Daumen hoch für den Schwimmmarathon: „Mit der Zeit gesund gewachsen“

Benefizaktion

Daumen hoch für den Schwimmmarathon: Am 30. und 31 Januar springen wieder Tausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene für den guten Zweck ins kühle Nass. | Foto: GrenzEcho-Archiv

Ende Januar gehen wieder zahlreiche Ostbelgier auf Längenjagd für den guten Zweck, denn am 30. und 31 findet die 23. Ausgabe des Schwimmmarathons statt. Im Vorfeld der Veranstaltung erklärt Karl-Heinz Hergenhahn, seines Zeichens Hauptverantwortlicher des Events, was sich seit der ersten Auflage verändert hat, wie viel Arbeit hinter der Organisation steckt und was die Teilnehmer keinesfalls vergessen sollten.

Von Carsten Lübke

Organisiert wird die die größte Breitensport-Veranstaltung in der DG von den Lions-Clubs aus St.Vith und Eupen sowie vom Sportministerium der DG. Mit den Erlösen aus dem Schwimmmarathon bekämpfen die Lions-Clubs die „neue Armut“ in Ostbelgien. Das Geld, das gespendet bzw. erschwommen – für jede Länge zahlen die Lions-Clubs 20 Cent – wird, fließt in die Projekte der Gemeinde zurück, aus der die Spenden oder die Schwimmer kommen. So werden zum Beispiel im Norden der DG die Vinzenz-Vereine aus Eupen, Kelmis und Hergenrath, sowie die Anonyme Hilfe Raeren oder das Eupener Frauenhaus unterstützt. Im Süden kommt die Aktion unter anderem der Lebensmittelbank des Roten Kreuzes oder der Caritas zu Gute.

Herr Hergenhahn, vorab die Frage aller Fragen. Steigen Sie selbst auch ins Becken?

Ja, selbstverständlich. Ich werde beim Teamschwimmen ins Wasser steigen. Dabei werde ich versuchen, ungefähr 50 bis 60 Längen zu schwimmen, was in einer guten Stunde möglich ist.

Nicht nur Sie alleine werden bei der 23. Auflage des Schwimmmarathons ihre Längen im Wasser ziehen, sondern mit Ihnen werden auch etliche Ostbelgier ins kühle Nass springen. Mit wie vielen Teilnehmern rechnen Sie in diesem Jahr?

Wir wissen, dass ungefähr 3.000 Schüler dabei sein werden. Hinzu kommen mindestens 1.000 Erwachsene, die an den Tagen für den guten Zweck ins Wasser steigen. Unter dem Strich rechnen wir mit 4.000 bis 4.500 Schwimmern bei der diesjährigen Auflage.

Wie erklären Sie sich diesen enormen Zulauf?

Vielleicht weil es in Ostbelgien ganz gut organisiert ist. Ich denke dabei an alle Aktionen, die immer im Vorfeld der Veranstaltung von unseren Partnern, sei es beispielsweise der BRF oder das GrenzEcho, gestartet werden. Durch die verschiedenen Projekte wird Jahr für Jahr auf das Event hingewiesen und ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass es auch bei uns hier in Ostbelgien notleidende Menschen gibt, die unsere Hilfe nötig haben.

Stand bei der Pressekonferenz der 23. Auflage des Schwimmmarathons am Mittwochabend allen Medienakteuren Rede und Antwort: Heinz Hergenhahn. | Foto: Carsten Lübke

Wer darf alles ins Wasser hüpfen, um einen Beitrag für den guten Zweck zu leisten?

Jeder, der nur will. Es gibt überhaupt keine Altersgrenzen. Aber Achtung: Zwischen 8 und 16 Uhr sind einige Bahnen für die Schulkinder reserviert, aber morgens zwischen 6 und 8 Uhr und abends von 16 bis 20 Uhr kann jeder ohne Einschränkung die vier Bäder erobern.

Sie sind seit 23 Jahren mit verantwortlich für die größte Breitensport-Veranstaltung in der DG. Sie müssen es also wissen, was hat sich in den letzten 23 Jahren verändert?

Oh, das ist schwer aufzuzählen. Am Anfang war das ganze Event sehr mühsam, da nur die Primarschüler aktiv daran teilgenommen haben. Das Erwachsenenschwimmen gab es damals noch nicht. Nach und nach ist das ganze Konzept aber ausgedehnt worden. Wir haben zum Beispiel auch nur mit zwei Schwimmbädern angefangen. Das waren damals das Hallenbad in Eupen und das Galmeibad in Kelmis. Erst einige Jahre später sind die Bäder aus St.Vith und Bütgenbach dazugekommen. Ich würde sagen, dass die Veranstaltung und das Konzept mit der Zeit gesund gewachsen sind. Von Jahr zu Jahr ist immer etwas hinzugekommen, sodass wir von unserer eigenen Veranstaltung nie überrumpelt worden sind. Generell ist es schön, diese ganze Entwicklung mitzuverfolgen.

