Betonköpfe braucht es nicht mehr

Debattenkultur

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Illustration | Foto: Photo News

Heute ist es genau eine Woche her, dass die Welt die Wahl Donald Trumps zum künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zur Kenntnis nehmen muss. Fünf Lehren, die wir für uns hier in Ostbelgien aus dem Trump-Triumph ziehen müssen.

Von Mario Vondegracht

  1. Wir müssen unsere Arroganz überwinden!

    Was

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  1. Herr Vondegracht, ich kann ihrem Kommentar größtenteils beipflichten.
    Nur 2 Bemerkungen:
    1. Wie bitte soll man einen Bewerber für das Präsidentenamt bewerten, der allein zum Zweck der Machterlangung Hass schürt, Fakten verdreht und dessen Aussagen nachweißlich zum Großteil gelogen sind ? Trump ist nicht trotzt sondern wegen dieser Lügen und Spaltungstyraden gewählt worden. Und wie soll man eine Streitkultur pflegen, wenn Diskussionen nicht mehr auf Grundlage von Fakten sondern Lügen geführt werden ? Die Meinung eines Andersdenkenden zu respektieren fällt schwer, wenn diese Meinung sich auf Lügen, Hass und Werten stützt, die weder unseren „abendländischen Kultur“ noch Verfassungsnormen entspricht. Ja, es gibt nicht nur gut und böse, nicht nur richtig und falsch. Ohne Verständigung auf einen gemeinsamen Wertekanon ist Verständigung nicht möglich. Frau Merkel hat für diese Klarstellung an den US-Präsidenten Lob und Prügel erhalten. Aber nur so geht es.
    2. Die Meinungsforscher sind angesichts des Trump-Sieges geteert und gefedert worden. Zum Teil zu Unrecht. Sie haben einen knappen Sieg von Hillary Clinton prognostiziert und … mit dieser Einschätzung recht ! Obwohl das endgültige Wahlergebnis noch nicht feststeht, wird Hillary Clinton einen Stimmenvorsprung von über 1 Millionen Stimmen haben. Trump hat keine Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung hinter sich vereinen können sondern Frau Clinton. Dass er trotzdem Präsident wird liegt an einem Wahlsystem, dass Donald Trump selbst als Desaster für die Demokratie bezeichnet hat. 2/3 der Amerikaner selbst halten dieses System für undemokratisch. Ob Trump sich jetzt dafür einsetzen wird, dieses undemokratische und überholte System abzuschaffen, wage ich zu bezweifeln. Nicht immer sind die Demoskopen schuld.

  2. „Fuck Trump“ ist auf dem Gesicht – oh, Wunder, ein Farbiger… – zu lesen. Nett! AnGESICHTs der Olle des Donalds sollte der Kleine eher: „Fuck me“ schreiben…

    1. Bravo ! Ein an Niveau kaum noch zu übertreffender Kommentar Herr Nitzschke !
      Aber keine Sorge, es werden goldene Zeiten für sie anbrechen .
      Der wegen seiner Nähe zum Ku-Klux-Klan, weißen Nationalisten und Antisemiten umstrittene frühere Leiter der erzkonservativen Online-Hetzplattform „Breitbart News“ wechselt als Chefstratege ins Weiße Haus. Bereits im Wahlkampf hat Steve Bannon seine „Qualitäten“ als Trump-Wahlkampfstratege eindrucksvoll unter Beweis gestellt und sie ja auch scheinbar nachhaltig beeindruckt.
      „Breitbart News“ hat nunmehr angekündigt, auch in Deutschland und Frankreich aktiv zu werden, angesichts der dort bevorstehenden Wahlen.
      Sie werden also bei ihren differenzierten Kommentaren Unterstützung erhalten. Weiterhin viel Spaß dabei.

