1. FC Köln: Schlechter Stil von Armin Veh und Co.

Kommentar

Manager Armin Veh hat sich in seiner ersten Woche als neuer Geschäftsführer Sport einen Überblick verschafft und analysiert, wo die Ursachen für die Talfahrt des FC liegen. | Foto: dpa

Ein Kommentar von SID-Fußballchef Ralph Durry zu den Diskussionen beim 1. FC Köln.

Der 1:0-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg war Balsam auf die geschundene Seele beim 1. FC Köln. Der erste Saisonsieg am letzten Hinrundenspieltag war nach einer Spielzeit mit Pleiten, Pech und Pannen zumindest ein Signal, dass in der Rückserie nochmals alles unternommen wird, um den eigentlich fast sicheren Abstieg doch noch zu vermeiden.

Möglicherweise wird der bisherige Interims-Coach Stefan Ruthenbeck auch dann die Verantwortung für die Geißböcke tragen. Eine durchaus nachvollziehbare Überlegung, denn welcher neue Coach kommt für ein halbes Jahr und darf dann am Saisonende möglicherweise nach dem Gang in Liga zwei wieder gehen?

Manager Armin Veh hat sich in seiner ersten Woche als neuer Geschäftsführer Sport einen Überblick verschafft und analysiert, wo die Ursachen für die Talfahrt des FC liegen. Dass er allerdings den einstigen Erfolgscoach Peter Stöger öffentlich zum Sündenbock stempelt, verwundert sehr. Vehs sehr kritische Aussagen bei „Sky“ in Richtung des neuen Chefcoaches von Borussia Dortmund waren schlechter Stil. Der Österreicher hat darauf sehr souverän reagiert.

Natürlich hat Stöger ein gerüttelt Maß Schuld am derzeitigen Zustand der Geißböcke, aber eine Verletzungsmisere und angeblich mangelnde Fitness dem 51-Jährigen allein anzulasten, der viereinhalb Jahre als neue Trainer-Ikone am Dom gefeiert wurde, ist schon verwunderlich.

Die Frage muss erlaubt sein: Warum ist dies Ex-Manager Jörg Schmadtke oder Vize-Präsident Toni Schumacher, ein ausgewiesener Fußball-Fachmann im Gegensatz zu seinen Vorstandskollegen Werner Spinner und Markus Ritterbach, nicht aufgefallen? Wurden die Augen verschlossen, weil die Qualifikation für die Europa League den Blick für die wahren Zustände im FC-Profi-Kader vernebelt hat?

Auch FC-Präsident Spinner hat sich ins Abseits manövriert, als er sich zuletzt zu einer Medienschelte hinreißen ließ. Lang genug hat er sich im Glanz der Erfolge gesonnt, angesichts der jüngsten Krise sollen nun die Medien die Schuld tragen. Ein sonderbares Selbstverständnis!

(sid)

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