Einmummeln ist ein Trend der Frauenmode

Kuschelfaktor

In die Bekleidungsgeschäfte sind schon die ersten Vorboten der neuen Mode für den Herbst und Winter eingezogen. Doch so richtig klar ist es noch nicht: Was ist angesagt in der Mode für Frauen zum Übergang 2017/2018?

Von Andrea Abrell

Den ersten Blick wirft man bei neuen Kollektionen eigentlich immer auf die Farben“, sagt Modeberater Andreas Rose. „Und dabei fällt auf, dass in diesem Herbst viel Rot angesagt ist.“ Die Palette reicht von knalligen, leuchtenden Nuancen über warme, erdige Töne.

Zum Dauerbrenner ist Rosa geworden. Diesen Pastellton sieht man auch in der kalten Jahreszeit noch häufig. Und zwar in zwei Varianten: Hell und pudrig oder kräftiger, eher an der Grenze zu Pink. Im Kontrast zu dieser mädchenhaften Farbe stehen metallische Töne wie Gold und Silber, „die vor allem bei schlicht geschnittener Mode zum Einsatz kommen und ihr ein cooles Extra verleihen“, erläutert Stilexpertin Inka Müller-Winkelmann.

Wieder zurückgekehrt in das Farbspiel ist Grün von Flaschengrün bis dunkle Tanne. „Oft werden diese Grüntöne mit Grau kombiniert – das sorgt für einen gedeckten und edlen Look“, weiß Shopping-Beraterin Andrea Lakeberg. Es werden daneben vermehrt Erdfarben wie Camel, Beige und Braun in die Läden kommen. Das steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der neuen Lässigkeit und dem Cocooning-Gedanken, der sich wie ein roter Faden durch die namhaften Kollektionen zieht.

Cocooing steht für den Wunsch, sich zu Hause zurückzuziehen und sich einzumummeln, ein typisches Gefühl der grauen und kalten Jahreszeiten, aber auch eine ganz grundsätzliche Haltung vieler Menschen in Zeiten, die unruhig und unsicher erscheinen.

Dazu passt Roses weitere Beobachtung: „Die Silhouetten werden allgemein weiter und lässiger.“ Der Designer setzt auf eine Mode, in die man sich hineinkuscheln kann – perfekt zur Jahreszeit. Vor allem bei Oberteilen sieht man jetzt viele Oversize-Looks. Zum Beispiel lässige Sweatshirts aus weichen Materialien. Dieser legere Trend ist auch bei Mänteln zu beobachten. Hier unterstreichen plüschige Materialien die aktuellen Oversized-Looks.

Auch die Materialien machen diese Entwicklung mit: Neben Plüsch bringen die Modefirmen viel groben Strick und Samt in die Läden. Samt schenkt den lässigen und legeren Schnitten einen eleganten Hauch, vor allem in Farben wie Mitternachtsblau oder Weinrot. In klarem Kontrast zu diesen Kuschelstoffen steht ein anderes Material, das in dieser Saison ebenfalls Mode macht: Kunststoff – etwa in Form von schimmerndem Lamé, Lurex oder auch Vinyl. Dieses Material, was man bislang vor allem von Schallplatten kannte, verwenden die Modedesigner nun etwa an weit schwingenden Tellerröcken. Lurex und Metallic dagegen setzen sie oft bei betont puristischen Styles ein für futuristischen Glamour. Zugleich sind Materialien wie Lurex oder Vinyl auch Teil einer Retrowelle. Beide Stoffe waren in den 70er Jahren schon einmal schwer angesagt. Da Modedesigner sich derzeit gerne von vergangenen Zeiten inspirieren lassen, liegt der Rückgriff auf die Materialien nahe. Müller-Winkelmann macht vor allem zwei Stopps der zeitreisenden Kreativen aus: „Die 70er-Jahre, aus denen auch Fransenbesätze oder der Cord-Trend für Hosenanzüge und weite Hosen stammt“, berichtet die Einkaufsberaterin. „Eine Hommage an die 80er dagegen sind die breiten Schultern der Oversized-Blazer, die jetzt vermehrt getragen werden.“ Die Frage ist, was in dieser Saison wirklich der große Hit ist? Und gibt es in der Mode eigentlich überhaupt noch sogenannte Must-haves für Modefans? Darüber streiten sich die Experten bereits seit geraumer Zeit. Denn eine Fashion-Diktatur, in denen lediglich ein Trend dominierte, der dann aber auch von allen modebewussten Frauen getragen werden sollte, existiert seit geraumer Zeit nicht mehr. Aber dennoch: Einige Tendenzen ziehen sich so flächendeckend durch die Kollektionen aller Designer, dass sie durchaus als Muss gelten können. Dazu gehört in dieser Saison mit Sicherheit das Karo. Dieses klassische Muster ist in der kommenden Saison wirklich in jeder Variante angesagt – von großflächigen, bunten Checks über Pepita oder Glencheck. (dpa)

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