Mollers: „Schulkultur, die Vielfalt wertschätzt“

EU-Bildungsministerrat

EU-Bildungskommissar Tibor Navracsics, DG-Minister Harald Mollers und Botschafter Jan Hoogmartens, stellvertretender Ständiger Vertreter Belgiens bei der EU, im Gespräch (von links). | Foto: Kabinett Mollers

DG-Bildungsminister Harald Mollers (ProDG) hat Freitag an der Zusammenkunft der EU-Bildungsminister in Brüssel teilgenommen und dort Initiativen der drei belgischen Gemeinschaften für ein inklusives und gerechtes Bildungssystem vorgestellt.

Das Treffen der europäischen Bildungsminister in Brüssel fand diesen Freitag im neuen Europa-Gebäude statt. DG-Bildungsminister Harald Mollers, der zurzeit die belgische Wortführerschaft innehat, stellte Reformen und Maßnahmen zur Förderung einer inklusiven Schulkultur aus den drei Gemeinschaften Belgiens vor. Im Kreis seiner europäischen Amtskollegen unterstrich er die Bedeutung der individuellen Förderung aller Schüler. „Alle drei Gemeinschaften arbeiten daran, ein inklusives und gerechtes Bildungssystem zu schaffen,“ erklärte der ostbelgische Bildungsminister laut einer Mitteilung. „So wird in der Deutschsprachigen Gemeinschaft in der Aus- und Weiterbildung systematisch die Diagnosefähigkeit der Lehrer gefördert. Außerdem können die Erziehungsberechtigten ab dem nächsten bzw. übernächsten Schuljahr einen Nachteilsausgleich und Notenschutz für Teilbereiche des Lehrplans beantragen.“ Der Minister betonte, dass er die nötigen Rahmenbedingungen schaffen möchte, um die Integration von Förderschülern an Regelschulen und die niederschwellige Förderung nachhaltig zu verbessern: „Ich plädiere dafür, die personellen Ressourcen für die Integration den Schulen zu übertragen und ihnen so mehr Gestaltungsspielraum einzuräumen.“ Zu einer gelungenen Inklusion gehöre aber auch die Weiterbildung der Lehrer: „Eine Studie zur Integration in Ostbelgien ergab, dass der Austausch unter Kollegen die beliebteste und nützlichste Form der Weiterbildung darstellt. Dieser Know-how-Transfer unter Kollegen würde durch den vermehrten Einsatz von Förderpädagogen an Regelschulen noch verstärkt.“

Der Minister verwies abschließend auf das neue Dekret zur Sprachförderung neu ankommender Schüler. Die gesetzliche Grundlage, die zurzeit ausgearbeitet werde, sehe vor, dass ostbelgische Lehrer, die in Sprachlernklassen unterrichten, künftig eine Zusatzausbildung absolvieren.

Das Treffen bot den europäischen Bildungministern Gelegenheit zum Austausch über Möglichkeiten, förderbedürftige und sozioökonomische benachteiligte Schüler besser zu integrieren, um auf diese Weise dem Schulabbruch vorzubeugen. (red)

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