Neue „Viererkette“ bei Ecolo Ostbelgien

Führungsspitze

Die vier Co-Präsidenten bei Ecolo Ostbelgien sind Freddy Mockel, Michael Klütgens, Catherine Brüll und Ulrich Deller. | Foto: Ralf Schaus

Ecolo Ostbelgien startet mit einer neuen „Viererkette“ durch: Das neue Regionalpräsidium besteht aus vier Personen mit der richtigen Mischung. Am Freitag stellte sich die neue Führungsspitze in Eupen vor.

Von Christian Schmitz

Die vier Co-Präsidenten sind Catherine Brüll, Michael Klütgens, Freddy Mockel und Ulrich Deller. Die 35-jährige Eupenerin Catherine Brüll sowie der 23-jährige Michael Klütgens aus Bütgenbach bilden dabei die Doppelspitze, wie es bei Ecolo in den Statuten vorgesehen ist. Der PDG-Abgeordnete Freddy Mockel (47) und der Raerener ÖSHZ-Präsident Ulrich Deller (65) stoßen hinzu. Das Quartett tritt an die Stelle von Monika Dethier-Neumann, die den Vorsitz bei Ecolo Ostbelgien zuletzt alleine geführt hatte, nachdem im März 2016 Frédéric Arens aus persönlichen Gründen zurückgetreten war.

  1. Eine Führungs“spitze“ mit gleich 4 Co-Vorsitzenden ist schon per Definition ziemlich stumpf. Ob es einer Partei zudem gelingen kann, mit einem solchen Gebilde abhandengekommenes Profil zurück zu gewinnen, mag bezweifelt werden. Eine grüne Fliege reicht da wohl nicht.
    Angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen gerade in ökologischen vor allem aber auch sozialen Fragen, wäre eine mutige Partei – jenseits populistischer Kleingeistigkeit – dringend notwendig.
    Dazu bedarf es jedoch der Bereitschaft, den gesellschaftlichen Diskurs wieder voranzubringen.
    Sagt uns, wofür ihr steht und riskiert dabei anzuecken und euch die Hände schmutzig zu machen. Alles andere gibt es schon.

    1. Danke Dieter für die Ratschläge. Eines vergisst du vielleicht: um ein nachhaltiges Gesellschaftsprojekt umzusetzen, genügt es nicht anzuecken mit Schrift und Diskurs,…da muss man mit anderen anpacken, umsetzen , bereit sein Kompromisse einzugehen…und riskieren, das nicht alles perfekt ist.

    2. Hallo Monika,
      Schön, dich zu mal lesen. Dass es in eigener Sache ist, ist genau mein Kritikpunkt. Warum hört man sonst nichts von euch?
      Um es in einem Punkt konkret zu machen: Wie steht ECOLO z.B. zu den inakzeptablen Segregationsproblemen an 2 Eupener Schulen? Welches ist euer Standpunkt, welches die Lösungsansätze? Was habt ihr durch gemeinsames Anpacken und umsetzen in dieser Frage erreicht? Welche Kompromisse muss eine Gesellschaft in dieser Frage eingehen?
      Wer eine liberale Migrationspolitik verfolgt sollte z.B. auch bei offensichtlichen Fehlentwicklungen und gesellschaftsspaltenden Problemen Farbe bekennen.
      Ich freue mich auf deine Antwort.
      Gruß
      Dieter
      PS. Über gemeinsames „Anpacken und Umsetzen“ können wir uns gerne an anderer Stelle unterhalten. z.B. was Integrationsarbeit betrifft.

  2. Hallo Dieter,
    wir sind gerne bereit, uns mit dir an einen Tisch zu setzen, auch um die aufgelisteten Fragen klarer zu umreißen und sie dadurch besser zu beantworten.
    Integrationsarbeit allgemein hat die Stadt Eupen als Vorreiter in vielen kleinen Schritten seit 2007 unternommen. Die Bezeichnung eines Sonderbeauftragten für das Zusammenleben der Kulturen in der Person von Achim Nahl und eine thematische Arbeitsgruppe war der Anstoß zu vielen konkreten Umsetzungen: Erstempfang, Ausbildung von Mediatoren, Informationsbroschüren, Patenschaften… bis hin zu einem Ausschuss, der inzwischen auch viele nicht politische Akteure auf Gemeindeebene verbindet.
    Auch die Viertelinitiativen mit Fachwissenden unterstützen, sowie das größere Projekt N-Power (Neighbourhood Empowerment) und damit eine Neugestaltung des Lotenparks als Generationen und Nationen übergreifendes Projekt …sind konkrete Ansätze zum Thema.
    Ecolo hat 1 klare Position, was die liberale Migrationspolitik anbelangt. Ecolo ruft weiterhin zum zivilen Ungehorsam auf, um den Gesetzesvorstoß “ Hausbesuche“ abzublocken.
    Wie du hier oben lesen kannst, gibt es Vieles worüber wir uns austauschen können.
    Du weißt, wo du uns erreichen kannst und bis dahin sende ich dir liebe Grüße,
    MOnika

  3. Monika,
    Leider ist in deinem Beitrag auch ansatzweise keine Antwort auf meine Fragen enthalten.
    Dabei dachte ich, dass die genannten Segregationsprobleme ganz oben auf eurer Integrations-Agenda stehen würden.
    Warum? Weil sie die Grenzen der Integrationsfähigkeit und -Bereitschaft einer Gesellschaft weit überschreiten und Brutstätte für Ablehnung
    und Fremdenfeindlichkeit sind. Von pädagogischen Problemen ganz zu schweigen.
    Wenn völlig disproportionierte Klassenstrukturen und eine entsprechende Schullandschaft in den Primarschulen des Athenäum und der SGU trotz der aufgelisteten Integrationsbemühungen möglich sind und man sie akzeptiert, gibt es gegen die einschlägigen Warnungen vor einer „Islamisierung des Abendlandes“ keine überzeugenden Argumente mehr.
    Diese Fragen müssen öffentlich erörtert werden, denn sie stehen im Epizentrum der gesellschaftlichen Debatte.

  4. Ich bin nach wie vor an einer Antwort oder Stellungnahme von Ecolo zu der aufgeworfenen Problematik interessiert.
    Denn sie interessiert auch die Lehrer, die Schuldirektoren und die Eltern (u.a. die, die sich gezwungen sehen, ihre Kinder an anderen Schulen anzumelden).
    Danke.

  5. Lieber Dieter, mein Angebot steht weiterhin: zunächst deine Fragen klarer verstehen ( sie sind schon etwas deutlicher , wenn du vom SGU , Athenäum und der Klassenverhältnisse schreibst) , dann darüber austauschen… und falls interessiert , unsere Position veröffentlichen . Es gibt regelmässige Arbeitstreffen von Ecolo mit Vertretern aus dem Unterricht, in diese deine Fragen und Sorgen einfliessen und debattiert werden sollten.
    Wie schon angedeutet: du weisst wo du uns findest. Liebe Grüße in den Tag, Monika

Kommentare sind geschlossen.