Klitzpera gegen Heinen: Genugtuung für Bütgenbacher

Arbeitsgericht Aachen

Harald Heinen war im Regionalfußball eine bekannte Persönlichkeit. | Foto: GE-Archiv

Im Verfahren zwischen dem Ex-Co-Trainer der U19 von Alemannia Aachen, Harald Heinen, und dem früheren Sportdirektor von Alemannia Aachen, Alexander Klitzpera, gab es am Montag ein Urteil. Für Harald Heinen ist es „ein voller Erfolg“, denn dem ehemaligen Regionalfußballer ging es darum, zu  beweisen, dass Klitzpera nicht seine Hausaufgaben gemacht habe. Der Bütgenbacher darf allerdings nicht mehr behaupten, „als kleiner dreckiger Belgier“ bezeichnet worden zu sein.

Wir erinnern uns zurück: Am 18. Januar 2016 kam es im Rahmen einer Teamsitzung zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen Klitzpera und Heinen. Die Meinungen gingen anschließend auseinander, wer was gesagt haben sollte. Heinen behauptete, Klitzpera habe ihn als „kleinen, dreckigen Belgier“ bezeichnet. Es kam sogar zu einem Handgemenge, in dessen Folge Heinen Klitzpera ins Gesicht schlug und dieser sogar im Krankenhaus behandelt werden musste. Heinen wurde fristlos entlassen. Anschließend griffen deutsche Medien wie die „Bild“-Zeitung dieses Thema auf.

Harald Heinen hatte zudem behauptet, dass Klitzpera bereits am 8. März 2015 über vermeintliche sexuelle Übergriffe eines ehemaligen Trainers aus dem Nachwuchsbereich informiert worden sei und im Anschluss nicht angemessen reagiert habe. „Wir haben in Belgien den Fall Marc Dutroux, das darf sich nie mehr wiederholen. Mir geht es um die Kinder“, wird Heinen von der „Aachener Zeitung“ bei einem Gerichtstermin im Januar dieses Jahres zitiert.

In dem aktuellen Verfahren ging es „nur“ um Unterlassungen. Und das Arbeitsgericht Aachen urteilte am Montag wie folgt: Harald Heinen darf nicht mehr behaupten, dass Klitzpera ihn als „kleinen, dreckigen Belgier“ bezeichnet habe. Die Klage von Klitzpera wurde allerdings abgewiesen. Heinen, für den das Urteil „ein voller Erfolg ist“, wie er dem GrenzEcho verriet, darf deshalb weiter behaupten, dass Klitzpera, der heute Chefscout des Bundesliga-Tabellenletzten Darmstadt 98 ist, bereits im März 2015 von Verdachtsmomenten gegen einen früheren Aachener Jugendtrainer gewusst hätte. Außerdem muss Klitzpera 55 Prozent der Verhandlungskosten tragen. Alemannias ehemaliger Co-Trainer und Leiter des Nachwuchsleistungszentrums Rainer Plaßhenrich wurde nämlich als Zeuge gehört und untermauerte die Behauptungen Heinens.

„Wir sind mit dem Urteil sehr zufrieden. Die Beleidigung stand nicht im Fokus. Uns ging es nicht darum, Recht zu bekommen, sondern darum, solche Leute aus dem Verkehr zu ziehen“, erklärte Heinens Anwalt Christoph Contzen im Anschluss gegenüber der „Aachener Zeitung“. Dem GrenzEcho sagte Contzen: „Es ist ein Erfolg, auf den wir hart hin gearbeitet haben.“ Sein Mandant habe im Zuge dieser Angelegenheit auch viele gesundheitliche Beschwerden erlitten, so Contzen weiter.

Klitzperas Anwalt Winfried Seibert meinte derweil: „Eigentlich hatte Herr Heinen ein Beweislastproblem zu seinem Nachteil, das durch den Zeugen aber umgekehrt wurde.“ Die nicht zum ersten Mal geäußerte Bitte des Richters, sich doch zu einigen und als „Sportsleute auseinander zu gehen“, blieb unerhört. (mv)

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