Kinotage in Eupen: Vom Holocaust bis zum Rassenkonflikt

Film

„A United Kingdom“ ist eine Filmbiografie über Ruth Williams Khama und ihren Ehemann, den ersten botswanischen Präsidenten Sir Seretse Khama. | Foto: Stanislav Honzik

„Schatten der Geschichte“ – so lautet das Motto der diesjährigen Filmtage, die noch bis Mittwoch, 24. Mai, im Eupener Cinema laufen.

Das Kinoprogramm besteht aus drei Filmen unterschiedlicher Genres, die allesamt dunkle Kapitel der näheren Menschheitsgeschichte behandeln, die nach wie vor ihre Schatten auf die Gegenwart werfen und von erschreckender Aktualität sind: der Holocaust und dessen geschichtswissenschaftliche Aufbereitung, der Imperialismus im südlichen Afrika, sowie die Rassentrennung in den USA und der damit zusammenhängende Bürgerkrieg.

Die Menschheitsgeschichte umfasst zahlreiche dunkle Kapitel. Zweifelsohne gehört der nationalsozialistische Völkermord dazu – und doch gibt es bis heute Menschen und Bewegungen, die den Holocaust verharmlosen oder gar bestreiten. Zu den Holocaustleugnern gehört auch der britische Journalist und Autor David Irving, der im Jahr 1996 eine Verleumdungsklage gegen die US-amerikanischen Historikerin Deborah Lipstadt anstrebte. Lipstadt hatte Irving in ihrem Buch ‚Denying the Holocaust‘ als „authentischen Holocaustleugner“ bezeichnet. Das Geschichtsdrama „Verleugnung“ beruht auf dieser wahren Begebenheit und erzählt die Geschichte des unglaublichen, beinahe absurden Prozesses, in dem Lipstadt nicht nur ihre eigene Unschuld beweisen muss, sondern auch, dass der Holocaust wirklich stattgefunden hat.

In dem Film „Verleugnung“ geht es um einen fast schon grotesken Gerichtsprozess.
In dem Film „Verleugnung“ geht es um einen fast schon grotesken Gerichtsprozess. | Foto: SquareOne Entertainment / Universum Film

Auch das Biographie-Drama „A United Kingdom“ beruht auf wahren Begebenheiten. Es behandelt die Liebesgeschichte zwischen Seretse Khama, dem Thronfolger des damaligen britischen Protektorats Bechuanaland (heute: Botswana), und der britischen Büroangestellten Ruth Williams. Ihre 1948 geschlossene Ehe war Anlass für jahrelange politische Verwicklungen und erfuhr Widerstand von allen Seiten: Der Familie Ruths, dem künftigen Volk Khamas sowie der Regierung des benachbarten Südafrikas, die gerade damit begonnen hatte, ihre Politik der Apartheid umzusetzen. Allen Umständen zum Trotz halten die beiden an ihrer Liebe fest – ein Film gegen die Apartheid und für die Gleichheit aller Ethnien.

Um ethnische Gleichheit geht es auch in dem Dokumentarfilm „I am not your Negro“ von Raoul Peck. Mit einer fulminanten Collage von Archivfotos, Filmausschnitten und Nachrichten-Clips wird das unvollendete letzte Buch des afroamerikanischen Schriftstellers James Baldwin rekonstruiert. Eine schonungslose Abhandlung über die Rassenproblematik in den USA, im Mittelpunkt die Bürgerrechtler Martin Luther King Jr., Medgar Evers und Malcolm X, die alle im Kampf gegen den Rassismus ihr Leben ließen.

Die Filme sind ab zwölf Jahren bzw. sechs Jahren freigegeben. Der Eintrittspreis beträgt wie üblich sechs bzw. fünf Euro. Weitere Infos unter cinema-eupen.be.

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