HSV fatal! Chaos beim Hamburger SV

Kommentar

Der versuchte Platzsturm am Samstag nach dem 1:2 gegen Leverkusen passte ins Bild. Eine in jeder Hinsicht fatale Entwicklung! | Foto: afp

Die Lage beim Hamburger SV kommentiert SID-Fußballchef Ralph Durry.

Heribert Bruchhagens Aussage („Wir sind heute nicht abgestiegen. Das wäre ja noch schöner“) kennzeichnet irgendwie die prekäre und fast schon aussichtslose Lage beim Bundesliga-Dino Hamburger SV. Der erfahrene Vorstandsvorsitzende des Krisenklubs scheint ebenfalls mit seinem Latein am Ende, denn der Abstand zum rettenden Ufer wird immer größer und die Anzahl der Spiele, die die Rettung bringen können, wird immer geringer.

Leider nutzen angebliche HSV-Fans diese Situation aus, um mit martialischen Transparenten zusätzlich Öl ins Feuer zu gießen. Die offen ausgedrückte Drohung („Bevor die Uhr ausgeht, jagen wir euch durch die Stadt“) gehört sich einfach nicht und hat weder im noch außerhalb des Stadions etwas zu suchen. Der versuchte Platzsturm am Samstag nach dem 1:2 gegen Leverkusen passte ins Bild. Eine in jeder Hinsicht fatale Entwicklung!

Wie Bruchhagen richtig erkannte, war der Mannschaft gegen Bayer nicht der Wille abzusprechen, einem vielleicht überlegenen Gegner Paroli zu bieten. Aber die raue Bundesliga-Wirklichkeit sieht halt im Augenblick so aus: Der total verunsicherte HSV ist für die meisten Konkurrenten derzeit ein gern gesehener Gegner.

Bruchhagen sprach auch das Thema Abstieg, das Stehenbleiben der Hamburger Bundesliga-Uhr im Volkspark, an. Man dürfe keine Apokalypse ausrufen, betonte er. Und in der Tat muss sich der HSV daran gewöhnen, dass auch sein Sonderstatus im deutschen Fußball-Oberhaus ein Ablaufdatum hat. Auch andere Traditionsvereine wie der 1. FC Köln, der 1. FC Kaiserslautern oder sogar der HSV-Erzrivale Werder Bremen haben ähnliche Entwicklungen sehr zum Leidwesen ihrer Anhängerschaft durchgemacht.

Vielleicht muss sich die HSV-Fangemeinde allmählich mit dem als undenkbar Geltenden einfach offen auseinandersetzen. Möglicherweise gelingt dann der Mannschaft sogar am ehesten noch der Umschwung, auch wenn es derzeit schwer fällt, daran zu glauben. (sid)

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