Beiderseits der Grenze gewachsen

Standortfrage

Wenngleich J.M. Leufgen AG seit dem Jahre 2004 wegen der EU-Zwänge eine Niederlassung in Troisvierges unterhält, liegt der primäre Sitz in Schönberg, wo an der Bleialfer Straße die strukturellen Fäden zusammenlaufen. | Foto: ekd & nemo.presse

Der Ministerpräsident war auf Marketingtour. Jedoch nicht in eigener Sache. Oliver Paasch putzte Klinken für den Standort Ostbelgien. Wie seit knapp zwölf Monaten regelmäßig der Fall. Quasi als eine Art Handelsvertreter bei der Akquise weiterer Markenbotschafter.

Von Norbert Meyers

Und bei J.M. Leufgen AG in Schönberg traf er auf einen guten (alten) Bekannten. Denn zu Günther Leufgen unterhielt Oliver Paasch bereits beste (bank)geschäftliche Beziehungen vor seinem Wechsel in die Politik. Und so entwickelte sich umgehend ein ebenso unbeschwerter wie freundlicher Austausch mit Fokus auf den Gewerbestandort Ostbelgien, den das Schönberger Unternehmen seit knapp sieben Jahrzehnten propagiert.

Seit vierzehn Jahrenauch in Troisvierges

Zustande kam die Begegnung übrigens als eine Art „Nachschlag“ zur Immobilienmesse in St.Vith, wo der Unternehmer in seiner gewohnt zwanglosen Art den Ministerpräsidenten beim Rundgang im Triangel zu einem Besuch nach Schönberg eingeladen hatte. Der bereits zwei Wochen später in die ministerielle Agenda passen sollte.

Der Austausch war rege und betraf zahlreiche Facetten der aktuellen Unternehmens- und Ausbildungsstruktur in Ostbelgien, hierunter besonders die für die Eifel so spezifische Nähe zu Luxemburg, wo das Schönberger Traditionsunternehmen aufgrund der europäischen Vorgaben (der bekannten VO 883/2004) seit vierzehn Jahren eine Niederlassung unterhält. Zum Hintergrund: Wegen einer Auftragslage bis zu neunzig Prozent im Großherzogtum müssen die Beschäftigten auch dort „in den Kassen sein“ (wie es nach wie vor im Volksmund heißt). Und das sind in der Zwischenzeit knapp achtzig Prozent des Personalbestandes von insgesamt rund hundert Mitarbeitern.

Hintergrund: Ausbildung im eigenen Betrieb

Kaum zu glauben, aber wahr! Zu seiner ersten Baustelle fuhr Matthias Joseph Leufgen in Schönberg mit dem Fahrrad. Seit diesen bescheidenen Anfängen im Jahre 1950 hat das Unternehmen (das unter den Initialen J.M. seines Gründers firmiert) einen unaufhaltsamen Aufschwung erlebt. Seit dem Jahre 1988 steht die AG offiziell unter Leitung von Günther Leufgen, der ab 1970 zunächst seine Ausbildung als Maurer, nachfolgend seine gesamte berufliche Laufbahn am „Wejerwääch“ durchlief und hier seit den achtziger Jahren in beständig gestiegene Verantwortung hineinwuchs. Heute zählt die AG mit Sitz am neu und mit Eigenmitteln gestalteten Kreuzungsbereich an der Bleialfer Straße in Schönberg circa hundert Beschäftigte. Ein nach wie vor wichtiger Weg zur Personalanwerbung führt auch in Schönberg über die betriebsinterne Ausbildung, die jedoch wegen fehlenden „Nachwuchses“ ebenfalls erkennbar an Grenzen stößt, wie ein Blick auf die vielen offenen Lehrstellen ostbelgienweit unterstreicht. Dennoch: Bei J.M. Leufgen AG macht derzeit der Anteil der im eigenen Betrieb ausgebildeten Fachkräfte knapp ein Drittel des Personals aus.


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