Spatzen: klein, frech und bedroht

Tiere

Viele Spatzen finden nicht mehr genug Nahrung für ihren Nachwuchs. | Foto: Patrick Pleul/dpa

Man sieht sie meistens nur in Gruppen. Deshalb fällt es wohl nicht so auf. Aber der Spatz ist bedroht! Es gibt immer weniger Tiere. Das liegt daran, dass es weniger Nahrung und weniger Nistplätze gibt.

Diese Vögel hast du bestimmt schon einmal gesehen: Sie sind klein und frech. Manchmal hüpfen sie auf die Tische im Café. Man kann sie auf Stromleitungen sitzen sehen oder sie flattern durch die Fußgängerzone. Die Rede ist vom Haussperling, auch Spatz genannt.

Die Tiere sind Kulturfolger. Das bedeutet, sie sind dem Menschen irgendwann einmal in die Dörfer und Städte gefolgt. Denn dort fanden die Tiere immer genügend Nahrung. „Spatzen ernähren sich vegetarisch. Sie fressen besonders gerne Körner und Samen. Aber auch Brotkrümel oder andere Essensreste von uns Menschen“, erklärt Vogelschützer Marius Adrion. Die Spatzen-Küken bekommen Insekten zu fressen.

Doch auch wenn Spatzen clever und frech scheinen: Die Tiere haben gleich mehrere Probleme. Deshalb werden sie immer seltener. Ein Problem ist die Futtersuche. Denn genug zu fressen zu finden, ist gar nicht mehr so einfach. Das hat damit zu tun, dass es immer weniger Insekten gibt. Dadurch finden die Vögel nicht mehr ausreichend Futter für ihren Nachwuchs.

Auch auf den Feldern oder in den Gärten sieht es schlecht aus. Dort finden die Spatzen weniger Körner und Samen, weil es zu aufgeräumt ist. „Spatzen brauchen unordentliche Ecken, wo Hecken, Kräuter und andere Wildpflanzen wachsen“, erklärt der Experte.

Ein anderes Problem sind die Nistplätze. Denn auch davon gibt es immer weniger. „Viele Häuser werden renoviert und bekommen eine glatte Fassade. Früher gab es dort noch Nischen, in denen die Spatzen nisten konnten. Die fehlen nun“, sagt Marius Adrion. abei bleiben Spatzen ihren Nestern meist treu. „Sie nutzen ein Nest wenn möglich immer wieder“, erklärt Marius Adrion. Während andere Vögel oft umherstreifen, bleiben Spatzen gerne im gleichen Gebiet.

Auch im Winter bleiben die Spatzen, wo sie sind. Sie ziehen nicht in den Süden, obwohl einige andere Vögel das jedes Jahr machen. Um bei den kalten Temperaturen nicht zu frieren, wachsen den Spatzen im Winter zusätzliche Federn. So bleiben sie schön warm! Das liegt daran, dass es weniger Nahrung und weniger Nistplätze gibt. Übrigens: Der Spatz ist ein sehr geselliger Vogel. „Er mag es, wenn viele Artgenossen um ihn herum sind. Deshalb leben die Tiere auch in großen Gruppen zusammen“, sagt der Fachmann. Wenn du also einen Spatz entdecken willst, gilt: imer dem Gewusel nach! (dpa)

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