Mallorca-Sängerin Mia Julia: „Auf die Kacke hauen, auch als Frau“

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Mia Julia weiß sich in Szene zu setzen. | Foto: Veranstalter

„Frech, laut und sexy“ beschreibt sich die Mallorca-Sängerin Mia Julia. Die Ex-Pornodarstellerin steht am Freitag im St.Vither Triangel auf der Bühne, obwohl sie derzeit gesundheitlich etwas angeschlagen ist und alle Auftritte bis Donnerstag abgesagt hat. Im GrenzEcho verrät sie, was das Publikum erwartet, und warum sie im Leben nichts bereut.

Von Allan Bastin

Mia Julia, du trittst am Freitag in St.Vith auf. Weißt du, was dich dort erwartet und wusstest du, dass in Belgien Deutsch gesprochen wird?
Ja, mir war das schon bekannt. Ich habe auch einige Fans in Belgien, die mir auf Deusch schreiben und sie verstehen ja, was ich singe. Also war ich schon beruhigt.

St.Vith ist keine Großstadt oder eine Partymeile wie Mallorca. Macht das einen Unterschied?
Ich bin gespannt, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch die Leute vom Dorf, zu denen ich ja selbst zähle, richtig Gas geben können. Ich mache mir da keine Sorgen. Solange die Leute gut drauf sind und Lust auf Mallorca-Stimmung haben, ist alles gut.

Bevor du Sängerin auf Mallorca wurdest, warst du Pornodarstellerin. Ist dein Publikum heute ein anderes?
Das Publikum ist komplett anders. Natürlich sind alte Fans geblieben. Es gibt auch Fans von meiner  Person, die überall dabei sind, was immer ich auch mache. Der Großteil meiner Fans sind Mallorca-Leute, aber es ist eigentlich eine Mischung aus Mallorca-Publikum und Erotikfans. Ich mache zwar keine Pornografie mehr, aber weiterhin Erotikspielchen auf der Bühne.

Die Erotik ist bei dir also nicht ganz verschwunden. Würde es auf der Bühne nicht ohne gehen?
Doch, es würde auch ohne gehen. Meine Fans sagen auch, dass das Ausziehen gar nicht sein muss, das ist auch ein schönes Kompliment. Aber ich bin eben anders. Ich will zeigen, dass jeder machen darf, was er will, und jeder sich ausleben darf, wie er will. Man darf auf die Kacke hauen, auch wenn man eine Frau ist. Noch bin ich jung, also geht‘s noch, aber in ein paar Jahren ist es wieder anders. Außerdem will es dann auch keiner mehr sehen.

Wie weit gehst du mit der Erotik auf der Bühne? Was erwartet die Zuschauer in St.Vith?
Es ist unterschiedlich. In Deutschland habe ich mittlerweile viele Auftritte, bei denen ich angezogen bin. Der Rest ist „oben ohne“. Es hängt immer davon ab, wie weit ich gehen darf. Früher war ich ganz nackt auf der Bühne, aber da waren die Leute ein bisschen schockiert und erschrocken. Viele sagten, dass ich das gar nicht nötig habe und sie mich auch so feiern. Also habe ich gesagt, „oben ohne“ reicht. Mehr nicht. Nichts mit Anfassen oder so.

Früher hat sich Mia Julia auf der Bühne nackt ausgezogen - heute ist sie hin und wieder "oben ohne" zu sehen.
Früher hat sich Mia Julia auf der Bühne nackt ausgezogen – heute ist sie hin und wieder „oben ohne“ zu sehen. | Foto: Foxglove Pictures/Gerhard Fingerhut

Du hast einmal in einem Interview gesagt, dass dein Auftreten förderlich für die Frauen sei. Wie hast du das gemeint?
In Deutschland gibt es Nacktmodels, die sich ausziehen, damit man über sie redet und sie in die Presse kommen. Das ist nicht mein Ziel. Ich will zeigen, dass Frauen auch auf die Kacke hauen können. Außerdem müssen sie keine XXL-Brüste haben. Frauen dürfen auch kleine Brüste haben und können gut aussehen, so wie Gott sie schuf. Wir müssen nicht an uns „herumschnippeln“ lassen. Ich habe eine große weibliche Fangemeinde, die den Hintergrund versteht, warum ich das mache. Sie gehen dadurch gestärkt zur Arbeit. Natürlich sollen sie nicht nackt zur Arbeit gehen, das ist nicht mein Ziel. Ich will den Mädels nur Mut machen, zu sein, wie sind und sie dazu bringen, sich etwas zu trauen. Es kommt oft von Mädchen die Resonanz, dass sie Angst hatten, sich irgendwo zu bewerben, aber sich dann denken: „Hey, du schaffst es nackt auf der Bühne zu performen und dich wohlzufühlen, dann schaffe ich es auch, eine Ausbildung anzufangen.“

Was ist das Besondere an diesem „Mallorca-Style“?
Früher war der gängige Begriff „Ballermann“, aber das Wort benutze ich kaum. Wir haben das Wort „Mallorca-Style“ ins Leben gerufen. Wir sind die neue Generation, die moderne Musik machen darf, auch mal andere Beats nutzt, mal etwas mischt und in eine andere Trickkiste greift. Wir sind frech, laut, sexy und geben einfach Gas.

