Ostbelgien im Rückblick: Richard Pontzen von der Kundgebung ins Gefängnis

DAMALS

Beim Blick zurück auf Eupen-Malmedy sogleich nach dem Anschluss an Belgien in der Folge des Ersten Weltkriegs rückt der in Malmedy ansässige Generalgouverneur Herman Baltia in den Vordergrund. Ihm hatte die Regierung in Brüssel aufgetragen, den Staatenwechsel der Neubelgier möglichst reibungslos zu vollziehen.

Im April des Jahres 1920, als

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  1. Ich bin kein Historiker, sondern ein an der Geschichte meiner Heimat interessierter Mensch. Von Herrn Pontzen und dem Protest von Gewerkschaftlern gegen die wirtschaftlichen Folgen der Annexion Eupen-Malmedys und gegen sie so genannte Volksbefragung habe ich bis dato noch nie etwas gehört, und ich wage zu behaupten, dass es der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung ebenso ergeht.

    Dass Generalgouverneur Baltia bereit war, den Einsatz „des Maschinengewehrs und der Kanone“ zu befehlen, wirft ein bezeichnendes Licht auf die Mentalität, die damals den „cantons rédimés“ gegenüber herrschte. Hatte Baltia doch alle Vollmachten erhalten, diktatorisch wie der Gouverneur einer Kolonie zu herrschen und wie im Kongo die Eingeborenen mit allen Mitteln zur Räson zu bringen.

    Es ist gut, dass diese Episode der Allgemeinheit ins Bewusstsein gerückt wird. 2020 ist nicht mehr weit, und Pontzen sollte dann seinen Platz in den dann fälligen Gedenkreden finden.

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