Telefongespräche abgehört: Proximus unter Beschuss

Datenschutz

Um die Qualität der Gespräche, die über die Internetverbindung erfolgen, zu überprüfen, hat Proximus Anrufe abgehört. Die Datenschutzkommission warnt davor, dass dies eine Straftat sein könnte, schreibt die Zeitung „De Tijd“ am Dienstag.

Seit Juni 2017 setzt der Telekommunikationsanbieter ein Sprachqualität-Analysetool ein, mit dessen Hilfe die Qualität von Telefonaten, die nicht über die alten Telefonkabel, sondern über das Internetnetz („Voice over IP“) laufen, überwacht wird.

Das System speichert Aufnahmen für maximal fünf Tage. Während dieser Zeit ist es möglich, die gespeicherte Kommunikation zu durchsuchen und den Inhalt abzuhören. Der Proximus-Manager betonte, dass das System „nur von einer begrenzten Anzahl von Personen“ genutzt werde, um die technische Qualität der Kommunikation zu analysieren.

Die Datenschutzkommission weist jedoch darauf hin, dass Proximus mit dieser Vorgehensweise im Fehler sein könnte: „Das Strafrecht ist sehr deutlich über das Geheimnis der Kommunikation. Wenn ein Dritter davon Kenntnis erlangt, muss er zunächst die Zustimmung aller an der Kommunikation Beteiligten einholen“, sagt Sprecherin Caroline De Geest. „Es spielt keine Rolle, wie kurz die Aufnahmen gespeichert sind oder wie wenig Leute sie hören können. Die bloße Aufnahme von Gesprächen, an denen Sie nicht beteiligt sind, ist strafbar.“

Proximus-Sprecher Haroun Fenaux verteidigt das System: „Die Anwendung wird nur für die Analyse von Qualitätsproblemen bestimmter Nummern verwendet. Und nur, wenn der Kunde ein Problem meldet und um Analysierung bittet.“

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