Umgang mit Radikalisierung in Gefängnissen: Belgien als Vorbild

Sensibilisierung

Belgien gilt als Vorreiter im Kampf gegen Radikalisierung in Gefängnissen.

14 europäische Länder tauschen diese Woche in Brüssel Tipps und Erfahrungen zum Umgang mit Radikalisierung in Gefängnissen aus. Donnerstag und Freitag findet ein Workshop für Gefängnisdirektoren und Entscheidungsträger von EuroPris, der Europäischen Organisation der Justizvollzugsanstalten, statt.

Belgien ist Vorreiter im Kampf gegen radikalisierte Gefangene und wird von mehreren Ländern als Experte in Sachen Ausbildung zur Früherkennung von Radikalisierung zu Rate gezogen.

In Belgien absolvieren Gefängnisbeamte eine spezielle Ausbildung in Form eines E-Learning-Moduls, mit dem Ziel, eine drohende Radikalisierung frühzeitig zu erkennen und entgegen zu wirken. Das Modul konzentriert sich auf die Erkennung von drei verschiedenen Formen der Radikalisierung: extrem-religiöse Ansichten, extrem rechtes und extrem linkes Gedankengut. „Ich verstehe, dass sich die Menschen Fragen stellen, wenn jemand, der mit Terrorismus in Verbindung steht, freigelassen wird“, sagt Justizminister Koen Geens (CD&V). „Dennoch möchte ich den Menschen klarmachen, dass wir in den Gefängnissen alles in unserer Macht Stehende tun, um Anzeichen einer Radikalisierung frühestmöglich zu erkennen.“

Die Ausbildung setzt sich aus einem theoretischen und einem praktischen Teil zusammen. Inzwischen haben 456 Beamte die Ausbildung absolviert, 70 Beamte wurden aufgrund ihrer Tätigkeit in Fachabteilungen noch tiefgreifender ausgebildet. (belga)

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