Hoffnung auf Frieden verdeckt durch Riesenshow

Kommentar

Man kennt das übergroße Gekritzele Trumps mittlerweile. Und man weiss, wie viel es wert ist. Kims wirkt nicht viel vertrauenerweckender. | Foto: afp

Die einzig greifbaren Trophäen des Gipfels zwischen US-Präsident Trump und dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un hat letzterer an den Füßen nach Pjöngjang getragen: seine Schuhe. Mit denen betrat Nordkorea nämlich nach langer Abwesenheit wieder das internationale Parkett.

Von Oswald Schröder

Kim durfte gefühlt Minuten lang Trumps Hand schütteln, er durfte sich sogar

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  1. So ist es wohl Oswald Schröder.
    Nachdem sich die beiden Quartalsirren noch vor wenigen Wochen wüst beschimpft und gegenseitig verbal gedemütigt und mit grenzenloser Vernichtung gedroht haben, inszenieren sie sich kurzerhand als Friedensengel.
    Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.
    Der Vertrag selbst ist tatsächlich nicht das Papier wert, auf dem er geschrieben wurde. Na ja, er hat den Heimflug des Präsidenten – im Gegensatz zur G7-Erklärung – zumindest heil überstanden.
    Alle Initiativen, die zu einer befriedeten Welt führen sind ohne Zweifel zu begrüßen. Aber bedurfte es dieser jovialen Hofierung eines Diktators, der sein Volk manipuliert, unterdrückt, der Kritiker bestenfalls mundtot macht und der im dringenden Verdacht steht, Familienmitglieder und seinen Halbbruder ermordet lassen zu haben?
    Trump verlässt sich auf sein Bauchgefühl. Das kann in gewissen Situationen hilfreich sein. Aber würde er nur hin und wieder sein Gehirn befragen.

  2. Dieses Treffen geht in die Geschichte ein. Man trifft sich und es ist gut, wenn man miteinander redet. Natürlich werden gewisse Leute alles an diesem Treffen schlecht reden. Denn es ist ein schlimmer Tag für die vielen Trump-Hasser, vor allem auch unter den Medienvertretern.
    Allein diese Treffen ist schon ein großer Erfolg. Die Zukunft wird zeigen, ob es in Korea wirklich Abrüstung und Frieden gibt .Oder ob nur alles heiße Luft war….
    Aber wenn es Obama wäre, der jetzt in Singapur das Gleiche wie Trump gemacht hätte, die deutschsprachigen Medien würden sich bei den Lobeshymnen übertreffen. Obama würde wieder als Friedenengel bezeichnet. Aber Trump, NEIN, denn es kann nicht sein was nicht sein darf!
    Trump ein Quartalsirrer? Dieses alberne Trump-Bashing von Medien und Forenscheiber ist aber auch nicht normal.

    1. Albern und durchgeknallt ist es, einer bereits zugestimmten Erklärung unter Partnern, die Trump selbst als großartig bezeichnet hat, per Tweet und in einem Anfall von geistiger Umnachtung wenige Stunden später wieder zu kündigen.
      Trump geht es nur um … Trump. Sie erkennen offensichtlich nicht, Herr Radermacher, welches Muster sich hinter Trumps Verhalten u d Entscheidungen verbirgt. Was bedeutet es, wenn Trump sich nach wenigen Wochen oder Monaten von einem Großteil seiner vormals als „großartige und beste Mitarbeiter“ dargestellten Personen trennt oder diese das Handtuch werfen?
      Dieser von einer Minderheit der Amerikaner gewählte „Präsident“ ist ein durchgeknallter Egomane der nur auf sich (seinen Bauch) hört und vollkommen beratungsresistent ist.
      Er hat das Profil eines Zuhälters und verhält sich auch so. Sein Credo lautet in Wirklichkeit nicht „Amerika first“, sondern „Trump first“.
      De Niro hat genau in der Sprache zu ihm gesprochen, die er versteht. Aber für diesen Sittenverfall ist allein Trump verantwortlich, der es schafft das Niveau der Auseinandersetzung immer weiter zu unterbieten.

  3. Sicher ist Donald Trump sehr gewöhnungsbedürftig, aber er ist immer noch besser als Hillary Clinton. Nur wegen einer solchen Kandidatin konnte ein Mann wie Trump die Wahlen gewinnen. Und wiederhole mich gerne Herr Leonard: Trump hat die Wahl demokratisch gewonnen, klarer an Wahlmännerstimmen als einige seiner Vorgänger. In den USA wird die Wahl in den Bundesstaaten entschieden.
    Das Trump Wahlverprechen wie die Verlegung der US Botschaft nach Jerusalem , Ausstieg aus dem Klimaabkommen, Steuerreform konsequent durchgesetzt hat, finde ich richtig und gut.
    Aber eine Mauer an der mexikanischen Grenze darf NIE gebaut werden.

