Kommentare zu den Vorwahlen bei den französischen Konservativen

Pressestimmen

Kann Fillon seine Versprechen erfüllen?

Die liberale Wirtschaftszeitung „Hospodarske noviny“ aus Tschechien schreibt am Dienstag zur Wahl François Fillons zum Präsidentschaftskandidaten der französischen Konservativen: Die entscheidende Frage lautet nun: Kann der „ewige Zweite“ François Fillon mit seinem radikalen Reformprogramm Erfolg haben? Wer wird ihn neben den konservativen Wählern, welche die Vorwahl entschieden haben, unterstützen? Und wie wahrscheinlich ist es, dass er seine Versprechen nach einem möglichen Sieg erfüllen kann? Alle diese Fragen gehen sowohl Frankreich als auch Europa an. Wenn es Fillon gelingen sollte, zum Beispiel das Arbeitsgesetzbuch von mehreren Tausend auf mehrere Hundert Seiten zu kürzen, würde das die französische Wirtschaft ankurbeln und damit der gesamten Eurozone helfen.

Franzosen wählen zwischen Putin-Freunden

Zur Nominierung von François Fillon schreibt die liberale lettische Tageszeitung „Diena“ am Dienstag: Der nächste Präsident Frankreichs wird wahrscheinlich ein konservativer Politiker mit einer freundlichen Haltung zu Russland und dessen autoritären Präsidenten Wladimir Putin sein. Dies wurde am Sonntag bei der zweiten Runde der Vorwahl der mitte-rechts ausgerichteten Republikanischen Partei klar, die überzeugend vom ehemaligen Premierminister François Fillon gewonnen wurde, der nun der Kandidat der politischen Kraft für die Präsidentschaftswahlen 2017 ist. Zu erwarten ist, dass seine Hauptkonkurrentin bei den Wahlen im April und Mai die Anführerin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, wird, deren Partei Finanzierung von russischen Banken erhalten hat.

Fillon wird es gegen Le Pen schwer haben

Die liberale slowakische Tageszeitung „Dennik N“ kommentiert am Dienstagdas gleiche Thema: „(François) Fillon kann am meisten schwächen, was eigentlich sein größtes Plus ist: seine Absicht, liberale Wirtschaftsreformen einzuführen. Frankreich braucht sie dringend, um seine stagnierende Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, aber in den letzten Jahrzehnten hat sich jeder die Zähne daran ausgebrochen, wenn er nur mit so einer Idee daher kam.

Für einen Sieg braucht Fillon auch die Stimmen linker Wähler, also der Gegner von Wirtschaftsreformen. Viele von ihnen werden lieber (Marine) Le Pen wählen, die auch für soziale und ökonomische Probleme lauter schnelle und schmerzlose Lösungen verspricht.

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