Präsident Wladimir Putin und seine Gegenkandidaten

HINTERGRUND

Die Konkurrenz für Kremlchef Putin ist vielfältig – zumindest auf dem Papier. Ernsthafte Chancen können sich die Gegenkandidaten nicht ausrechnen.

Wladimir Putin: Seit rund 18 Jahren ist Putin an der Macht, zwischen 2008 und 2012 regierte er Russland als Ministerpräsident. Vor der Politik machte Putin im sowjetischen Geheimdienst KGB Karriere. Umfragen staatlicher Institute schreiben dem 65-Jährigen große Beliebtheit zu und sehen ihn bei 70 Prozent Zustimmung.

Wladimir Schirinowski: Der Skandalpolitiker ist bekannt für deftige nationalistische Parolen und für seine zahlreichen Versuche, in das Amt des Präsidenten gewählt zu werden. Den Namen des Rechtspopulisten fand man bereits fünf Mal auf der Wahlliste. Der 71-Jährige gilt als verlässlicher Verbündeter des Kremls.

Pawel Grudinin: Der 57 Jahre alte Geschäftsmann ist einer der Überraschungskandidaten. Als Bewerber der Kommunistischen Partei (KP) galt Urgestein Gennadi Sjuganow als gesetzt. Beim Parteitag wurde aber der Erdbeerbauer aus Moskau nominiert. Experten sehen darin den Versuch, die Partei jenseits von Sowjet-Nostalgie für junge Wähler interessant zu machen.

Grigori Jawlinski: Seit knapp 25 Jahren kämpft er mit seiner linksliberalen Partei Jabloko für eine gerechtere Politik. Dabei hat der 65-Jährige schon etliche Niederlagen einstecken müssen. Zwei Mal kandidierte er erfolglos bereits für das Amt des Kremlchefs.

Xenia Sobtschak: Für manche ist die Mode-Ikone ein Polit-Projekt des Kremls. Jung, weiblich, eloquent – kann die liberale Journalistin so politikverdrossene Menschen für die Wahl begeistern? Die 36-jährige Tochter von Putin-Mentor Anatoli Sobtschak kritisiert offen das Fehlen von Pluralismus und auch die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim.

Boris Titow: Er ist der Sekt-Lieferant des Kremls, mit seiner Marke Abrau Durso macht Titow einen Millionenumsatz. Der Unternehmer führt die sogenannte Wachstumspartei und setzt sich für kleine und mittlere Unternehmen ein.

Sergej Baburin: Der 59-Jährige ist kein Unbekannter in der russischen Politik: Er war 1992/93 ein Wortführer des nationalistisch-altkommunistischen Widerstands gegen Präsident Boris Jelzin, saß bis 2007 im Parlament. Auch danach blieb der Rektor einer Moskauer Wirtschaftsuni politisch aktiv.

Maxim Surajkin: Er ging vor einigen Jahren auf Distanz zur KP. Seitdem versucht er seine Kleinpartei Kommunisten Russlands als Alternative aufzubauen. Dafür bekam der heute 39-Jährige bei der Duma-Wahl 2016 zwei Prozent Zustimmung. (dpa)

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