Demir zu orthodoxem Juden auf CD&V-Liste: „Niederlage für Frauenrechte“

Kommunalwahlen

Zuhal Demir | Foto: Photo News

Zuhal Demir (N-VA), Staatssekretärin für Chancengleichheit, ist nicht erfreut darüber, dass die Antwerpener CD&V einen ultraorthodoxen Juden auf die Liste gesetzt hat, der sich weigert, anderen Frauen als seiner Ehefrau die Hand zu geben. „Das ist eine Niederlage für die Frauenrechte“, findet Demir.

Die CD&V-Kandidatur von Aron Berger für die Kommunalwahlen in Antwerpen hat für viel Aufregung gesorgt. Aus religiösen Gründen weigert sich Berger, die Hände von anderen Frauen als seiner Ehefrau zu schütteln.

„Das ist eine sehr klare Geste“, so Demir. „Es ist eine Frage des grundsätzlichen Respekts, sich die Hand zu geben. Wenn man das nicht tut, ist das bedauerlich und eine Niederlage für die Frauenrechte.“

Demir zufolge sollte jede Partei ihre Kandidaten auffordern, die gleichen Werte zu respektieren, die im Parteiprogramm verteidigt werden. „Was in Antwerpen passiert, ist die Wahl von CD&V Antwerpen. Ich selbst wäre nicht glücklich, einer Partei anzugehören, in der diese Ungleichheit zwischen Männern und Frauen ins Rampenlicht gerückt wird.“

Open VLD-Politiker Philippe De Backer seinerseits findet es „seltsam“, dass sich ein Kandidat „von einer Reihe von Grundwerten unseres Zusammenlebens“ distanziert. In den Reihen der CD&V selbst hatte die Kandidatur ebenfalls für Kritik gesorgt, aber die Antwerpener CD&V ist nicht gewillt, ihren Kandidaten fallen zu lassen.

  1. So ist das nun mal mit dem Politischen Marionetten-Theater: auf der einen Seite wird zum Sturm gegen eine Islam-Partei geblasen und auf der anderen Seite nimmt man einen Ultraorthodoxen Juden mit ins Wahlboot!

  2. Der Rassismus ist wohl überall anzutreffen, sogar in der politik . Warum muss man jetzt gegen den ultraorthodoxen Juden hetzen ? Wenn der Typ der Meinung ist keiner anderen Frau die Hand geben zu müssen dann ist es halt so und man sollte es respektieren – denn die Katholiken, Protestanten und und und die wollen ja auch in ihren Entscheidungen respektiert werden und da wird kein bahei drum gemacht also bitte ! unter anderem sind „Juden“ ebenso Menschen wie Sie und ich und wir nur dass sie eben einen anderen Glauben ausüben und das ist der einzigste ersichtiliche Unterschied.

    1. Frau Wotschke, Religionsfreiheit heißt nicht, grundlegende modi vivendi, also Arten und Regeln des zivilen Zusammenlebens in den Wind zu schlagen. Natürlich sind Juden „Menschen wie Sie und ich“, nur dieser spezielle ultraorthodoxe Jude, der eine extreme Auslegung seiner religiösen Verblendung bevorzugt, scheint dies nicht so zu sehen. Er würde ihnen zum Gruß nichtmal die Hand geben, und sie verteidigen so ein asolziales Verhalten auch noch…

    2. Dass sie dies so sehen Frau Wotschke verwundert, zeugt doch die Haltung von Herrn Berger Frauen gegenüber von einem Frauenbild, das nicht wirklich in eine aufgeklärte, offene Gesellschaft passt.
      Dass die ultraorthodoxen Juden in ihrer eigenen, abgeschotteten Welt leben und in ihrem Glauben gefangen sind ist deren Entscheidung, die zu tolerieren ist.
      Dass eine Partei zum Zweck des Stimmenfangs jemanden auf ihre Liste setzt, der offensichtlich zur Gestaltung unserer Gesellschaft wenig beizutragen hat, sagt tatsächlich mehr über den Zustand dieser Partei und ihrer Führungskräfte, als über die Irrungen und Wirrungen fundamentalistischen Glaubens.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte beachten Sie unsere Netiquette, wenn Sie den Artikel kommentieren möchten.