Dementen Senior um 60.000 Euro gebracht: Kelmiserin lässt Betrüger auffliegen

Kriminalität

Ein mutmaßlicher Betrüger soll einen 85-jährigen Mann um seine Ersparnisse gebracht haben.

Eine aufmerksame Frau aus Kelmis hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Aachener Polizei einem Betrüger auf die Spur gekommen ist. Der 58-Jährige hatte einen dementen Senior um seine gesamten Ersparnisse gebracht. Alles deutet darauf hin, dass es weitere Opfer gibt.

Der Mann hatte am Sonntagabend zwei offensichtlich demente Senioren in dem Café Kurpark-Terrassen in Aachen-Burtscheid ungeduldig dazu gedrängt, eine Unterschrift zu leisten. „Nun unterschreibt endlich“, soll er den 83 Jahre alten Mann und die 91 Jahre alte Frau angefahren haben. Eine 56-jährige Frau aus Kelmis, die am Nebentisch saß und das Gespräch zufällig mitbekommen hatte, wurde hellhörig und alarmierte die Polizei. Die Situation erschien ihr höchst suspekt.

Als zwei Polizisten in dem Café eintrafen und die Personalien des Mannes überprüften, stellte sich heraus, dass der 58-Jährige aus Essen in der Vergangenheit bereits häufiger  versucht hatte, älteren Menschen Geld aus der Tasche zu ziehen.

Auf Nachfrage tischte der Mann den Beamten eine abenteuerliche Geschichte auf: Er behauptete, ein guter Bekannter der beiden Senioren zu sein, der lediglich dabei helfen wolle, die 30.000 Euro, die dem 83-Jährigen angeblich abhandengekommen sein sollen, wiederzufinden. Dafür habe er eine Vollmacht gebraucht. Die 91-jährige Frau widersprach jedoch und beteuerte, den Mann nicht zu kennen. Sie erklärte, dass sie fast blind sei und daher nicht vorhabe, irgendetwas zu unterschreiben.

Der Mann verstrickte sich derweil in Lügen und Ungereimtheiten: Auch seine vehemente Behauptung, nicht in Aachen zu wohnen, stellte sich als falsch heraus, was die Polizisten dazu veranlasste, beim Amtsgericht einen Durchsuchungsbefehl für die von dem Mann seit 2002 angemietete Einzimmerwohnung in der Aachener Innenstadt zu erwirken. Dort stellten die Beamten verschiedene Dokumente sicher, darunter Vordrucke von Vollmachten, die darauf schließen lassen, dass der Verdächtige im großen Stil und mit System ältere Menschen betrügt.

Die Polizisten fanden Beweise dafür, dass der Betrüger sein Opfer bereits um 60.000 Euro gebracht haben muss. Und damit nicht genug: Der Mann hatte zudem versucht, die gesetzliche Betreuung des 83-Jährigen zu beantragen. Damit war er jedoch gescheitert, was ihn jedoch nicht davon abhielt, einen zweiten Versuch zu unternehmen, ebenfalls vergeblich.

Die Aachener Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen. Der Mann befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Es besteht Flucht- und Verdunkelungsgefahr. (red)

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