    1. An einen solchen Präsidenten und dessen bildungsfernes, egomanes, ausgrenzendes und völlig wertefremdes Verhalten darf man sich niemals gewöhnen. Es wäre das Aufgeben aller zivilisatorischen Errungenschaften.
      Demokratische Wahl?
      Für Trump stimmten 62.979.636 Amerikaner (46,1 Prozent der abgegebenen Stimmen), für Clinton hingegen 65.844.610 (48,2 Prozent).
      29,9 Prozent der US-Amerikaner haben gar nicht gewählt.
      28,6 Prozent waren nicht zugelassen.
      19,8 Prozent der wahlberechtigten Amerikaner wählten Hillary Clinton und 19,5 Prozent Donald Trump.
      Trump wurde von einer Minderheit der zur Wahl gegangenen Amerikaner und von einem fünftel der potentiell Wahlberechtigten gewählt.
      Trump wurde entsprechend der amerikanischen Wahlgesetzgebung rechtmäßig (!) gewählt. Richtig!
      Dass dieses antiquierte Wahlmänner- Wahlsystem, seine Berechtigung in Zeiten hatte, in denen Pferde und Postkutschen die angesagtesten Fortbewegungsmittel waren, bestreitet niemand.
      Den Anforderungen einer modernen Demokratie entspricht dieses Wahlsystem kaum noch.
      Die Wahl Trumps ist dafür das beste Beispiel.

  4. Wie Trump so tickt, hat er gerade wieder in einer seiner unsäglichen Twitterbotschaften vermittelt. Darin bezeichnet er Medien wie CNN und NBC, die seiner Ansicht nach üble „Fake News“ verbreiten, als „our country’s biggest ennem(ies)“.

    Der demokratisch gewählte Präsident der (noch) größten Demokratie der Welt erklärt die Medien quasi zu Staatsfeinden, ausser Fox natürlich, aber selbst darauf ist kein Verlass mehr („treffen sich die beiden Dikatoren“).

    Und was macht man logischerweise mit Staatsfeinden? Sein neuer Busenfreund Kim kann ihm da sicher nützliche Tipps geben. Mit der Pressefreiheit soll der es nämlich auch nicht so haben.

    A propos Trump und Kim. Was soll man von Leuten halten, die sich noch vor wenigen Monaten aufs Übelste beschimpft („kleiner Raketenmann“ vs. „seniler Greis“) und bedroht haben und sich nun nicht mehr bremsen können vor lauter Lächeln und Händeschütteln?

    Aber Diktatoren unter sich haben sich noch immer gut verstanden. Fehlt Putin noch, um das Trio (sowieso der Größte), Kim („a pretty smart cookie“) und Xi Jin Ping („Er ist jetzt Präsident auf Lebenszeit, Präsident auf Lebenszeit. Und er ist toll.“) zum Quartett zu erweitern. Aber das kommt sicher demnächst, wenn die lästigen Ermittlungen („Hexenjagd“) erst mal eingestellt sind.

    Ach, könnte man doch so durchregieren wie die drei anderen Herrn!

    Menschen- und Bürgerrechte? Alles ohne Bedeutung und kein Tagesordnungspunkt bei dem Treffen.
    https://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Trump-spielt-die-Verbrechen-von-Nordkorea-herunter-id51292441.html

    1. „Ach, könnte man doch so durchregieren wie die drei anderen Herrn!“

      Dieser Stoßseufzer Trumps war eigentlich eher ironisch gemeint.

      Dabei ist er von der Wirklichkeit inzwischen eingeholt und bitterer Ernst:

      Ob Kim ihn im Weißen Haus besuchen werde, wird er darin gefragt. „Das kann absolut passieren“, entgegnet Trump – und sagt weiter: „Wissen Sie, er ist der Führer eines Landes, ein starker Führer, lassen Sie sich nichts anderes erzählen. Er spricht, und seine Leute sitzen gerade und hören ihm zu. Ich will, dass meine Leute das genauso machen.“
      ( http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-witzelt-ueber-folgsame-nordkoreaner-und-exekutionen-a-1213228.html )

      „Ein starker Führer“? Klingt irgendwie bekannt…
      Der Führer spricht, und alle stehen stramm und knallen die Hacken zusammen: „Jawoll, mein Führer!“

      Aber seine Fans werden auch das irgendwie rechtfertigen.

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