Aus Kelmis stammender ZDF-Reporter Luc Walpot ausgezeichnet

Preisträger

Am Donnerstag erhielt der aus Kelmis stammende Journalist und heutige Leiter des ZDF-Studios in Istanbul, Luc Walpot, den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis 2017. | Foto: WDR/Annika Fußwinkel

Der aus Kelmis stammende Journalist Luc Walpot ist mit dem diesjährigen Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus ausgezeichnet worden.

Weitere Preisträger sind die Auslandsreporter Hans-Ulrich Gack und Frederik Pleitgen. Die WDR-Journalistin Isabel Schayani erhielt mit ihrer Redaktion „WDRforyou“den Sonderpreis für ihre Haltung als Moderatorin, Kommentatorin und Gestalterin außergewöhnlicher Fernseh- und Onlineprogramme zur Migration und Integration von Flüchtlingen.

Die Jury des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises hat drei Journalisten ausgezeichnet, deren Berichte aus den Krisenregionen des Nahen Ostens und der Türkei die Nachrichtensendungen ihrer Sender seit vielen Monaten prägen.

So unterschiedlich die Fernsehsysteme sind, für die die HJF-Preisträger arbeiten – Gack und Walpot als feste Auslandskorrespondenten und Studioleiter des öffentlich-rechtlich organisierten ZDF, Frederik Pleitgen als Senior International Correspondent des privaten Nachrichtenkanals CNN – in ihren journalistischen Grundprinzipien unterscheiden sie sich nicht.

Sie arbeiten in Regionen, in denen die journalistische Recherche als Spionage, Kontakte zu Informanten als Terrorhilfe bekämpft und die Prinzipien einer freien Berichterstattung unterdrückt werden. Trotz der starken Einschränkung ihrer Arbeit durch staatliche Behörden, durch Militärs und Terrororganisationen und trotz der oftmals lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen für die Reporter und ihre Mitarbeiter liefern Hans-Ulrich Gack, Frederik Pleitgen und Luc Walpot herausragende Fernsehberichte und Analysen.

Wie es in der Begründung der Jury heißt, ist ihre Berichterstattung auf Fakten und deren Auswirkung auf Menschen konzentriert. „Ihre Beitragstexte werden nicht von Stimmungen geleitet, obwohl sie die Bilder der Krisen und Kriege, die sie übermitteln, leicht zur Stimmungsmache verleiten könnten. So ist auch die Bildschirmpräsenz der drei Reporter zurückhaltend und diszipliniert. Sie benötigen nicht die dramaturgisch polierten Accessoires und Attitudes sich in Szene setzender Kriegsreporter.

Mit ihrer Distanz zu Kriegs- und Krisenparteien und ihrer konsequenten Weigerung, sich mit vordergründigen und schnellen Wahrheiten zufrieden zu geben, tragen sie auch zur Glaubwürdigkeit des Nachrichtenjournalismus bei.“ Insbesondere auch der eigenständige Charakter ihrer Berichte mache die drei Journalisten nach der Ansicht der Jury auszeichnungswürdig: Gacks plastische Beschreibung schwieriger Situationen, Pleitgens hohe Präzision und Walpots klare und unaufgeregte Analysen.

Der Preis ist mit Euro 7.500 Euro dotiert.

Luc Walpot, Jahrgang 1959, wuchs in Kelmis auf, machte sein Abitur in Eupen und studierte danach Politik und Soziologie an der RWTH Aachen. Nach dem Studium war er von 1983 bis 1996 Redakteur beim Belgischen Rundfunk, von wo er zum WDR Köln wechselte, wo er ein Jahr als freier Journalist arbeitete.

Seit 1997 arbeitet Luc Walpot für das ZDF, zunächst im Reporterpool, dann als Studioleiter in Kairo, als Leiter der „heute-Redaktion“ und seit 2012 als Leiter des ZDF-Studios in Istanbul.

Der Sonderpreis ging an die WDR-Journalistin Isabel Schayani und die Redaktion „WDRforyou“. Wie der BRF meldet, startete Shayani ihre journalistische Karriere ebenfalls beim BRF und zwar als Praktikantin. Mit dem Fernseh- und Online-Programm „WDRforyou“ entwickelte und gestaltete sie ein herausragendes Informations- und Serviceprogramm für Einheimische und Flüchtlinge. Der Sonderpreis ist mit 2.500 Euro dotiert. (red/um)

  1. Herzlichen Glückwunsch. Da sieht man dass man von hier aus Karriere machen kann , wenn man will. Unsere Schulen waren damals wohl auch strenger anspruchsvoller und somit besser.

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