Comeback für Glockenform und Kellerfalten

Rock-Stars

Oben eng, unten weit: Glockenröcke wirken besonders gut, wenn sie mit einem eng anliegenden Oberteil kombiniert werden wie Fornarina vormacht. | Foto: Fornarina

Die Sanduhr gilt als Symbol für eine wohlproportionierte Frauenfigur: oben etwas breiter, an der Taille schmal und ab den Hüften wieder weiter. Der weit abstehende, auf der Hüfte sitzende Glockenrock formt das. Er – und andere Rock-Klassiker – kommen wieder in Mode.

Von Andrea Abrell

Der Winter ist traditionell die Jahreszeit, in der vor allem Hosen im Trend liegen? Das stimmt in der kommenden Saison ganz und gar nicht. Röcke erobern sich wohl den Platz auf der Liste der schönsten Trends zurück. Denn auf allen internationalen Modeschauen von Paris bis Mailand waren jede Menge Röcke zu sehen – für jede Frau dürfte sich ein Favorit finden lassen. Es gibt aber auch besondere Trends:

„Elegant oder verspielt treten beispielsweise die neuen, sehr weiten Glockenröcke auf. Sie sind wahlweise auf Taille oder auf Hüfte geschnitten und bringen modischen Schwung in jeden Tag“, sagt Einkaufsberaterin Maria Hans. „Spannend dabei sind vor allem die Materialien. Neben den klassischen Wollstoffen tauchen Glockenröcke jetzt nämlich auch in Samt oder Vinyl auf.“ Der Saum dieser Modelle endet knapp auf der Mitte der Oberschenkel, wenn es um einen frechen Look geht, oder knapp oberhalb des Knies, wenn man über die eleganten Glockenröcke der Saison spricht.

Auch Modelle mit Kellerfalten kommen zurück in Mode.

Hier treffen jeweils zwei Falten mit den Stoffkanten aneinander, am oberen Ende sind die Enden zusammengenäht. Das ist ein Vorteil: Sie tragen nicht auf, sondern ganz im Gegenteil: Personal Shopper Andrea Lakeberg hält die Kellerfalten sogar für Figurschmeichler. „Deshalb können sie auch von ganz unterschiedlichen Figurtypen getragen werden.“ Aus diesem guten Grund hat diese Form ihr allzu klassisches Image überzeugend abgelegt: Röcke mit Kellerfalten gibt es aktuell auch im jungen, sportlichen Skaterstil.

Ebenfalls sehr angesagt im Herbst sind Röcke, die durch opulente Stickereien oder Verzierungen auffallen. Stickereien findet man dabei häufig in Gold oder Silber, die Muster sind ausgesprochen barock. Es ziehen sich zum Beispiel teils aufwendige florale Schnörkel wie Ranken über die gesamte Vorderpartie eines Rocks. Außerdem in diesem Stil gestaltet sind kunstvolle Webkanten an den Saumpartien. Für wen die floralen Designs nichts sind, der findet auch viele Modelle vor allem in den ebenso trendigen Mustern der Saison: Streifen und Karos in allen Varianten.

Aber auch Schlichtes ist dabei: „ in klassischer A-Linie und aus feinen Wollstoffen sind nach wie vor angesagt. Kein Wunder: Diese Modelle passen zu vielen Gelegenheiten und zu ganz unterschiedlichen Looks. Sie sind mit einem Blazer ideal für den Job und lassen sich für den Abend ganz leicht aufpeppen, beispielsweise mit einer Schluppenbluse aus Seide und viel Schmuck.

Dagegen eher speziell und eher etwas für junge Frauen, die Spaß am Rumprobieren mit neuen Trends haben, sind die Röcke aus Latex. Sie werden vor allem in Mini-Länge angeboten, aber kontrastreich mit sportlichen Teilen wie etwa Sweatshirts kombiniert.. Gemäßigter wirkt Leder statt Latex. Auch Röcke aus und mit diesem Material gehören zu den Favoriten der Designer, allerdings nicht nur im Mini-format, sondern auch in Varianten in midi, also mit dem Saum auf Mitte der Wade.

Auch das Styling der Röcke verändert sich nun. Sie werden oft ganz bewusst mit lässigen Teilen kombiniert. Ein kunstvoll mit Metallicgarn bestickter Rock wird beispielsweise zu einem Pullover aus Grobstrick im Oversized-Format getragen.

So vielseitig wie die Formen der aktuellen Rockmode sind auch die Farben. „Von leuchtenden Tönen, die schon in Richtung Neon gehen, über sanfte Pastelle wie Altrosa bis hin zu den klassischen Farben wie Grau, Blau oder Schwarz reicht die Bandbreite der Rockfarben“, zählt Stylistin Ritchie Karkowski auf. Bei dieser Auswahl ist es kein Wunder, dass der Rock sich im Herbst durchsetzen wird – wer kann an dieser modischen Vielfalt schon vorbeigehen? (dpa)

Der Glockenrock schafft eine Sanduhr-Figur. Ein Gürtel, der über dem Bund sitzt, betont die Taille zusätzlich, wie Marc Cain zeigt. Foto: Marc Cain

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