Nach Flugzeugabsturz: Brasiliens Fußball in Trauer

Tragödie

Das Flugzeug mit 81 Menschen an Bord stürzte im Nordwesten Kolumbiens ab.
Das Flugzeug mit 81 Menschen an Bord stürzte im Nordwesten Kolumbiens ab. | Foto: afp

Auf dem Weg zum Finale des Südamerika-Cups in Kolumbien stürzt eine Maschine mit einer brasilianischen Erstligamannschaft ab. Es sollte der größte Triumph ihrer Vereinsgeschichte werden – am Ende steht eine Tragödie. In Brasilien wird drei Tage Staatstrauer angeordnet.

Brasiliens Fußball liegt in tiefer Trauer: Bei einem Flugzeugunglück in Kolumbien kam ein Großteil der brasilianischen Profimannschaft Chapecoense ums Leben. Die Reise, die für den Klub zum größten Erfolg der Vereinshistorie werden sollte, endete in einer Tragödie. Brasiliens Regierung verhängte eine dreitägige Staatstrauer. Auch FIFA-Chef Gianni Infantino nahm Anteil: „Das ist ein sehr, sehr trauriger Tag für den Fußball. In dieser schweren Zeit sind unsere Gedanken bei den Opfern, ihren Familien und Freunden.“ Auch der fünfmalige Weltfußballer Lionel Messi äußerte sein Mitgefühl: „Mein tiefstes Beileid für alle Familien, Freunde und Fans von Chapecoense.“

Für den Verein wäre es der größte Erfolg der Vereinsgeschichte gewesen.

Chapecoense befand sich auf dem Weg nach Medellín, um dort am Mittwoch das Final-Hinspiel in der Copa Sudamericana gegen Atlético Medellín zu bestreiten, als rund 50 Kilometer vor Kolumbiens zweitgrößter Stadt die Maschine am Montagabend abstürzte. Insgesamt hatten sich neun Besatzungsmitglieder und 72 Passagiere an Bord befunden: Nach ersten Informationen starben 76 Menschen, sechs wurden lebend geborgen. Unter ihnen sollen sich nach Medienberichten vier Spieler befinden. Der Flughafen von Medellín gab bekannt, dass die Maschine – eine Avro RJ der bolivianischen Fluggesellschaft Lamia – gegen 22Uhr wegen eines elektronischen Fehlers einen Notfall gemeldet hatte.

Man wisse aber noch nicht, „ob dem Flugzeug das Benzin ausgegangen ist, es einen technischen Defekt gab oder ob das schlechte Wetter die Ursache war“, sagte Elkin Ospina, Bürgermeister von La Ceja, der französischen Nachrichtenagentur AFP. Der Klub, der aus der Stadt Chapecó im südbrasilianischen Bundesstaat Santa Catarina stammt, war erst 2014 als Zweiter der Série B in Brasiliens Top-Liga aufgestiegen. Der Titel in der Copa Sudamericana, dem zweitwichtigsten kontinentalen Wettbewerb hinter der Copa Libertadores, wäre für den Verein der größte Erfolg in der erst 1973 begründeten Vereinsgeschichte gewesen.

Brasilien verhängte eine dreitägige Staatstrauer.

Final-Gegner Atlético Nacional sprach umgehend via Twitter sein Beileid aus: „Wir bedauern zutiefst das Unglück und solidarisieren uns mit Chapecoense.“ Der südamerikanische Fußballverband Conmebol sagte das Finale des Vereinswettbewerbs ab. Auch der brasilianische Fußball-Verband CBF war tief bestürzt: „Wir drücken unsere Solidarität aus und beten für die Passagiere und die Besatzung des Fluges.“

Der Absturz ist nicht das erste schwere Flugzeugunglück, das einen Profi-Fußball-Verein betrifft. U. a. explodierte am 6. Februar 1958 eine Maschine mit der englischen Fußballmannschaft von Manchester United an Bord in München beim Startversuch (siehe Hintergrund). Der Klub aus der Premier League bekundete via Twitter seine Bestürzung über das Unglück: „Unser Beileid an Chapecoense nach dem tragischen Flugzeugabsturz. Mögen die Verstorbenen in Frieden ruhen. Was für ein schreckliches Ereignis.“ (dpa/sid)

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