    2. Herr L.: Habe ich das Bild gewählt? Nein. Habe ich dem Jungen die Vokalbeln aufgemalt? Nein. Vertrauen Sie weiterhin dem Mainstream; die Realität holt Sie irgendwann ein. Wie singen so treffend Pearl Jam? „The sorrow grows bigger when the sorrow’s denied“. Sie leben in der Realitätsverweigerung und -leugnung. Das ist das Gefährlichste, was es gibt.

  3. Sehr geehrter Herr Leonard,

    ich habe leider erst jetzt die Zeit gefunden, auf Ihren Kommentar zu antworten.

    Zu 1.: Sie haben Recht, wenn Sie sagen, dass Trump mit Unwahrheiten und Demagogie an die Macht gelangt ist. Das ist schlimm und vor allem besorgniserregend, wenn das Schule machen sollte. Auch beim Brexit ist es ja so gewesen, dass gezielt Lügen platziert wurden und Fakten kaum zählten (Stichwort „postfaktisch“). Resignation ist aber nicht das Mittel, das wir brauchen. Wir müssen die Streitkultur nicht pflegen, wir müssen sie immer wieder aufs Neue aufbauen und die Demagogen mit Fakten entlarven. Das mag schwierig sein, aber das meine ich auch damit, wenn wir um unsere Demokratie kämpfen müssen. Ich bin allerdings auch der Meinung, dass das nicht auf Teufel komm raus geschehen kann. Bei manchen (oder vielen?) Betonköpfen ist Hopfen und Malz verloren. Ein Versuch ist es aber allemal wert.

    Zu 2.: Sie müssen mit mir aber übereinstimmen, dass ein Sieg Trumps doch als recht unwahrscheinlich interpretiert wurde, oder? Die Meinungsumfragen müssten doch schon bei ihren Berechnungen einen Schritt weiter gedacht und das in der Tat veraltete Wahlsystem der USA miteinkalkuliert haben…

    Gruß

    1. Ich stimme ihnen zu, dass eine gepflegte und sachliche, ruhig auch engagierte Streitkultur wieder in den Vordergrund rücken sollte, denn sie wurde schon zu lange vom populistischen Getöse übertönt. Hierbei sollte unsere Wortwahl besonders bedacht sein, um nicht die oft rechtsradikale (und manchmal auch linksradikale) Rhetorik und Terminologie der Populisten aufzugreifen, mit der sie versuchen, die öffentliche Debatte zu verseuchen.

  4. Außerdem, lieber Herr Leonard, sollten Sie Ihre mangelhaften Kenntnisse in der englischen Bedeutungslehre bessern – à propos „Betonköpfe“… „Fuck someone (Trump)“ bedeutet soviel wie „Er (Trump) soll zur Höle gehen“; „Fuck me“ wird genutzt um seine Überraschung zum Ausdruck zu bringen, also so etwas „Oh Mann! (das hätte ich nie gedacht – oÄ)“. Aber, ich weiß, es geht Ihnen nur darum mir, und Gleichgesinnten, Kontra zu geben, so sinnlos die Kritik auch ist. Man kann es nur wiederholen: Es handelt sich um einen surrealistischen Umgang mit der Zeit (ebenfalls ist Die Zeit idT. surrealistisch geprägt, in ihrer krampfhaften Versuch, die große Umsiedlung gut zu heißen), und der Logik, den Trump-Gegner wie Sie an den Tag legen: Ein gerade erst gewählter Präsident, der noch keinen einzigen Tag im Amt war, wird als Urheber aller Probleme der Welt dargestellt. Delirium tremens heißt das, in der Medizin!

