Dörfliche Attraktivität sichern

LokalRunde

Panaromablick auf das verschneite Medell: Landschaft und Lage sind große Trümpfe in mindestens drei der vier Dörfer, um die es in der kommenden Lokalrunde geht. | Foto: Jürgen Heck

Die vier Dörfer Born, Herresbach, Medell und Meyerode stehen bei der 17. Auflage der GrenzEcho-LokalRunde am kommenden Sonntag im Mittelpunkt des Interesses. Trotz unterschiedlicher Größe haben die vier Ortschaften einiges gemeinsam, nicht zuletzt die Herausforderung, dafür Sorge zu tragen, dass die Dörfer für kommende Generationen attraktiv bleiben. Die Aussprache darüber beginnt am Sonntag, um 11 Uhr An Terres’e in Meyerode.

Von Jürgen Heck

Vier Schulen, drei Kirchenfabriken, 950 Hektar Gemeindewald, 1.800 Einwohner: Das sind einige der Kernzahlen für die vier Ortschaften, um die es diesmal bei der LokalRunde geht.

Den meisten Bewohnern ist durchaus bewusst, dass es sich in ihren Heimatortschaften gut bis sehr gut leben lässt. Das belegt die nicht-repräsentative Telefonumfrage, die im Vorfeld einer jeden LokalRunde durchgeführt wird. Bei aller Zufriedenheit gibt es jedoch auch Kritikpunkte und bislang noch unerfüllte Wünsche.

Darüber hinaus gibt es jedoch relativ bedrohliche Entwicklungen, die dafür sorgen könnten, dass die vier Dörfer „austrocknen“. Um ihre Vitalität zu behalten, müssen Dörfer wie Born, Herresbach, Medell und Meyerode mittel- und langfristig als mögliche Heimat für junge Leute interessant bleiben. Allein die tolle Landschaft oder die gute Verkehrsanbindung in Richtung arbeitsplatzreicher Gegenden wird nicht ausreichen. Denn zuerst einmal muss sich die Gelegenheit bieten, in den Heimatdörfern zu bleiben. Jahrelange Wartezeiten, bis ein bezahlbares Baugrundstück gefunden wird, sind die Regel. Zum Kauf stehende Häuser oder Mietwohnungen haben Seltenheitswert. Und auch hier gilt: Ausbleibende Bautätigkeit führt über geringe Geburtenrate zur Existenzgefährdung der Grundschulen, die längst die früher zentrale Rolle der Kirche übernommen haben.

Dass in den Dörfern nicht die gleiche Infrastruktur wie in dichter besiedelten Gegenden vorhanden ist, liegt auf der Hand. Dennoch erwartet die Bevölkerung auch auf dem Lande, dass sie (fast) überall per Mobilfunk erreichbar ist oder dass die Internetverbindung in einer Qualität angeboten wird, die ein Homeoffice-Arbeiten ermöglicht. Davon ist man jedoch an einigen Stellen der Altgemeinde Meyerode weit entfernt.

Etwas anders sieht es bei der Nahversorgung aus, wo die meisten Befragten akzeptiert haben, dass es wegen Fragen der Wirtschaftlichkeit nicht mehr überall Lebensmittelgeschäfte oder Tante-Emma-Läden gibt. Die Mobilität, um Besorgungen zu erledigen, gehört zu den Selbstverständlichkeiten.

Deutlich negativer wird beispielsweise in Herresbach und Medell empfunden, dass es in Sachen Dorfkneipe Fehlanzeige heißt. Gegen das geflügelte Wort „Eine Dorf ohne Kneipe ist ein totes Dorf“ stemmen sich die Dorfgemeinschaften in Form von Vereinshäusern, alte Schulen mit neuer Zweckbestimmung oder Probelokalen in kollektiver Verantwortung.

Flächendeckender Mobilfunk und Internet in Breitband-Qualität nicht überall gewährleistet

Aufs Tapet kommen wird bei der GrenzEcho-Veranstaltung mit Sicherheit die Industriezone Kaiserbaracke. Nicht zuletzt dank der hartnäckigen Arbeit der Bürgerinitiative, der es gelungen ist, alle politischen Kräfte der Gemeinde hinter sich zu scharen, hat sich die Lage rund um die Holzstraße deutlich entspannt. Offene Fragen und Sorgen wegen der Umweltbelastungen bleiben. Dennoch ist es inzwischen möglich, dass über die geplante Erweiterung der Industriezone mit kühlem Kopf diskutiert werden kann.

Der LokalRunde ist jedoch eigen, dass nicht nur das Schlechte in den Vordergrund gerückt oder verzweifelt danach gesucht wird. In unterschiedlicher Ausprägung dürfen alle vier Ortschaften auf ein gut funktionierendes Vereinsleben verweisen. Nicht zuletzt dieses Netz trägt dazu bei, dass das Leben lebenswert bleibt. Allerdings geht dies nur, wenn viele sich bereit finden, sich dafür zu engagieren.

All dies sind einige der Themen, die am Sonntag zur Frühschoppenzeit aufs Tapet kommen sollen. Als Gesprächspartner haben sich Valerie Sarlette aus Herresbach, Olivier Huppertz aus Meyerode, Thomas Jacobs aus Medell und Gerhard Mertes aus Born bereit erklärt, Heike Verheggen von Radio Contact Ostbelgien Now und GE-Journalist Jürgen Heck Rede und Antwort zu stehen.

Alle Einwohner von Born, Herresbach, Medell und Meyerode sowie alle interessierten Bürger sind, selbstverständlich bei freiem Eintritt, eingeladen, sich aktiv als gern gesehene Besucher, Fragesteller und Diskussionsteilnehmer am 10. Dezember in das Geschehen einzuschalten. Und allen winkt am Ende der Veranstaltung eine LokalRunde, die das GrenzEcho An Terres’e ausgibt.

Die Erneuerung des Dorfplatzes in Meyerode soll demnächst in Angriff genommen werden.
Die Aufregung rund um die Industriezone Kaiserbaracke hat sich zwar etwas gelegt, doch Sorgen und offene Fragen gibt es weiterhin.

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