Wenn Hanna zur Comic-Figur wird

Gesellschaft

Hanna ist eine Cosplayerin. Sie verkleidet sich gern als Comic-Figur. | Foto: Ines Klose/dpa

Eine Verkleidung hat nicht immer etwas mit Fastnacht oder Karneval zu tun. Manche Leute verwandeln sich einfach so in eine Comic- oder Filmfigur. Auch Hanna macht das. Dabei lernt sie neue Freunde kennen.

Hanna beobachtet ihre Umgebung mit nur einem Auge. Über dem anderen trägt sie eine schwarze Augenklappe. Die gehört ebenso wie die kurze Hose, das lange Hemd und die graue Perücke zu ihrem Kostüm. Hanna ist gerade nicht sie selbst.

Für ein paar Stunden ist sie der Junge Ciel aus ihrem japanischen Lieblingscomic. Für sie ist das wie eine Verwandlung: „Ich fühle mich teilweise schon wie die Figur“, sagt sie. Im normalen Leben ist Hanna 13 Jahre alt und wohnt in Deutschland.

Hannas Hobby heißt Cosplay (sprich: kossplei). Auf Deutsch heißt das: Kostümspiel. Dabei verkleiden sich Menschen wie ihre Helden aus Comics, Filmen oder Computerspielen. Heute gibt es Cosplayer auf der ganzen Welt. Hanna macht seit mehr als einem Jahr mit. Eine Bekannte hatte Hanna mal zu einer Cosplay-Veranstaltung mitgenommen, wo sich Comic- und Filmfans treffen. „Mir hat es Spaß gemacht, die Leute so zu sehen“, erzählt sie. Deshalb wollte sie das selbst ausprobieren.

Besonders lang dauert es, die langen Haare unter die Perücke zu bekommen.

Bis sie fertig verkleidet ist, braucht Hanna viel Zeit: mehr als eineinhalb Stunden. Besonders lang dauert es, die langen Haare unter die Perücke zu bekommen. „Das ist recht schwer“, sagt sie. Auch das Schminken brauche viel Zeit. Warum hat sie ausgerechnet diese Comic-Figur ausgesucht? Ciel passe sehr gut zu ihr, sagt Hanna lachend. Sie seien sich in einigen Dingen ziemlich ähnlich. Beim Cosplay ist jede Verkleidung erlaubt. Welche Figur Hanna als Nächstes darstellen will, weiß sie noch nicht so genau. Vielleicht werde sie Lizzy. Die stamme aus der gleichen Comic-Serie wie Ciel.

Wenn Hanna im Kostüm auf Veranstaltungen unterwegs ist, lernt sie oft neue Leute kennen. Obwohl sie eigentlich etwas schüchtern ist. Verkleidet komme sie schneller mit anderen ins Gespräch, sagt sie. „Weil ich im Cosplay offener bin.“ Außerdem könne man sich sofort zum Beispiel über die Kostüme unterhalten.

Einen Haken hat Hannas Hobby aber: Es sei sehr teuer, sagt sie. Im Moment stecke sie viel von ihrem Taschengeld in ein Kostüm. „Ich würde das auf jeden Fall selbst machen, wenn ich nähen könnte.“ Gerade lernt sie nähen – für ihr nächstes Kostüm. (dpa)

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