Wabbelige Gespenster im Meer

Tiere

Quallen fühlen sich an wie Wackelpudding. Wenn sie an den Strand gespült werden, sehen sie oft auch so ähnlich aus. | Foto: Angelika Warmuth/dpa

Viele Menschen kennen Quallen nur als schwabbelige Masse am Strand. Dabei sind die Tiere im Wasser sehr elegant. Sie haben einige Besonderheiten und leben ganz anders als die meisten anderen Tiere.

Was glibbert denn da im Sand? Ist das eine Qualle? Viele kennen die Tiere nur als schwabbelige Masse, die wie Wackelpudding am Strand liegt. Dann sind die Tiere aber bereits tot. Im Wasser jedoch sehen Quallen ganz anders aus und sind richtig elegant. Sie treiben durch die Meere wie Gespenster, die lange Spinnweben hinter sich herziehen.

Der Körper von Quallen ist sehr weich. „Er besteht fast nur aus Wasser“, sagt Götz Reinicke, der sich gut mit den Tieren auskennt. Wie groß Quallen werden, ist von Art zu Art verschieden. Manche sind kleiner als ein Fingernagel. Andere Arten können zwei bis drei Meter groß werden. Außerdem sind manche Quallen giftig, andere nicht.

Quallen ziehen eine Art Schleppe hinter sich her. Das sind ihre Tentakel. „Damit fangen sie ihre Beute“, sagt Götz Reinicke. Quallen ernähren sich vor allem von Plankton. Das sind winzige Lebewesen, die im Wasser schweben.

Besonders gerne fressen Quallen auch kleine Fische oder Krebse, die sich in ihren Tentakeln verfangen. Quallen funktionieren ganz anders als viele andere Tiere. Sie haben kein Gehirn, durch ihren Körper fließt kein Blut und sie haben kein Herz.

Trotzdem kann sich die Qualle bewegen. „Der Schirm klappt von selbst auf“, sagt Götz Reinicke. Dann zieht die Qualle ihn zusammen und erzeugt so einen Rückstoß, der sie nach vorne schiebt.

Auch ohne Gehirn und Augen können Quallen sich orientieren. Sie reagieren auf Licht und spüren die Erdanziehung. So wissen sie, wo oben und unten ist. Außerdem besitzen sie eine Art Superkraft: Wenn ein Tentakel reißt oder ein Stück vom Schirm beschädigt ist, können sie das selbst reparieren. Das fehlende Stück wächst nach.

„Quallen haben aber noch eine andere Besonderheit“, sagt Götz Reinicke. Wenn sie sich vermehren, gebären sie nicht einfach Nachwuchs. Also nicht so, wie das zum Beispiel Affen und Hunde machen. Sie legen auch keine Eier wie Vögel und Fische. Stattdessen passiert etwas ganz anderes.

Ähnlich wie bei anderen Tieren vermehren sich auch die meisten Quallen, wenn sich die Samen der Männchen und die Eizellen der Weibchen verbinden. Die Tiere geben beides ins Wasser ab. „Daraus entstehen schwimmende Larven“, sagt Götz Reinicke. Sie sinken zum Boden und haften fest. Aus der Larve wächst mit der Zeit ein Gebilde, das Polyp heißt und wie eine Pflanze aussieht, aber ein Tier ist. Ist der Polyp groß genug, lösen sich von ihm kleine Quallen-Babys ab.

Die jungen Quallen wachsen dann weiter und schwimmen durchs Meer. (dpa)

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