So schnell man in Mallorca oben ist, so schnell fällt man auch wieder in die Bedeutungslosigkeit.
Das kann immer passieren, in egal welchem Beruf. Aber wenn man sich anstrengt und sich neu erfindet, dann ist es schwierig. Ich mache es ja nicht einfach, um etwas zu machen, sondern es ist für mich eine Lebensaufgabe und ich habe Spaß daran. Ich liebe meinen Job, mein Hobby ist zum Beruf geworden. Ich darf sein wie ich bin. Wenn man kreativ ist und die Leute mit einbezieht, dann gerät man nicht so schnell in Vergessenheit. Aber die Gefahr ist natürlich da.

Ganz wichtig in diesem Milieu ist das Spiel mit den Medien. Die Bild-Zeitung beispielsweise kann Personen in den Himmel hieven, aber die Karriere genauso schnell zerstören. Wie kommst du damit klar?
Das ist normal. Solange ich nichts Illegales mache, passiert mir nichts. Das ist das Schöne: Ich habe eine Vergangenheit hinter mir, ich hab Pornos gedreht, ich habe etwas gemacht, das sowieso nicht jeder machen würde, also muss ich nicht wirklich auf mein Image achten. Ich habe für die Öffentlichkeit schon etwas Gewagtes gemacht. Ich gehe entspannt durchs Leben und darüber bin ich froh. Ich muss keine Person darstellen, die ich gar nicht bin. Die Leute mögen das auch nicht.

Bereust du also nichts in deinem Leben?
Ich bereue gar nichts. Natürlich ist mir bewusst, dass es etwas Gewagtes war. Im Nachhinein muss ich auch selbst drüber schmunzeln und sage mir, dass es schon „heavy“ war. Aber ich stehe dazu. Meine Oma hat immer gesagt: Sie bereut nicht die Fehler im Leben, sondern nur die Fehler, die sie nicht gemacht hat. Danach lebe ich auch. Man lebt nur einmal, also kann man auch auf die Kacke hauen. Ich muss dem Nachbarn nicht gefallen, das will ich den Leuten auch mitteilen. Solange man niemanden verletzt oder etwas Böses macht, solange man selbst glücklich ist, ist doch alles gut.

Welche Rolle spielt dabei dein Mann der zugleich dein Manager ist?
Er steht absolut hinter mir. Wir sind seit elf Jahren zusammen und seit fast acht Jahren verheiratet. Wir haben uns vor der Erotik kennengelernt. Ich war eine normale Frisörin, er war bei der Versicherung. Beide hatten ein normales Leben. Wir haben uns dann gemeinsam ausgelebt.

Du bist jetzt 30 Jahre alt. Was willst du noch in deinem Leben machen?
Zur Schauspielerei würde ich nicht Nein sagen. Wenn der Tatort oder so anfragen würde, würde ich das auf jeden Fall ausprobieren. Man muss Dinge im Leben ausprobieren. Gefällt es mir oder nicht? Der große Wunsch von meinem Mann, dem Team und mir war auch, auf Konzerttournee zu gehen. Das haben wir jetzt möglich gemacht, denn ab Ende November gehe ich auf Tour. Zwar bin jetzt schon ständig unterwegs und jedes Wochenende ausgebucht, aber das sind normale 45-minütige Auftritte. Bei der großen Tournee geht ein Konzert zwei Stunden, mit Gitarristen, Background-Sängern, usw. Es ist ein Traum, den wir uns erfüllen. Aber es wird auch schwierig und wir werden sehen, ob es klappt oder nicht.

GEWINNSPIEL: Mia Julia tritt am Freitag, den 14. April im St.Vither Triangel auf. Auf dem Line-Up stehen außerdem: Finger & Kadel, Music Factory, DJ Heinz, Kaikrizz und DJ Hubby. Beginn der Veranstaltung ist um 21 Uhr. Karten sind bis Mittwoch im Vorverkauf zum Preise von 10 Euro erhältlich im Triangel oder im Internet unter www.triangel.com. An der Abendkasse kostet der Eintritt 15 Euro. Das GrenzEcho verlost 2×2 Karten für den Abend. Interessenten senden bis Donnerstagmittag eine E-Mail mit ihren Angaben und dem Betreff „Mia Julia“ an info@grenzecho.be.

  1. Mallorca-Sängerin Mia Julia: „Auf die Kacke hauen, auch als Frau“

    Aber ich bin eben anders. Ich will zeigen, dass jeder machen darf, was er will, und jeder sich ausleben darf, wie er will. Man darf auf die Kacke hauen, auch wenn man eine Frau ist.

    Meine Oma hat immer gesagt: Sie bereut nicht die Fehler im Leben, sondern nur die Fehler, die sie nicht gemacht hat. Danach lebe ich auch. Man lebt nur einmal, also kann man auch auf die Kacke hauen.

    Gleich drei Mal „Kacke“ auf einer Seite. Anscheinend hat die Dame die anale Phase ihrer kindlichen Sexualität nie verlassen. Wohl ein Fall für den Psychiater.

    Auch der Herr Bastin scheint Gefallen an dieser ordinären Ausdrucksweise gefunden zu haben. Niveauloser geht’s nimmer. Aber wenn’s der „Öffentlichkeitsarbeit“ dient…

    Bleibt zu hoffen, dass beim Draufhauen die Kacke dieser „Künstlerin“ voll ins Gesicht fliegt.

    Und dann diese Lebensweisheit an die „Genration“: Jeder darf machen, was er will, und jeder darf sich ausleben, wie er will. Bravo!

    Zum Glück lesen Jugendliche kaum eine Tageszeitung…

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