Lambertz: Belgien als Vorbild für Beilegung des Katalonien-Konflikts

Autonomie

Karl-Heinz Lambertz | Foto: David Hagemann

Katalanen und Spanier sollten sich bei der Lösung des Unabhängigkeitskonflikts nach Worten des Präsidenten des Europäischen Ausschusses der Regionen, Karl-Heinz Lambertz (SP), an Belgien orientieren.

„Es wird mehr und mehr deutlich, dass eine einseitige Unabhängigkeitserklärung (Kataloniens) unweigerlich in eine Sackgasse mündet“, sagte der ehemalige Ministerpräsident der DG und heutige Gemeinschaftssenator der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag).

Die Suche nach Kompromissen zur Verbesserung des innerstaatlichen Autonomiestatutes sei da der bessere Weg. Dafür bedürfe es jedoch der Kompromissbereitschaft beider Seiten, betonte Lambertz.

Die Eskalation in Katalonien hat nach Ansicht von Lambertz auf viele Belgier abschreckend gewirkt. „Ein Auseinanderfallen des belgischen Staates ist meines Erachtens nicht zu erwarten“, sagte er. (dpa)

  1. Man spürt es förmlich: Karl-Heinz Lambertz ist dabei, sich als Vermittler im Streit zwischen Katalonien und der spanischen Nationalregierung in Position zu bringen.

    Als Kenner der Materie – 2008 gehörte er zu einem Vermittlertrio während der belgischen Regierungskrise – und als Präsident des AdR wäre er ja auch prädestiniert für diese Rolle.

    Aber wie ist das eigentlich mit seinem Hauptberuf?
    Man muss immer wieder daran erinnern, dass er vom belgischen Steuerzahler üppige Diäten + Spesen + 1 persönlichen Referenten erhält, um im Senat seinen „Vollzeitjob, absolut unvereinbar etwa mit dem Amt des Parlamentspräsidenten“ zu machen.

    Nun fanden seit September drei Plenarsitzungen des Senats statt. An keiner hat Herr Lambertz teilgenommen. Zweimal war er „excusé pour d’autres devoirs“, einmal fehlte er unentschuldigt.
    Laut letztem Protokoll sollte eine weitere Sitzung am heutigen 22. Dezember stattfinden, die aber wohl ausfallen wird, da weder Datum noch Tagesordnung auf der Agenda vermerkt sind.

    „Ein Auseinanderfallen des belgischen Staates ist meines Erachtens nicht zu erwarten“, sagte er.

    Da könnte er Recht haben. Ein einseitig als unabhängig erklärtes Flandern – mit einer exterritorialen Hauptstadt Brüssel – fände sich außerhalb der EU wieder. Ob der Antwerpener Bürgermeister das goutieren würde?

    Der flämische Ministerpräsident Bourgeois ist zwar „neidisch“ auf die Katalanen, hütet sich aber, in deren Fußstapfen zu treten. Er wird wissen, warum.

Kommentare sind geschlossen.