  5. Ja, sachlich, das wäre idT sehr schön… Denntrotz der eklatanten unisono Stimmungsmache gegen Trump vor der Wahl, die alles andere als das Erwartete „Kind“ geboren hat, beharrt der ach-so-ausgeglichene, sachliche Mainstream auf die „nur Negatives zu Trump, auch wenn es absurd, irrelevant, an den (blonden, braunen, schwarzen , grünen, usw.) Haaren herbei gezogen ist“. Wie heute CNN, zBsp., das online mit einem Beitrag zur Auswanderung Trumps Großvaters (!!!) wieder einmal brilliert: Der Opa wanderte 1905 aus Deutschland aus, weil er „heraus getreten (kicked out)“ wurde, weil er seinen Wehrdienst nicht geleistet hatte. Und deshalb ist Trump an allem Elend der Welt schuld. Logisch, oder? Im Englischen gibt es denn Ausdruck „The sky is the limit“; im Umkehrschluß stelle ich fest, daß „there is no bottom line“.

  6. „Ein gerade erst gewählter Präsident, der noch keinen einzigen Tag im Amt war, wird als Urheber aller Probleme der Welt dargestellt.“
    Wer bezeichnet Trump als „Urheber aller Probleme der Welt“? Das behauptet keiner, der seriös argumentiert.

    Zu dem Wort, das in dem eher prüden Amerika zu den drei schlimmsten Schimpfwörtern gehören soll. Warum das GE solch ein Foto veröffentlicht, erschließt sich mir nicht. Die Einzelaktion eines Halbwüchsigen hat keinerlei Nachrichtenwert, und die Veröffentlichung dient wohl nur dazu, Stimmung zu machen – gegen Trump oder seine Gegner, jeder kann sich das Passende aussuchen, was hier ja schon geschieht. Als Blickfang soll es wohl dazu dienen, den Leser anzulocken, Klicks (und Werbeeinnahmen) zu generieren.

    Die Anhänger Trumps empören sich darüber, dass man seine Sprüche und Wahlversprechen kritisiert. Man solle erst seine Taten abwarten. Und seine markigen Sprüche seien sowieso nur Wahlkampfgetöse und nicht ganz ernst zu nehmen.

    Dieselben Leute feiern Trump aber dafür, dass er offen rede, die Dinge beim Namen nenne und nicht sei wie die „traditionellen“ Politiker, die viel versprechen und nichts halten. Was soll nun gelten?

    Und dass man die Absichten eines zukünftigen Präsidenten nicht kritisieren dürfe, ist eine seltsame Forderung bei Leuten, die selber lauthals jedes Projekt der „traditionellen“ Politiker in Grund und Boden verdammen. Deux poids, deux mesures.

    Zum Wahlsystem: Es ist undemokratisch und antiquiert, aber das wussten alle im Voraus. Wenn die Amerikaner damit leben wollen, ist das ihr Problem. Aber kritisieren darf man es trotzdem.

    Zu den Umfragen, die Herr Leonard anspricht. Es ist bekannt, dass alle Umfragen einen gewissen Unsicherheitsfaktor enthalten. Bei knappen Ergebnissen wie hier können sie sich also irren. Wenn die Demoskopen allerdings dem dortigen Wahlsystem nicht Rechnung getragen haben und nicht per Bundesstaat ausgewertet haben, hätten sie ihr Honorar nicht verdient, zumal es einen Präzedenzfall in jüngerer Vergangenheit gab (2000 – Bush – Gore).

  7. Mit Delirium tremens scheinen sie sich ja bestens auszukennen.
    Weder ich noch sonst jemand hat Donald Trump für die Probleme in der Welt verantwortlich gemacht. Wie kommen sie darauf ? Wahrscheinlich genauso wie zu behaupten, das 80% der Flüchtlinge, die im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommen sind, gar nicht aus Syrien stammen.
    Donald Trump wird dafür kritisiert:
    – dass er eine rückwärtsgewandte Politik betreibt;
    – dass er ein notirischer Lügner ist;
    – dass er einen Schmutzwahlkampf auf dem Rücken von Minderheiten ausgetragen hat;
    – dass er mit seiner Hetzrhetorik das Land gespalten hat;
    – dass er Frauen als Objekte betrachtet;
    – dass er offensichtlich ein Ignorant gesellschaftpolitischer Zusammenhänge ist;
    – dass er den Klimawandel als chinesische Verschwörung darstellt und ökologische Standards pulverisieren möchte;
    – dass er den rechten Hetzer Steve Bannon, der bereits für seinen „sauberen“ Wahlkampf verantwortlich zeichnete, zu seinem erster Berater gemacht hat;
    – dass er Rassisten, Sexisten und Homophobe hoffähig gemacht hat;
    Donald Trump ist im Wahlkampf in der Maske eines Horrorclowns aufgetreten.
    Richtig, man sollte selbst ihm die Chance geben, sie wieder abzunehmen … wenn es wirklich nur eine Maske war.

