Sieben plus zwei: Kochen für die Großfamilie

"Ostbelgien kocht" - Folge 6: Familie Haselbach aus Membach

Foto: Helmut Thönnissen

Wenn Renate Haselbach für ihre Familie Spaghetti Bolognese kocht, braucht sie einen riesigen Topf und einen Berg Nudeln. Jeden Tag füttert sie acht hungrige Mäuler. Sie und ihr Mann Fritz haben sieben Kinder, die alle noch Zuhause wohnen: Anna (23), Ruth (22), Tom (21), Max (20), Lena (17), Felix (14) und Jo (12).

Von Annick Meys

Wie funktioniert das Kochen in der Großfamilie?
Mutter: Bei uns ist die Küche nie kalt und durchgehend geöffnet. Häufig kommt es vor, dass im Stundentakt die Kinder oder mein Mann sich noch Essen aufwärmen oder sogar etwas kochen, auch nachts. Die Überraschung hat man dann am nächsten Morgen, wenn die Küche dementsprechend aussieht.
Felix und Jo: Mutti macht das schon!

Was steht auf dem Speiseplan?
Mutter: Fleisch, abwechslungsreiche Beilagen, viel Gemüse und Salat, meistens aus dem eigenen Garten. Fast nur selbst gebackenes Brot und Kuchen, selbstgemachte Marmelade. Auf jeden Fall müssen es Gerichte sein, die jederzeit wieder aufgewärmt werden können, für diejenigen die das gemeinsame Essen verpassen.
Ruth: Gesund und günstig muss es sein!

Hat die Familie ein Lieblingsgericht?
Ruth: Dafür treffen zu viele Geschmäcker aufeinander.
Felix und Jo: Fritten
Anna: Muttis Kartoffelgratin
Tom, Max und Vater: Fleisch
Lena: Nudeln mit Schinken und Sahnesoße
Mutter: Salat und Gemüsevariationen

Gibt es denn ein Gericht, das alle mögen?
Mutter: Ja, Spätzle.

Wieviele Nudeln kochen Sie, wenn die Familie komplett ist?
Mutter: Wenn alle da sind brauchen wir durchaus 1,5 Kilo Nudeln.

Was befindet sich jede Woche auf dem Einkaufszettel?
Mutter: Wir kaufen natürlich in großen Mengen ein: Sechs Liter Joghurt, 20 Liter Milch, acht Kilo Mehl, zwei Kilo Butter, acht Kilo Fleisch und jede Menge Aufschnitt. Der wird aber am Stück gekauft und selber geschnitten.

Wieviele Einkaufswagen füllen die Wocheneinkäufe einer neunköpfigen Familie? Wo kaufen Sie ein?
Mutter: Ein Wocheneinkauf entspricht etwa drei vollen Einkaufswagen. Wir kaufen meistens bei Aldi, Lidl, Metro, Duysens, Bonni und Colruyt ein. Montags checke ich immer die Angebote. Bei so vielen Personen muss man schon rechnen. Das ist auch eine Kostenfrage.

Reicht da ein herkömmlicher Kühlschrank?
Mutter: Nein, wir haben zwei große Kühlschränke und einen praktischen Vorratsraum.
Anna: …und leider nur eine Spülmaschine.

Wer macht denn den Abwasch? Helfen die Kinder mit?
Felix: Nein
Ruth: Nein
Anna: Nein
Mutter: Zum Essen sind alle da und geht es ans Aufräumen, ist die Küche in Nullkommanichts leer und die ganze Sache bleibt meistens an mir hängen.

Was mögen die Kinder gar nicht? Kann man beim Kochen immer auf jedes Kind Rücksicht nehmen?
Mutter: Ich versuche schon, die Wünsche der Kinder zu berücksichtigen, doch immer ist das natürlich nicht möglich. Oft gibt es viele verschiedene Beilagen und Gemüsevariationen damit für jeden etwas dabei ist. Was die ganze Familie nicht mag: Braten in allen Variationen, Gemüsesuppe und Eintöpfe.

Wo wird gegessen, am Tisch oder auf dem Sofa?
Mutter: Doch nicht auf dem Sofa! Das gemeinsame Essen (immer um 19 Uhr) ist der einzige Moment am Tag, an dem im besten Fall die ganze Familie zusammen ist. Wir haben eine gemütliche Wohnküche. Am großen Esstisch können bis zu 15 Personen Platz nehmen, selbst für Besuch ist noch reichlich Platz.
Anna und Ruth: Wenn wir alleine sind, gern auf dem Sofa.

Was essen Sie, wenn es schnell gehen muss?
Mutter: Nudeln, Fritten oder Tomatensuppe.

Was war das aufwendigste Gericht Ihres Lebens?
Mutter: Vor vier Jahren habe ich das komplette Büffet (warm, kalt und Kuchenbüffet) für die Firmung meiner Söhne selbst gemacht. Da gab es alles, was das Herz begehrt, aber es war auch eine tagelange Vorbereitung nötig.

Gehen Sie hin und wieder gemeinsam ins Restaurant?
Anna: Wenn Mama nicht zu Hause ist, lädt Papa uns schon mal gerne ins Restaurant ein.
Mutter: Das kriegen wir zeitlich so gut wie gar nicht hin.

Dieses Gericht mag die ganze Familie:

Grüne Spätzle mit zartem Schweinefilet in Sahnesoße und buntem Salat aus dem eigenen Garten

„Dieses Gericht kommt zum einen aus meiner Heimat, dem Schwabenland, und zum anderen ist es bei allen Familienmitgliedern sehr beliebt.“

Zubereitungszeit: ca. 60 Minuten
Schwierigkeitsgrad: einfach

Zutaten für vier Personen

  • 100g gehackter Spinat
  • 150ml Wasser
  • 350g Mehl
  • 3 Eier
  • 1TL Salz
  • Pfeffer
  • 500g Schweinefilet
  • Zwiebel, Knoblauch
  • Kräuterbutter
  • Sahne
  • Salat nach Saison, Rohkost
  • Kräutermix aus dem Garten
  • Joghurt, Quark
  • Öl, Essig, Gewürze

Zubereitung

Den Spinat für die Spätzle pürieren. Wasser, Mehl, Eier, Pfeffer und Salz miteinander vermengen und zum Schluss den Spinat hinzugeben. Den Teig so lange schlagen, bis er Blasen wirft. Den Spätzleteig mit Hilfe einer Spätzlepresse oder eines Spätzlebretts in kochendes Salzwasser geben und einmal aufkochen lassen.  Die fertigen Spätzle im Sieb abtropfen lassen und anschließend in eine Auflaufform mit Butter geben und abgedeckt im Backofen warm halten.

Das Schweinefilet in etwa 2 cm dicke Scheiben schneiden und in erhitzter Kräuterbutter kurz beidseitig angebraten. Dann leicht salzen und pfeffern. Die Filets anschließend aus der Pfanne nehmen. In der Pfanne die Zwiebeln kurz andünsten, mit Sahne aufgießen, abschmecken und die Filetstücke wieder hinzulegen und langsam ziehen lassen.

Gemischten grünen Salat (aus dem Garten) waschen. Aus Essig, Öl und Kräutern eine Vinaigrette mischen, die dann je nach Bedarf über den Salat gegeben wird. Dazu einen kleinen Teller Rohkost reichen.

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