Uhren werden in der Nacht zum Sonntag zurückgestellt

Winterzeit

Wenn in der Nacht zum Sonntag die Uhren eine Stunde zurückgestellt werden, heißt es: eine Stunde länger schlafen. | Foto: dpa

Ob wir wollen oder nicht: In der Nacht zum Sonntag werden die Uhren wieder auf Winterzeit gestellt. Um 3 Uhr morgens werden die Zeiger um eine Stunde auf 2 Uhr zurückgedreht.

Seit 1996 stellen die Menschen in allen EU-Ländern einheitlich die Uhren am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag wieder eine Stunde zurück. Unter dem Eindruck der Ölkrise von 1973 rückte die Sommerzeit erneut in den Fokus und wurde in Belgien im Jahr 1977 wieder eingeführt. Das Ziel: Energie sparen.

Was die Zeitumstellung aber tatsächlich bringt, ist aber umstritten. Laut Untersuchungen knipsen wir wegen der Zeitumstellung im Sommer tatsächlich abends weniger häufig das Licht an – im Frühjahr und Herbst jedoch wird morgens dafür mehr geheizt. Unter dem Strich gibt es mit der Sommerzeit allein keine Ersparnis. Mediziner warnen zudem, dass empfindsamere Menschen Probleme mit dem Hin und Her haben können, Schlafstörungen und Appetitlosigkeit können die Folge sein. Nervig ist die Umstellung auch für alle, die keine Funkuhr haben. Gehen die Chronometer nicht automatisch mit der Zeit, muss die Anpassung manuell geschehen, an Küchengeräten oder im Auto zum Beispiel. Gerade Frühaufstehern kann die Umstellung auf die Winterzeit zu schaffen machen. Wenn Menschen normalerweise um sechs Uhr aufstehen, weckt ihre innere Uhr sie nach der Umstellung um fünf. Soll das nicht zur Normalität werden, müssen Betroffene ihren Rhythmus anpassen.

Schlafforscher Hans-Günter Weeß rät dafür: im Bett liegen bleiben und entspannt an schöne Dinge denken. Auf keinen Fall sollte man aufstehen: „Das würde die Gewöhnung an den neuen Rhythmus stören“, so der Experte. Wollen Frühaufsteher, die Wissenschaftler auch frühe Chronotypen nennen, ihren Rhythmus anpassen, raten Schlafforscher folgendes: am Morgen das Tageslicht fernhalten, etwa mit Vorhängen, zum Abend hin dagegen eine Extradosis Tageslicht holen, etwa mit einem Spaziergang am späten Nachmittag. Damit wird man später müde und weckt am Morgen auch später auf. Die innere Uhr verschiebt sich etwas nach hinten. Generell gilt: Der Wechsel auf die Winterzeit macht vielen Menschen weniger Probleme als der auf die Sommerzeit im Frühjahr. (belga/dpa)

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