„Sanierer“ öffnen die Türen zu ihren renovierten Altbauten

Vom Altbau zum Umbau

Bereits seit über eineinhalb Jahrzehnten gibt es in Büllingen die Sanierungsprämie, die seither rege in Anspruch genommen wird.

Die Premiere vor Jahresfrist war ein beachtlicher und so nicht unbedingt erwarteter Erfolg. Weshalb die Neuauflage nicht überraschen darf. Jedenfalls plant die Ländliche Entwicklung am 22. September einen zweiten Tag der offenen Tür in Sachen Umbau. So öffnen Hauseigentümer in der Gemeinde die Türen ihrer gelungenen Renovierungen und stehen für den Austausch über ihre Erkenntnisse und Erfahrungen mit Bürgern respektive Bauherren bereit. Etwa zum harmonischen Neben- oder besser noch: Miteinander von alter und neuer Bausubstanz.

Dass Leerstand auf die Attraktivität eines Ortes „drückt“, ist unvermeidbar. Und zwar wird nicht nur der auswärtige Interessent ausgebremst, denn wer erwirbt schon gerne ein Anwesen in einem Ort, dessen äußeres Erscheinungsbild aufgrund etlicher Leerstände eher trostlos oder gar öde wirkt?

Damit nicht genug: Auch die einheimischen Bewohner, gerade der jüngeren Generation, stellen sich irgendwann der (selbst)kritischen Frage nach der Lebensqualität und Attraktivität ihres Ortes. Verbunden mit dem bangen Blick nach vorne. Konkret: Hat unser Ort überhaupt noch eine Perspektive? Oder wie sieht die dörfliche Entwicklung vor unserer Haustür in zehn, zwanzig Jahren aus?

Dass diese sensible Thematik in der Bevölkerung durchaus Interesse weckt, zeigte nicht allein der Zuspruch beim ersten Tag der offenen Tür zum Thema, als knapp hundert Bürger bei den neun Hauseigentümern anklopften, die sich in den Jahren zuvor für einen Um- statt Neubau entschieden hatten. Nicht weniger groß war die Resonanz bei zwei weiteren Initiativen der Ländlichen Entwicklung unter dem Schlüsselwort „Zeitreise“.

Angeboten wurde einerseits ein Ortstermin in einer alten, dunklen Scheune, die sich unter den kundigen Ideen einer Architektin jedoch schnell vom Aschenputtel zur Prinzessin wandeln kann. Andererseits zeigten sich zahlreiche Bürger wissbegierig bei einem Info-Abend zum Thema „Vom Altbau zum Umbau“, mit fachkundigen Ausführungen u.a. zu Raumordnung, Schenkung, Leibrente oder, von Seiten der Gemeinde, Prämie für Sanierungen oder Steuer auf verwahrloste Gebäude.

Jedenfalls will Büllingen der Abwärtsspirale wie in manchen Orten der deutschen Eifel vorbeugen, wo leer stehende Häuser selbst bei beständig fallenden Preisen keinen Interessenten mehr finden.

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