    1. Trump hat die US Gesellschaft nicht gespalten, sondern nur von der bereits bestehenden Spaltung profitiert. Trump ist das Ergebnis von Obamas Gesellschaftspolitik. Obama hat sich nur um Minderheiten gekümmert und die weißen Arbeitnehmer vergessen. Aber den Afroamerikanern geht es nach 8 Jahren Obama auch nicht besser.

  8. Herr Leonard, ich erlaube mir, Ihre Liste fortzusetzen:

    – dass sein Firmenkonglomerat hoch verschuldet ist ( http://www.tagesschau.de/ausland/uswahl/trump-firmen-101.html )

    – dass seine Firmen im Ausland, u. a. in China, produzieren lassen. Man darf gespannt sein, wann er diese Produktionsstätten in die USA zurückverlagert. Oder wird er sich selber auch eine Strafsteuer von 20 % auferlegen? ( http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/donald-trump-tochter-ivanka-produzieren-ware-in-china-14166095.html )

    – dass er Clinton im Wahlkampf versprach, sie ins Gefängnis zu bringen, sie jetzt aber hofiert, was einige seiner Anhänger ihm schon krumm nehmen ( http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-alt-right-anhaenger-wuetend-wegen-clinton-entscheidung-a-1122645.html )

    – dass er gegen das Establishment gewettert hat, aber selber ein Teil davon ist. Oder glaubt man wirklich, jemand, der in bester Lage in einem luxuriösen Wolkenkratzer in New York ein Firmenimperium dirigiert und Milliarden besitzt, könnte das ohne Verflechtung mit der politischen, finanziellen und industriellen Führungsschicht tun? Pikantes Detail: Die Clintons waren zu Trumps Hochzeit eingeladen. Zu solch einem Fest bittet man gemeinhin nur seine besten Freunde.

    – dass er einen Handelskrieg mit China anzetteln will (45 % Strafzoll), aber gleichzeitig die pazifischen Verbündeten der USA vor den Kopf stößt mit seiner Absicht, aus dem Handelabkommen TTP auszusteigen. Glaubt er etwa, diese Länder würden weiterhin amerikanische Produkte zollfrei ins Land lassen, wenn sie ihre eigenen in den USA nicht mehr zu gleichen Bedingungen verkaufen können? Die Chinesen freuen sich schon darauf, ihre Handels- und Einflusszone auszudehnen.

    – dass er zuerst das Klimaschutzabkommen verteufelt hat und jetzt eine „open mind“ dazu hat.

    – dass der sich geweigert hat, seine Steuererklärungen zu veröffentlichen. Wie es heisst, soll er keine oder nur geringe Steuern gezahlt haben, und das bei einem Vermögen, dass er selbst auf über 8 Milliarden Dollar beziffert, vorsichtige Schätzungen schwanken zwischen 2,5 und 5 Milliarden.

    – dass er in zahllose Prozesse verwickelt war und noch immer ist, bis hin zu Verfahren gegen bundesstaatliche Einrichtungen. Wird es Urteile in Sachen Trump vs. President Trump geben?

    – dass er in Putin den „starken Mann“ mit „Führerqualitäten“ lobt, der sich durchsetzen kann. Will er ihm etwa nacheifern?

    – dass… (Wird fortgesetzt)

    Aber Betonköpfe wird das alles nicht beeindrucken.

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