Teams haben den BVB entschlüsselt

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,In den drei Partien, in denen die Dortmunder acht Punkte auf die Bayern einbüßten, kassierten sie neun Gegentore. | Foto: afp

Vor drei Spieltagen thronte Borussia Dortmund noch souverän an der Tabellenspitze. Fünf Punkte betrug der Vorsprung der Schwarz-Gelben auf Titelverteidiger Bayern München. Doch dann kam Jupp Heynckes als Trainer-Rückkehrer zum Rekordchampion – und schon war es vorbei mit der Borussen-Herrlichkeit.

Von Ralph Durry, sid

Statt klar die Spitzenposition inne zu haben, liegen die Westfalen nun schon drei Zähler im Hintertreffen, und am kommenden Samstag (18.30 Uhr) kommt es im Signal Iduna Park zum direkten Aufeinandertreffen der beiden Liga-Größen. Die Favoritenrolle haben aber inzwischen wieder die Stars von Spitzenreiter FC Bayern, die unter Heynckes stabil ihre Leistung abrufen und vor allem in der Defensive wesentlich gefestigter wirken.

Das kann vom BVB nicht gerade behauptet werden. In den drei Partien, in denen die Dortmunder acht Punkte auf die Bayern einbüßten, kassierten sie neun Gegentore. Trainer Peter Bosz machte mangelnde Aggressivität als Ursache für die 2:4-Pleite am Samstag bei Aufsteiger Hannover 96 aus. Sein Spielsystem wollte der Niederländer aber nicht infrage stellen. Es hat allerdings den Anschein, dass die Dortmunder Fußball-DNA inzwischen von den Ligakonkurrenten entschlüsselt worden ist. Nach den berauschenden Auftritten zu Saisonbeginn waren die BVB-Stars noch von allen Seiten über alle Maßen gelobt worden, inzwischen wissen die Gegner, wie man den Schwarz-Gelben beikommen kann. Die Widersacher in der Champions League haben besten Anschauungsunterricht geliefert.

Die Bayern werden am kommenden Samstag auch wissen, wie sie spielen müssen, um beim BVB erfolgreich zu sein. Die Borussia ist entzaubert worden, Bosz ist nun gefragt, sein Team so auf- und einzustellen, dass es wieder unberechenbarer wird. Schade war am Samstag, dass die mit Spannung erwartete zweite Auflage des Duells zwischen Bayern München und RB Leipzig in den letzten vier Tagen schon nach 13 Minuten quasi entschieden war. Der zu Recht erfolgte Platzverweis für RB-Abwehrspieler Willi Orban erwies sich als eine zu große Hypothek für die Sachsen. Am Ende verwalteten die Bayern ihren 2:0-Halbzeitvorsprung, der Bundesliga-Hit geriet zum großen Langweiler.

Erstaunlich ist weiterhin, dass die Verantwortlichen des 1. FC Köln trotz der neuerlichen Pleite in Leverkusen kein Wort über eine mögliche Entlassung von Trainer Peter Stöger verlieren. Der Österreicher sitzt trotz katastrophaler Tabellenlage weiterhin fest im Sattel. Bemerkenswert! Die Wogen nach der Trennung von Manager Jörg Schmadtke haben sich beim FC ziemlich schnell gelegt.

Es wird spannend zu beobachten, was die Geißböcke in dieser Saison noch bewerkstelligen können. Der Hamburger SV hat es vergangene Saison vorgemacht, dass auch mit zwei Punkten nach zehn Spieltagen der Klassenerhalt drin ist. Gegen den FC spricht allerdings ganz klar die fehlende Erfahrung im Abstiegskampf. (sid)

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