Robert Hossein: vom Gangster bis zum Papst

Film

Von „Rififi“ bis „Der Profi“: Robert Hossein gehört zu Frankreichs unermüdlichen Darstellern und Regisseuren. Vom Krimi bis zum Melodrama hat der bald 90-Jährige alles gespielt. Auch Werke über Jesus und den Papst. | Foto: Photo News

Priester, Gangster und zwielichtige Charaktere waren Rollen, in denen der französische Schauspieler Robert Hossein besonders brillierte.

In seiner mehr als 60 Jahre langen Karriere spielte er in mehr als 100 Filmen und Theaterstücken. Mit zunehmendem Alter widmet sich der französische Schauspieler und Regisseur, der am kommenden Samstag (30. Dezember) 90 Jahre alt wird, Mega-Inszenierungen für Tausende von Zuschauern.

Er arbeite gerade an einer Riesenschau mit dem Titel: „Es-tu encore parmi nous?“ (etwa: Bist du noch unter uns?), wie er in einem Interview vor wenigen Monaten sagte.

Die Zeit, die ihm noch bleibe, wolle er anderen widmen. Deshalb will er eine Schau schaffen, die eine Art Hommage an das Evangelium ist. Man lebe heute in einer Welt, in der nichts mehr stimme, sagte er. Hossein wurde in Paris als Sohn des iranischen Komponisten Aminollah Hossein geboren. Seine ersten Erfolge feierte er als Theaterregisseur. Mit knapp 20 Jahren inszenierte er „Les voyous“ (etwa: Die Gauner). Neben „Romeo und Julia“ von Shakespeare brachte er das Werk „Bernarda Albas Haus“ von Federico García Lorca zur Aufführung, mit dem Isabelle Adjani ihren Durchbruch auf der Bühne erzielte.

Zeitgleich entdeckte Hossein für sich das Kino. Als Darsteller war er bald schon sehr gefragt. So spielte er in dem Krimi „Rififi“ (1955) und dem Actionfilm „Der Profi“ (1981) mit Jean-Paul Belmondo mit. International bekannt wurde er durch die „Angélique“-Filme an der Seite von Michèle Mercier. Unter dem Einfluss der amerikanischen Kriminalfilme der 40er und 50er-Jahre schuf er auch selbst Filme, darunter „Haut für Haut“ und „Das grausame Auge“. Von den 80er-Jahren an entwickelte er eine Vorliebe für spektakuläre Inszenierungen, darunter das Musical „Les Misérables“ nach dem Roman „Die Elenden“ von Victor Hugo. Sein Motto für diese Schaus, mit denen er ein möglichst breites Publikum anziehen will: „Theater, das man nur im Kino sehen kann“. Zu seinen erfolgreichsten Stücken zählen „Notre-Dame de Paris“ und „Julius Cäsar“.

Hossein hat auch mit Privatem für reichlich Schlagzeilen gesorgt. Vor allem die Frauen in seinem Leben standen im Fokus der Öffentlichkeit. Im Jahr 1962 heiratete er die damals Minderjährige Caroline Eliacheff. Bei den Dreharbeiten zu „Der Abbé und die Liebe“ lernte er 1974 die junge Schauspielerin Michèle Watrin kennen. Bei einem Autounfall starb sie vor seinen Augen.

In den 70er-Jahren trat Hossein zum Katholizismus über. Aus seiner religiösen Überzeugung macht er keinen Hehl. So führte er in den vergangenen Jahren die Mega-Inszenierungen „Jésus était son nom“ (etwa: Jesus war sein Name) auf und „N’ayez pas peur“ (etwa: Habt keine Angst) über das Leben des 2005 gestorbenen Johannes Paul II. (dpa)

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