Aachener kreiert seinen „Garten Eden“ am Flughafen Merzbrück

Elektro-Festival

Alex Hövelmann aus Aachen ist einer der Ideengeber, Macher und „Landschaftsgärtner“ des Festivals. | Foto: privat

Er heißt nicht Adam, sondern Alex. Ob er auf Schlangen steht – außer vor Clubs –  weiß niemand. Auch bleibt sein Geheimnis, ob er auf Eva steht. Fakt ist aber, dass dieser Alex, der übrigens mit unbiblischem Nachnamen Hövelmann heißt, für diesen Sommer ein großes Ding plant, das irgendwie an ein verträumtes Gartencenter erinnert, aber damit überhaupt nichts zu tun hat.

Axel Hövelmann, Baujahr 1994 und seines Zeichens DJ, Produzent und Veranstalter, hat eine klare Vision: Der gebürtige Aachener, der schon seit seinem vierten Lebensjahr Musik macht und sich im Teenie-Alter auf elektronische Sphären spezialisierte, will am 24. Juni seine etwas andere Idee von einem elektronischen Festival verwirklichen. Einen Namen für das musikalische Event hat der 22-Jährige auch schon auserkoren: „Garten Eden“ hat er sein ambitioniertes Projekt getauft.

Bei dem Namen müsste es eigentlich bei jedem klingen, auch bei denjenigen, die damals nicht wirklich im Religionsunterricht aufgepasst haben. Aber zu Erinnerung: Der Garten Eden, auch besser bekannt als das Paradies, ist einer der Orte in der Bibel, der besondere Bilder wachrufen soll: ein Blumengarten mit einem Apfelbaum voller Früchte, an dem sich die beiden Nackedeis Adam und Eva bedient haben sollen – und das ohne die Erlaubnis von Gott, ihrem Schöpfer. Ganz ungestraft ließ der Herr die beiden biblischen Nudisten nicht davonkommen, denn er verbannte sie aus dem Paradies.

Verbannen wird Axel Hövelmann aus seinem „Garten Eden“ niemanden, auch nicht wenn jemand dort knapp bekleidet oder gar hüllenlos herumläuft. „Jedem das Seine“, scherzt er und fügt hinzu: „Wir wollen der Euregio neues Leben einhauchen und dabei soll der Spaß im Vordergrund stehen.“ Das sei in in seiner Wahrnehmung, die übrigens keineswegs biblisch angehaucht ist, auch dringend notwendig, denn Orte, die Freude, ein passendes Ambiente und gute Musik verkörpern, seien in der Region Mangelware geworden. „Die Clubszene hat einfach in den letzten Jahren deutlich abgebaut“, unterstreicht der Aachener. Für ihn und seinen Kumpel Tobias Holzweiler (24) Grund genug, um dem Milieu einen neuen Impuls zu geben – und das in Form eines Elektro-Festivals.

„Garten Eden“ tauften die Veranstalter ihr Musik-Event, das am Samstag, 24. Juni, auf dem Flughafengelände Merzbrück stattfindet.
„Garten Eden“ tauften die Veranstalter ihr Musik-Event, das am Samstag, 24. Juni, auf dem Flughafengelände Merzbrück stattfindet. | Foto: Foto: Veranstalter

Den Ort hierfür hat das Duo schon gefixt: Auf dem Gelände des Provinzflughafens Aachen/Merzbrück, wo noch bis 2016 das elektronische Festival „Seltsames Verhalten“ stattfand, sollen die „Adams“ und „Evas“ mit elektronischen Früchten und Klängen genährt werden. Um das Areal, wo kaum Bäume, sondern eher Propellermaschinen in den Himmel wachsen, in ihren „Garten Eden“ zu verwandeln, schlüpfen die Macher in die Rolle von Landschaftsgärtnern. „Wir werden versuchen, das Gelände mit verschiedenen Pflanzen ganzheitlich zu gestalten. Außerdem werden wir viel mit Holz arbeiten. Es soll alles so natürlich wie möglich aussehen. Wir wollen aber keine Gartenmarkt-Atmosphäre schaffen“, sagt Hövelmann. Vielmehr soll rund um einen meterhohen Apfelbaum ein paradiesischer Treff-, Pilger- und Tanzpunkt entstehen. „Das Festival-Motto ist keine aufgehübschte Verpackung, sondern entspricht einem durchgängigen Konzept und Motiv“, erklärt Hövelmann.

Darin enthalten ist auch das musikalische Line-Up, das Hövelmann und Holzweiler in den letzten Wochen mit Sorgfalt und Fingerspitzengefühl zusammengestellt haben. „Wir setzen nicht auf kommerzielle Electronic Dance Musik (EDM). Es sollen nicht alle auf den Droop warten und dann dumpf abgehen. Wir bauen vielmehr auf DJs, die aus dem hochwertigen, anspruchsvollen Sektor kommen, aber deshalb nicht elitär oder abgehoben sind. Mit intelligenten Sets und Musikkonzepten, mal treibend, mal melodiös, die eben vielfältig und auch tanzbar sind“, erklärt Hövelmann. Ihr Kommen zugesagt haben bisher: Butch (Cocoon, Moon Harbour), Oliver Schories, Sven Wittekind (Abstract) und Paji (Kittball, Katermukke), Russe&Pinto, Josh Canallie und Chris Bird. Die DJ-Liste wird noch erweitert, vor allem auch mit lokalen Elektronik-Größen.

Hinter dem ganzen Projekt steckt übrigens ein ideelles Aktionsmotiv: „Es geht uns nicht darum, ‚nur‘ einen Lückenfüller zu schaffen, sondern um die Markierung einer Festival-Idee, die in der Region vielleicht bisher fehlte und bestimmte Bedürfnisse von Electro-Fans und Szene-Kräften neu und anders zusammenführt. Es ist ein Anfang, in gewisser Weise auch ein Neubeginn. Erstmal nur an einem Tag, in einer Nacht. Vielleicht werden es auch mal sieben sein“, meint Alex Hövelmann.  Infobox: Tickets und weitere Infos zum neuen Festival gibt es unter garteneden-festival.de oder auf Facebook.(calü/red)

Tickets und weitere Infos zum neuen Festival gibt es unter garteneden-festival.de oder auf Facebook.

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