EU-Parlament will Sommerzeit neu prüfen und gegebenenfalls abschaffen

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Im EU-Parlament formiert sich Widerstand gegen die umstrittene Umstellung zwischen Winter- und Sommerzeit. Die Abgeordneten forderten am Donnerstag die EU-Kommission dazu auf, die Vor- und Nachteile der Zeitumstellung genau unter die Lupe zu nehmen und die Regelung gegebenenfalls abzuschaffen. Ein entsprechender Antrag bekam in einer Abstimmung eine deutliche Mehrheit.

Seit 1996 stellen die Menschen in allen EU-Ländern einheitlich die Uhren am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurück. Der Nutzen ist umstritten.  Laut Verhandlungsführer Pavel Svoboda verfehlt die 1981 eingeführte EU-Richtlinie zur Sommerzeit ihre Wirkung. Der tschechische Abgeordnete beruft sich auf aktuelle Studien, die die Annahme „Zeitumstellung spare Energie“ widerlegt. Zudem führe der veränderte Rhythmus bei den Menschen zu erhöhten Gesundheitsrisiken und bis zu 30 Prozent mehr Verkehrsunfällen in der Woche, nachdem die Uhren umgestellt wurden.

Die EU-Kommission prüft Forderungen nach einer Abschaffung der Sommerzeit bereits seit längerem. Die Frage werde derzeit unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen untersucht, sagte eine Sprecherin bereits im Oktober. Sobald es ein Ergebnis gebe, werde man die Öffentlichkeit darüber informieren. (dpa)

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