss: Problematisch ist die Zuwanderung allenfalls, ganz besonders da, wo unseren jüdisch-christlichen Wurzeln und der aufklärerischen laizistischen Bewegung (und beide sind für mich kein Widerspruch!) Respektlosigkeit entgegenkommt. Hier sollten und müssen wir uns zur Wehr setzen. Ich habe keine prognostischen Kompetenzen, ich befürchte jedoch, dass Herr François‘ Aussagen – dem Sie inhaltlich (wie schon geschrieben) alle auf den Leim gegangen sind – leider viel zu viel „Wahrheit“ in sich tragen…Mit 1. Korinther 13,13 allen eine gesegnete Adventswoche: Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen…

    1. Offensichtlich haben sie Herr Lux den Kern des Problems nicht erkannt.
      Wer zwischen der wiederholten pauschalisierenden Hetze gegen Menschen und der kritischen Auseinandersetzung mit der Flüchtlings- und Migrationsproblematik nicht zu unterscheiden weiß und die Reaktion auf die menschenverachtende Polemik von Herrn François auf einen sportlichen Wettkampf reduziert, argumentiert ins Leere.
      Wenn hier einer jemandem auf den Leim gegangen sind, dann sie Herr Lux, denn offensichtlich führt ihre religiöse Weltanschauung nur zu moralischer Orientierungslosigkeit.
      Wenn sie sich mit dem Thema näher beschäftigen möchten empfehle ich ihnen folgende Lektüre:
      „Die Legende der christlichen Moral“ – Dr. Phil Andreas Edmüller

  9. „Der Pragmatismus von Herrn Schleck baut für meinen Geschmack wieder zu sehr auf Ressentiments gegenüber Herr François auf und bleibt mir hier – betreffend des seinerseits vorgebrachten geschichtlichen Beispiels (Malmedy) – unverständlich. “

    Ich dachte, der Parallelismus mit Syrien sei evident. Also nochmal:

    Die Menschen, die damals aus dem Frontbereich evakuiert wurden bzw. ins Landesinnere geflüchtet waren, kann man weder als Immigranten in die Wallonie, noch als Asylsuchende bezeichnen.

    Sie waren Kriegsflüchtlinge, die nach Klärung der militärischen Lage (Weiterzug der Front ins Innere des „Reiches“) so schnell wie möglich nach Hause wollten, wo sie ein Bild der Zerstörung erwartete (Sie kennen die Bilder, wenn nicht, wenden Sie sich an den Geschichtsverein).

    Sie haben sich daran gemacht, mit einfachsten Mitteln ihre Häuser wieder aufzubauen, die verwüsteten Felder zu säubern und ihren Lebensunterhalt notdürftig zu sichern.

    Da kam niemand auf die Idee, länger als nötig in der Fremde zu bleiben.

    Die Unterscheidung Immigrant, Kriegsflüchtling und Asylsuchender mit dem entsprechenden Statut habe ich ja nicht erfunden.

    PS. Die „Ressentiments“ gegen Herrn Dr. François können gar nicht groß genug sein, bei den, was dieser Herr hier in den Foren so verbreitet (Unvergessen: „Bismarck und Hitler – Kämpfer gegen das anglo-amerikanische Establishment“).

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