Hoher Alkoholkonsum in Belgien

Gesundheitsstudie

Der Alkoholkonsum in Belgien ist überdurchschnittlich hoch. Illustration: Photo News

Die Europäer leben länger und gesünder, aber viele können nicht von ihren Lastern lassen. Rauchen, Alkohol und Übergewicht seien in vielen Staaten ein Problem, geht aus dem neuesten Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Europäische Region hervor.

Dazu zählen 53 Länder, vor allem in Europa, aber auch einige im Kaukasus und Zentralasien. Belgien schneidet gut ab in Sachen Lebenserwartung und Tabakkonsum, liegt beim Übergewicht und beim Alkoholkonsum aber über dem Durchschnittswert.

Die höchste Lebenserwartung in der Europäischen Region haben mit 83 Jahren die Schweiz und Luxemburg. Mädchen und Jungen, die in Belgien geboren werden, werden demnach im Durchschnitt 81,2 Jahre alt (83,5 Jahre bei den Frauen, 78,8 Jahre bei den Männern). Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in der Europäischen Region bringt zu viele Kilos auf die Waage – Tendenz steigend. „In den meisten Ländern waren mehr Männer als Frauen übergewichtig, doch litten mehr Frauen an Adipositas (extremem Übergewicht) als Männer“, heißt es in der am Mittwoch in London veröffentlichten Studie.

Insgesamt zieht die WHO ein positives Fazit: In der Europäischen Region sei die Lebenswartung demnach binnen fünf Jahren um ein Jahr gestiegen. Vor allem die verfrühten Todesfälle durch die wichtigsten nichtübertragbaren Krankheiten – Krebs, Herzleiden, Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen – gingen deutlich zurück; zuletzt um zwei Prozent pro Jahr.

Wer über 15 Jahre alt ist, trinkt in der Europäischen Region durchschnittlich 8,6 Liter reinen Alkohol pro Jahr. Hierzulande liegt dieser Wert sogar bei 12,6 Liter. Belgien liegt in dieser Rangliste auf Platz drei hinter Litauen (15,2 Liter) und Tschechien (12,7 Liter). In Russland hat der Alkoholkonsum dagegen abgenommen (10,1 Liter) – parallel dazu sei die Zahl der Verkehrsunfälle zurückgegangen. Kürzlich im Fachjournal „The Lancet“ vorgestellten Daten zufolge trinken Männer in den meisten Ländern deutlich stärker als Frauen. In der Folge ist demnach ein höherer Prozentsatz der Todesfälle bei Männern als bei Frauen auf Alkoholkonsum zurückzuführen. Beim Tabakkonsum liegt Belgien mit 23,9 Prozent Raucher unter dem regionalen Durchschnitt von 29,2 Prozent. Hierzulande rauchen die Männer 27,5 Prozent) häufiger als die Frauen (20,5 Prozent). Was das Impfen angeht, liegt Belgien mit einer Impfrate von 96 Prozent geschützter Kinder gegen Masern und 98 Prozent gegen Kinderlähmung über dem Durchschnitt.

Der Report zur Europäischen WHO-Region, zu der auch Länder wie Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan gehören, wird alle drei Jahre veröffentlicht. In dem Gebiet leben fast 900 Millionen Menschen. (belga/dpa)

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