Gibt es in diesem Jahr Neuerungen?

Direkte Neuerungen nicht. Wir haben aber in den letzten drei Jahren mit dem ins Leben gerufenen Team-Schwimmen gute Erfahrungen gemacht. Hier möchten wir in diesem Jahr einige kleine Verbesserungen vornehmen und noch mehr Mannschaften für diese Aktion mobilisieren. Mit dabei ist in diesem Jahr auch wieder die BRF-Aktion „Sie spenden, wir spielen Ihren Song“. Im letzten Jahr kamen dank des Projekts insgesamt rund 17.200 Euro an Spendenversprechen zusammen. Das ist eine Steigerung von knapp 3.800 Euro im Vergleich zu 2016. Wir hoffen, dass wir bei der diesjährigen Auflage noch eine Schippe oben drauf legen können.

Wie viel Arbeit steckt eigentlich hinter der gesamten Organisation?

Das kann man schlecht in Stunden beziffern. Im Prinzip lautet das Motto: „Nach dem Schwimmmarathon ist vor dem Schwimmmarathon“. Wir setzen uns in jedem Jahr nach dem Ende der Aktion zusammen, um die neue Auflage zu planen. Mit wir meine ich unter anderem Norbert Kever und Colette Renardy vom Sportdienst der DG, ohne die das ganze Event gar nicht laufen würde.

Ich nehme an, der Monat Januar ist für Sie und das ganze Team besonders stressig, oder?

Ich sage es mal so, meine Frau meint jedes Jahr zu mir: „Im Monat Januar kann ich dich nicht ansprechen. Du bist dann nur mit dem Schwimmmarathon beschäftigt und hast keine Zeit“, (lacht). Ich glaube, bei den anderen im Team gestaltet sich die Situation nicht viel anders. In den Tagen vor dem Startschuss gibt es eben hunderte Kleinigkeiten zu erfüllen.

Das hört sich an, als ob Sie und Ihr Team Hilfe nötig haben. Können Interessierte noch mit anpacken?

Wir können immer Helfer gebrauchen, davon kann es einfach nie genug geben. Wir werden das schließlich auch nicht ewig machen. Irgendwann werden wir die Verantwortung in andere Hände übergeben und hoffen, dass es noch besser oder zumindest genau so gut weiterläuft. Meine Absicht war es immer, das Ganze 25 Jahre zu betreuen, 23 habe ich schon hinter mir, es bleiben also noch zwei.

Zum Abschluss: Was sollten die Teilnehmer des Schwimmmarathons auf keinen Fall vergessen?

Ganz einfach, die Schwimmsachen (lacht).

Die 23. Auflage im Kurzüberblick

  • Die Hallenbäder in Bütgenbach, St.Vith, Eupen und Kelmis sind am Mittwoch, 31. Januar, von 6 bis 20 Uhr geöffnet. Im Vormittag tummeln sind zahlreiche Schulkinder aus der DG in den vier Badeanstalten. Jeder, der möchte, ist eingeladen, zu seiner bevorzugten Zeit Bahnen für den guten Zweck zu ziehen.
  • Das Spendentelefon ist von 7 bis 20 Uhr freigeschaltet. Unter der Rufnummer087/ 59 11 12 dürfen Spender sich auch wieder ein Lied wünschen. Im Internet sind Spenden über die Webseite des Lions Clubs und des BRFs möglich.
  • Ob Betriebe, Vereine, Freundeskreise, Organisationen oder Freunde: Beim Team-Schwimmen agieren Vierer-Teams während einer Stunde in Staffelform. In Eupen wird am Dienstag, 30 Januar, zwischen 19 und 22 Uhr geschwommen, in Kelmis am Mittwoch, 31. Januar, zwischen 17 und 20 Uhr sowie in St.Vith und Bütgenbach von 6 bis 8 Uhr und von 15 bis 20 Uhr. Anmeldungen sind noch bis zum 28. Januar unter info@lionsclub.be (für den Norden) und erich.hilger@skynet.be (für den Süden) möglich.
  • Unter allen Schwimmern und Spendern wird ein Wochenende für zwei Personen in Stockholm verlost.
  • Paten des diesjährigen Schwimmmarathons sind der Eupener Michael Bartholemy, der als Teamchef beim belgischen Rennstall Marc VDS fungiert, und Christoph Gallo aus Weppeler, der für den Leichtathletikverein AC Eifel aktiv ist.

Alle Informationen zur 23. Ausgabe des Schwimmmarathons gibt es hier.

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