Wohnformen auf dem Prüfstand

Batibouw

Ungeachtet rückläufiger Zahlen bei Ausstellern wie Besuchern bleibt Batibouw vor allem in seiner Vielschichtigkeit das wichtigste Barometer für die Baubranche im Lande. | Foto: Batibouw

Es ist die größte und zugleich wichtigste Bühne für die Baubranche in Belgien: Batibouw, das im Februar nachdrücklich auf seinen Erfolg anstoßen kann. Immerhin öffnet die Messe in Brussels Expo zum sechzigsten Mal seine Pforten.

Von Norbert Meyers

„Vivre c’est bâtir.“ Ein Slogan, der zupackender kaum sein könnte. Und vor allem auch die These untermauert, dass der Belgier „avec une brique dans le ventre“ geboren werde. Sicherlich ist hier vielfach der Wunsch der Vater des Gedankens, selbst wenn die Baubranche weiter zu den bedeutendsten und umsatzstärksten (Arbeits)märkten im Lande zählt.

Gesundes Innenklima ein zentrales Thema

Zugleich ist es ebenfalls einer der anfälligsten Sektoren, dessen konjunkturelle Entwicklung von zahlreichen internationalen Faktoren geleitet wird. Weshalb Batibouw denn auch nicht zum Feiern zumute ist. Hierzu biete vielleicht die 75. Ausgabe Anlass, so der Standpunkt bei Organisator FISA und seinem Verantwortlichen Frédéric François.

Stattdessen richten die Veranstalter den Fokus auf drei große thematische Leitlinien der Messe, die am 21./22. Februar wie gewohnt mit zwei „Profi“-Tagen startet, ehe vom 23. Februar bis 3. März das breite Publikum Zugang zu den „heiligen Hallen“ an der Place de la Belgique hat (am vormaligen Heysel-Gelände). Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Jahr namentlich einem gesunden Innenklima („Healthy Indoor Climate“), neuen Lebens- und hieraus resultierend auch Wohnformen („New Way of Living“) oder neuen, effiziente(re)n Kons-truktionstechniken („Smart Building“). Veranschaulichen werden diese Themen, aber ebenso alle anderen Aspekte der Branche erneut rund neunhundert Aussteller.

Hintergrund: Aussteller rückläufig

Zwar feiert Batibouw in diesem Jahr runden Geburtstag, doch die Messe in ihrer aktuellen Form und aktuellen Bezeichnung gibt es erst seit dem Jahre 1976 – gleichzeitig mit der Kreation der berühmten Schildkröte, die seither symbolisch ihr Haus durchs Land trägt. Gegründet im Jahre 1960 als „Salon International de la Construction“ mit Standort im Zentrum, fand die Messe erst einige Jahre später den Weg zum Heysel-Gelände, wo nach und nach immer mehr Hallen in Beschlag genommen wurden. Und wo in den letzten Jahren an elf Tagen teils bis zu dreihunderttausend Besucher „die Klinke drückten“ – nach wie vor die „Schallmauer“ in Sachen Zuspruch. Jedoch sah sich das Publikum zuletzt rein quantitativ einem zunehmend schrumpfenden Angebot gegenüber. Denn der über lange Jahre publikumswirksam propagierte Standard von tausend Ausstellern (und mehr) ist heute utopisch. In diesem Jahr sollen es circa neunhundert Stände sein – ein erkennbar rückläufiger Trend, der vor allem durch diverse Aktionen und Initiativen wettgemacht werden soll.


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