Viele Fragen müssen noch vor der Senkung des Eintrittsalters geklärt werden

Kindergarten

Vor der Senkung des Kindergarten-Eintrittsalters von drei auf 2,5 Jahre in der DG sind noch einige Fragen zu klären. Illustration: Lino Mirgeler/dpa

Im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft (PDG) ist erneut die geplante Senkung des Kindergarten-Eintrittsalters von drei auf 2,5 Jahre thematisiert worden.

Die Regierung werde sich sorgfältig mit allen Fragen beschäftigen, ehe solch eine Maßnahme umgesetzt wird, versprach Sozial- und Gesundheitsminister Antonios Antoniadis in dieser Woche im Ausschuss nach einer Anfrage des Abgeordneten Charles Servaty (beide SP).

Das Projekt sei in der Regierungserklärung lediglich angekündigt worden. Was damit zusammenhänge, müsse die Regierung, allen voran Bildungsminister Harald Mollers (ProDG), zunächst untersuchen. „Aus familienpolitischer Sicht kann ich solch einer Maßnahme einiges abgewinnen“, so Antoniadis. Und es gebe ja bereits einen kleinen Teil von Kindern, die zu Beginn des Schuljahres, zwischen September und Dezember, noch nicht drei Jahre alt seien. Dennoch gebe es einige Herausforderungen, die damit verbunden seien. „Zwischen 2,5 und drei Jahren besteht nicht einfach nur ein halbes Jahr Altersunterschied. In der Entwicklung eines Kleinkindes macht dieses halbe Jahr viel aus. Kinder in diesem Alter werden zurzeit zuhause betreut oder aber bei einer Tagesmutter beziehungsweise in einer Kinderkrippe.“

„Man darf nicht vergessen, dass Kinder in dem Alter nicht immer trocken sind.“

In der organisierten Kinderbetreuung gebe es ein pädagogisches Konzept für Kleinkinder. Ausreichend Kinderbetreuer seien vorgesehen. Die Kinder hätten die Möglichkeit, sich auszuruhen. Für die Kinder und das Personal müsse es sanitäre Anlagen geben – inklusive Duschen. „Man darf nicht vergessen, dass Kinder in dem Alter nicht immer trocken sind“, so der SP-Politiker.

Mit all diesen Fragen werde man sich auseinandersetzen. „Das ist zum Teil schon der Fall. Was den Personaleinsatz angeht, so beabsichtigt die Regierung, die Kindergartenhelfer für diesen Zweck einzusetzen. Ob die Räumlichkeiten in den Schulen den Anforderungen entsprechen, hängt vom Bedarf ab.“ Kollege Harald Mollers werde sich mit diesen Fragen auseinandersetzen und der Regierung einen Vorschlag unterbreiten. „Ich denke, dass Kaleido da auch eine wesentliche Rolle spielen wird“, fügte Antonios Antoniadis hinzu. Er glaubt auch, dass die beabsichtigte Maßnahme einen Effekt auf die Kinderbetreuung haben werde.

„Der Kindergarten ist im Gegensatz zur Kleinkindbetreuung kostenlos. Schon allein aus diesem Grund werden sich einige Eltern für den Kindergarten entscheiden. In Kombination mit der außerschulischen Betreuung entstehen vergleichsweise nur geringe Kosten.“

Übrigens: Während man von freien Kapazitäten bei den Tagesmüttern und den Krippen spreche, müsse man von einer erhöhten Nachfrage in der außerschulischen Betreuung ausgehen. „Denn außerhalb der Kindergartenzeit brauchen die Eltern trotzdem eine Betreuung für ihren Nachwuchs.“ In der außerschulischen Betreuung würden gegenwärtig 2.410 Kinder zwischen drei und zwölf Jahren betreut. „Auf Grundlage dieser Zahlen könnten 250 Kinder pro Jahr zusätzlich hinzukommen. Das ist aber nur eine erste Schätzung.“ Für diese Kinder müssten allerdings neue Kinderbetreuer eingesetzt werden. Kinderbetreuer, die im Moment auf dem Arbeitsmarkt nicht verfügbar seien. Aus diesem Grund möchte die DG-Regierung im Masterplan zur Kinderbetreuung untersuchen, wie andere Berufsbilder in der außerschulischen Betreuung eingesetzt werden könnten. (sc)

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