RSI-Schüler bauen Fußballtore für Kettenis

Projekt

Die Herstellung der Tore ist komplex und wird von den Schülern des siebten Jahres der Abteilung „Zerspanung“ vorgenommen.

Ende gut, alles gut: Der Spielplatz an der Aachener Straße in Kettenis wurde zum Mai 2016 auf eine großangelegte Initiative der VoG Freunde des Spielplatzes Kettenis hin komplett neugestaltet. Jetzt kommen endlich auch Fußballtore hinzu.

Von Claudia Kühnen

Im Zuge der Neugestaltung kommen auch neue Spielgeräte, ein Bücherschrank und ein Spielschiff hinzu. Ganz oben auf der Wunschliste seiner primären Kunden, nämlich der Kinder, standen aber ein Paar stabile Fußballtore. Diese werden nun in einer Kooperation von der Stadt Eupen, Sapa Extrusion und Schülern des Robert-Schuman-Institutes (RSI) in Eupen hergestellt.

„Das Hauptproblem des ganzen Unternehmens war die Finanzierung“, erklärt Dirk Vandriessche, Vorsitzender des VoG. „Wir haben erst einmal im Internet recherchiert, und wirklich schlucken müssen, als wir die Preise sahen. Solche Tore sind extrem teuer. Aber dann kam uns der Zufall zu Hilfe.“

Der Kauf von fertigen Toren wäre zu kostspielig gewesen. Mit ein wenig Glück wurden Partner für das Projekt gefunden.

Zufall und viel Eigeninitiative. Dirk Vandriessche kannte die Firma Sapa Extrusion Raeren, die sich auf die Verarbeitung von Aluminium spezialisiert hat. Er fragte kurzerhand an, ob diese ihn bei seinem Vorhaben unterstützen und die benötigten Aluminiumprofile für die Tore liefern würde. Von der Firma kam grünes Licht. Allerdings war da immer noch die Sache mit dem Geld: Etwa eine halbe Tonne Aluminium würde für zwei massive Tore benötigt. Ein weiterer Zufall: Jürgen Falkenberg, der verantwortliche Lehrer in der Metallverarbeitung am Robert-Schuman-Institut in Eupen, wohnt ganz in der Nähe des Spielplatzes. Die Kooperation mit dem RSI stand bald fest, und auch die Finanzierung des Ganzen konnte geklärt werden: Die Stadt Eupen entschloss sich bald, die anfallenden Materialkosten zu übernehmen.

„Es war letztendlich eine absolut einzigartige Form des Sponsorings“, meint Dirk Vandriessche begeistert. „Eine Win-win-Situation, von der wirklich alle Beteiligten profitieren, vor allem aber die Kinder.“ Die Direktorin des Robert-Schuman-Instituts, Brigitte Kocks, ist überzeugt von der Aktion: „Für die Schüler ist ein solches Projekt natürlich unglaublich interessant, weil es so lebensnah ist. Sie erschaffen etwas, das gebraucht wird. Das motiviert die Schüler“, erklärt sie. „Und auch die Zusammenarbeit mit Sapa ist ein echter Mehrwert für unsere Schule.“

Anfang Januar war es dann endlich soweit: die Schüler der Abteilung „Zerspanung“ des RSI wurden zu Sapa eingeladen, um die Fertigung der Aluminiumprofile selbst zu verfolgen. Ebenfalls ein wichtiger Schritt, so Brigitte Kocks: „Die Schüler sehen damit, woher das Material kommt, mit dem sie arbeiten.“ Sacha Brandt, Verkaufsleiter von Sapa BeNeLux, legt viel Wert auf die Arbeit mit den Jugendlichen: „Die Schüler sind eine Bereicherung für unser Unternehmen. Vor dem Hintergrund des zukünftigen Fachkräftemangels sind ebendiese Schüler die Zukunft für uns. Die Schüler von heute können die Sapa-Mitarbeiter von morgen sein.“

Ein bisschen Eigenwerbung ist natürlich auch dabei: „Wir sind ein multinationales Unternehmen, aber wir möchten gerne wieder einen regionalen Bezug herstellen“, erzählt er. „Wir wollen der Bevölkerung zeigen, wer wir sind und was wir tun.“ Außerdem soll der leichte und ökologische Stoff Aluminium bekannter gemacht werden. In der Zerspanung, einer Unterabteilung der Mechanik, arbeiten tatsächlich nur drei Schüler an den Toren. Levi Wey, Tim Groten und Jeremy Schumacher sind allesamt im siebten Jahr. „Kleinere Vorarbeiten werden manchmal von Schülern aus anderen Bereichen und Jahrgängen übernommen. Die Hauptarbeit übernehmen aber die drei hier“, erklärt Jürgen Falkenberg, der die Schüler bei ihrer Arbeit betreut. Unter seiner Aufsicht und Anleitung schneiden die Schüler die Aluminiumprofile zurecht und schweißen das Tor zusammen.

„Es ist toll, am Ende ein fertiges Produkt zu haben“, sagt Schüler Levi Wey.

Das ist schwieriger, als es klingt. Unter anderem muss man die Oxidschicht wegschleifen und das Aluminium aufwärmen, bevor man mit dem Schweißen beginnt.

Die Schüler sind indes stolz auf ihr Werk: „Es ist natürlich sehr viel Arbeit, und auch anstrengend. Aber es macht auch Spaß, und es ist toll, am Ende ein fertiges Produkt zu haben“, sagt Levi Wey. Die drei sind sich einig: Die Tore für Kettenis sind ein großartiges Projekt.

Am 1. Mai sollen die Tore übrigens mit dem Frühlingsfest auf dem Spielplatz eingeweiht werden. Fertig ist die Spil- und Sportoasedamit aber noch nicht: Dirk Vandriessche hofft, dass „der Platz sich immer weiterentwickelt und niemals als abgeschlossen abgehakt wird“.

Unter der Aufsicht von Jürgen Falkenberg (rechts) und Anleitung schweißen die Schüler die Aluminiumprofile zusammen. | Foto: privat

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